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Mit Verweis auf das Geldwäschegesetz werden Unternehmen unter Druck gesetzt

Warnung vor falschem Transparenzregister

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Bundesweit sind Unternehmen von einem so genannten „Transparenzregister e.V.“ per E-Mail angeschrieben worden. Mit dem Betreff „Zahlungsaufforderung Verstoß gegen das Geldwäschegesetz“ wird zu einer Eintragung in das Transparenzregister aufgefordert. Ein entsprechender Link ist dieser E-Mail angehängt.

Monika Schönfeld

Peter Dierich hat eine E-Mail des angeblichen Transparentsregisters bekommen. Der Bundesanzeiger warnt davor. Foto: Monika Schönfeld

Einer dieser Empfänger ist Peter Dierich, der mit seiner Frau Margit das Schreibwarengeschäft „Copy & More“ am Holter Kirchplatz betreibt. „Im ersten Moment denkt man, man hat etwas falsch gemacht“, sagt Peter Dierich. „Da wird bewusst Druck aufgebaut.“

Er hat die Mail sofort an seinen Steuerberater weitergeleitet. Der sagt, dass der Bundesanzeiger bereits eine Warnung vor dem falschen Transparenzregister herausgegeben habe.

Peter Dierich

Angesprochen werden Unternehmen, Einzelhändler und Apotheken, die als GmbH, UG, Limited oder AG arbeiten oder als OHG, KG oder GmbH & Co. KG verpflichtet sind, im Transparenzregister Angaben zu den wirtschaftlichen Eigentümern zu machen.

Der Absender dieser Mails ist aber nicht das echte Transparenzregister. Der Bundesanzeiger, der das echte Transparenzregister verwaltet und dessen Rechts- und Fachaufsicht, das Bundesverwaltungsamt, sind informiert und haben Maßnahmen in die Wege geleitet. „Ich bin stutzig geworden, als ich gesehen habe, dass der Sitz des Transparenzregisters und die vier verantwortlich genannten Personen aus verschiedenen Orten stammen“, sagt Dierich. „Ich habe mich über die Internetadresse durchgehangelt. Wenn man nicht aufpasst, ist man Mitglied und muss zahlen. Und die können dafür nicht mal belangt werden.“

Dies sei nicht die erste Mail, die Peter Dierich mit den Daten seines Unternehmens erhält. „Die haben aus dem Handelsregister die korrekten Daten und Ansprechpartner.“ Einmal habe er Anzeige erstattet. „Das ging aus wie das Hornberger Schießen. Der Urheber war nicht feststellbar. Das ist wohl der Preis der Globalisierung.“

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