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Verbraucherzentrale geht gegen hohe Neukundentarife vor

Stadtwerke Gütersloh und andere Versorger abgemahnt

Gütersloh/Bielefeld

Die Verbraucherzentrale NRW geht juristisch gegen die unterschiedliche Behandlung von Neu- und Bestandskunden bei Strom- und Gasgrundversorgern vor. Drei Anbieter – darunter die Stadtwerke Gütersloh – haben Abmahnungen erhalten.

Von dpa und Oliver Horst

Kunden, deren Energieanbieter die Lieferung einstellt, landen automatisch beim Grundversorger. Dort bezahlen sie oft deutlich mehr als die Bestandskunden, bemängeln Verbraucherschützer. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Ebenfalls abgemahnt werden Rheinenergie  und die Wuppertaler WSW Energie & Wasser. Diese seien als Musterfälle zu verstehen, erklärte die Verbraucherzentrale.

Es gebe noch einige weitere Versorger wie etwa die Stadtwerke Bielefeld, die nach einem bestimmten Stichtag hinzugekommene Neukunden zu oft doppelt oder dreifach so hohen Preisen mit Strom und Gas beliefern wie Bestandskunden in der Grundversorgung. Die Stadtwerke Bielefeld sind mit 49,9 Prozent auch Mehrheitseigentümer der Stadtwerke Gütersloh.

Die Anbieter verweisen auf stark gestiegene Beschaffungspreise. Sie müssten für   die Neukunden, die zum Teil nach Lieferstopps oder Insolvenzen ihrer früheren Anbieter in der Grundversorgung gelandet sind, zusätzliche Mengen einkaufen.

Die Verbraucherzentrale sieht – unabhängig von den Turbulenzen am Energiemarkt – in der Aufspaltung der Grundversorgungstarife nach Neu- und Bestandskunden einen Verstoß gegen das Energierecht. Die abgemahnten Versorger seien aufgefordert worden, die Spaltung binnen einer Woche aufzuheben. Andernfalls behält sich die Verbraucherzentrale weitere rechtliche Schritte wie Klagen vor.

Rheinenergie will Tarife wieder absenken

Parallel zu den Abmahnungen riefen die Verbraucherschützer die   Energiekartellbehörde Nordrhein-Westfalen zum Handeln auf. Rheinenergie habe bereits eine Absenkung des Tarifs angekündigt. Die Stadtwerke Gütersloh verlangen von Neukunden seit 21. Dezember fast 92 statt zuvor rund 30 Cent je Kilowattstunde Strom.

Neben dem akuten Problem sieht die Verbraucherzentrale   die Politik generell zum Handeln gegen hohe Energiepreise gezwungen.

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