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Evangelischer Kindergarten Laubhütte wird 20 Jahre alt

Von Grund auf saniert

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Im Jahr 2009 war die evangelische Kirchengemeinde kurz davor, den Kindergarten Laubhütte abzureißen. Zu stark waren die Bauschäden des erst elf Jahre alten Hauses an der Lindenstraße. Mitte Juni wird bei einem Gemeindefest das 20-jährige Bestehen gefeiert.

Monika Schönfeld

Laubhütten-Leiterin Erika Hieronymus und Pfarrer Reinhard E. Bogdan wollen das 20-jährige Bestehen des evangelischen Kindergartens an der Lindenstraße mit der Gemeinde am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Juni, feiern. Foto: Monika Schönfeld

Wenn Pfarrer Reinhard E. Bogdan an diesen Punkt der Geschichte des Kindergartens kommt, möchte er innerlich noch immer die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Dabei fing die Geschichte der Einrichtung so positiv an. »Träumen Sie sich Ihren Kindergarten«, sagte der Architekt damals, der auch Berater der Bundesregierung für ökologisches Bauen war. Die Idee war auch grandios. »Nur leider hatte der Architekt keine Ahnung von Ingenieurs-Arbeiten und Holz-Lehmbau«, sagt Bogdan.

153 Gemeindemitglieder, teils ganze Familien, legten beim Bau im Februar 1998 Hand an und verbauten an einem einzigen Wochenende unter Anleitung 11.000 Lehmziegel. »Jeder, der damals dabei war, ist zur Feier eingeladen«, sagt Bogdan.

Beinahe abgerissen

Fünf Jahre nachdem der Kindergarten mit zwei Gruppen mit 30 Kindergartenkindern, 15 Tageskindern und fünf Hortkindern, Schulkindern bis zur dritten Klasse, den Betrieb aufgenommen hatte, begannen die Probleme. »Die Wände waren nass.« Ein Bausachverständiger ermittelte, dass eine Whiskyflasche und eine Gartenkralle ein Abwasserrohr verstopft hatten – Kosten der Sanierung: 50.000 Euro.

2009 offenbart sich aber, dass das Problem nicht behoben war, sondern sich sogar noch ausweitete. Abreißen und neu bauen oder sanieren? Die Kirchengemeinde entschied sich für die Sanierung. Die Dachneigung war untauglich, die Aluprofile hätten nur innen verbaut werden dürfen, der Wind drückte Regenwasser durch die Lehmziegel – Kosten der Sanierung: 300.000 Euro. Immerhin schimmelte nichts wegen der atmungsaktiven Lehmbauweise.

Anbau für dritte Gruppe

Die erste Leiterin des Kindergartens war Manuela Klings, 2001 übernahm Erika Hieronymus. 2002 begann der Kindergarten mit der Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen, 2008 wurde eine Gruppe umgewandelt und für Zweijährige geöffnet.

Zurzeit entsteht ein 320.000 Euro teurer Anbau für die dritte Gruppe, die zehn Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren aufnimmt. Seit 2012 ist die Laubhütte Familienzentrum.

Zum Team gehören Anna Esau (seit 1998), Katrin Grunwald, Marion Müller, Erika Hieronymus, Monika Kleß-Grün, Ilme Fortkord, Bianca Krogmeier, Martina Schlepper, Sabine Mafigu, Maria Neufeld und Lina Lüke.

Gemeindefest Mitte Juni

»Alle unter einem Dach« – so wird am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Juni, das 20-jährige Bestehen der Laubhütte mit einem Gemeindefest rund um die Friedenskirche gefeiert. Beginn ist am Samstag um 14 Uhr mit einem einstündigen Trommelzauber. Danach gibt es Spielangebote für Groß und Klein, ein offenes Singen, der Kinderchor führt ein Musical auf. Nach der Abendandacht in der Waldkirche gibt es Leckeres vom Grill und der Salatbar. Am Sonntag klingt das Fest mit einem Familiengottesdienst und Abschlussgrillen aus.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Die Träger warten auf eine – ihrer Meinung nach überfällige – Reform des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz). Die evangelische Kirche hat festgestellt, dass im Kibiz keine Rücklagen für die Sanierung von Gebäuden vorgesehen ist.

Pfarrer Reinhard E. Bogdan berichtet, dass die Kirchengemeinde früher für Personalkostenerhöhungen und Gebäudesanierung gespart habe. Das Kibiz sehe das nicht vor.

»Die Schere öffnet sich – wir haben gar nicht gemerkt, dass die Rücklagen weg sind.« Aus wirtschaftlichen Gründen sei ein Zwei-Gruppen-Kindergarten nicht tragbar, die dritte Gruppe deshalb notwendig und weil Eltern sie brauchen. Sie ist schon voll belegt, obwohl an den Räumen noch gebaut wird.

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