1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Schloss-holte-stukenbrock
  6. >
  7. Wo ist das Denkmal?

  8. >

Freigabe der neu erbauten Chaussee von Hövelhof nach Stukenbrock im September 1889

Wo ist das Denkmal?

Schloß Holte-Stuk...

Der 16. September 1889 war für die Ortschaft Stukenbrock ein besonderes Datum.

Dirk Heidemann

Auf dieser historischen Postkarte aus dem Jahr 1913 sind die Pfarrkirche St. Johannes Baptist, das Gasthaus Kösters und Kösters Scheune zu sehen. Ganz rechts, vor der Kirchschule, ist das Denkmal zu erkennen. Doch wo ist es geblieben? Das fragt sich Günter Potthoff. Foto:

Es war ein Donnerstag, an dem die neu erbaute Chaussee von Hövelhof nach Stukenbrock für den damals noch recht spärlich fließenden Straßenverkehr vom damaligen Landrat Walther Jentzsch und anderen hohen Persönlichkeiten freigegeben wurde. Die Delegation fuhr mit dem Wagen von Hövelhof nach Stukenbrock und noch ein Stück weiter bis zum Ende der Straße an der Kreisgrenze (Dalbker Papierfabrik). Anschließend ging es wieder zurück nach Stukenbrock, wo ein gemütlicher Frühschoppen eingenommen wurde. Auf einem Platz gegenüber der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, neben dem Gasthaus Kösters und vor der Kirchschule gelegen, hatte die Gemeinde Stukenbrock Landrat Jentzsch ihre Dankbarkeit in Form eines Denkmals gezeigt.

Doch wo ist dieses Denkmal geblieben? Diese Frage stellt sich auch Günter Potthoff. „Das von einem eisernen Gitter umgebene Denkmal ist irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg leider abgerissen worden. Damit ist ein wichtiges Stück der Ortsgeschichte von Stukenbrock verloren gegangen“, sagt der Heimatforscher. Daher richtet Günter Potthoff einen Aufruf an die ältere Generation. Wer etwas über den Verbleib des Denkmals sagen kann, der meldet sich bitte unter der Telefonnummer 05207/8395 beim Heimatforscher.

Das Denkmal war aus „freiwilligen Beiträgen“ errichtet worden, auf einer schwarzen Marmortafel war mit goldener Schrift zu lesen: „Dem Königlichen Landrat Herrn Walther Jentzsch gewidmet bei der Eröffnung dieser Straße von der Gemeinde Stukenbrock – 1889“. In einem historischen Dokument erinnert sich ein damaliger Zeitzeuge: „Ein hübsches, eisernes Geländer umgibt dasselbe, welches wie das Denkmal selbst zur Feier des Tages mit Blumengebinden und Fähnchen geschmückt war. Hier angelangt, nahm der Herr Vorsteher Hachmann das Wort und drückte in tief empfundener Weise dem Herrn Landrat den Dank der Gemeinde aus und überreichte gleichzeitig den Schlüssel zum Denkmal, welchen zwei weiß gekleidete kleine Mädchen auf bekränzter Schüssel darboten.“

Der Landrat soll sich der Überlieferung nach geschmeichelt gefühlt und mit folgenden Worten geantwortet haben: „Die Gemeinde hat dieses Denkmal auf dem schönen freien Platz aus freiwilligen Beiträgen errichtet, um hierdurch den Zeitpunkt zu kennzeichnen, mit welchem die Gemeinde Stukenbrock in einen neuen Abschnitt ihrer Entwicklung eintritt. Sie, lieber Gemeindevorsteher, haben mir dieses Denkmal übergeben. Ich nehme es mit dem herzlichsten Dank an, aber nicht für mich allein, sondern Namens aller derjenigen, welche bei der Herstellung der neuen Verkehrsstraße mitgewirkt haben. Wir werden stets gern hierher kommen, um uns vom Wohlstand der Gemeinde zu überzeugen. Unsere herzlichen Wünsche an dieser Stelle gelten dem Aufblühen und Gedeihen derselben. Die Gemeinde Stukenbrock lebe hoch!“

Startseite