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Kaum hatten sie das Stadtgebiet erreicht, sahen sich die beiden Frauen aus dem vom Coronavirus stark betroffenen Kreis Gütersloh Beleidigungen ausgesetzt

Wegen GT-Kennzeichen bedroht? Mutter und Tochter aus Stukenbrock erleben Albtraum in Münster

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Ich werde den Kreis Gütersloh mit meinem Auto nicht mehr verlassen.“ Beate Bredenbals aus Schloß Holte-Stukenbrock hat am Samstag einen Albtraum erlebt, als sie ihre Tochter Leonie (20) zum Studienort nach Münster fuhr.

Andreas Schnadwinkel

Symbolbild. Foto: David Inderlied/dpa

„Schon im Kreis Warendorf ging es damit los, dass uns insgesamt vier Fahrzeuge viel zu nahe kamen und mit der Lichthupe nötigten“, sagte Beate Bredenbals am Sonntag dem WESTFALEN-BLATT. In dem Moment sei ihr klar gewesen, dass sie ihr Auto auf keinen Fall in Münster parken, sondern ihre Tochter vor der relativ zentral gelegenen Wohnung nur schnell aussteigen lassen würde. Doch es sollte anders kommen.

„Vor Angst gezittert“

Kaum hatten sie das Münsteraner Stadtgebiet erreicht, sahen sich die beiden Frauen aus dem vom Coronavirus stark betroffenen Kreis Gütersloh massiven Beleidigungen ausgesetzt (in Schloß Holte-Stukenbrock hingegen waren zuletzt keine Infektionen bekannt). „Verpisst euch, ihr Dreckschlampen!“, riefen ihnen zwei Frauen Ende 20 aus einem anderen Pkw zu. „Wegen des schönen Wetters waren wir mit dem Cabrio unterwegs und dadurch natürlich besonders angreifbar. Meine anderen beiden Kinder hatten noch gesagt, dass wir besser den Sharan nehmen sollten“, so Beate Bredenbals. Doch damit nicht genug.

Kurz vor dem Ziel standen Mutter und Tochter im dichten Verkehr länger vor einer Ampel. „Da kam plötzlich ein Fahrradfahrer auf uns zu, baute sich vor uns auf und bedrohte uns. Leonie hat geschrien, und ich habe gehupt, aber niemand hat uns geholfen. Wir haben uns gefühlt wie bei einer Hetzjagd auf Leute aus dem Kreis Gütersloh und vor Angst gezittert.“ Nach Ankunft an der Wohnung rief die Mutter die Polizei. „Für mich stand fest, dass ich nur mit Polizeischutz aus Münster fahren würde. Die Beamten waren nach zwei Minuten da und hatten viel Verständnis für meine Angst. Sie geleiteten mich aus Münster raus.“

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Jetzt will Beate Bredenbals die beiden Frauen, die ihre Tochter und sie als „Dreckschlampen“ bezeichnet haben, wegen Beleidigung anzeigen. Das Autokennzeichen hat sie.

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