1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Steinhagen
  6. >
  7. „Alte Schule neu, nur schöner“

  8. >

Planungsbüro stellt Machbarkeitsstudie für Neubau der Grundschule Brockhagen vor

„Alte Schule neu, nur schöner“

Steinhagen-Brockh...

Bei der ersten Sitzung des neuformierten Ausschusses für Schulen, Jugend, Sport und Kultur stand der anvisierte Neubau der Grundschule Brockhagen im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses.

Johannes Gerhards

Weil der Sanierungsaufwand am 1960 errichteten Gebäude der Grundschule Brockhagen zu hoch ist, soll es für einen Neubau abgerissen werden. Foto: Volker Hagemann

Ausschussvorsitzende Gabriele Hartleif begrüßte neben den neuen Mitgliedern und sachkundigen Bürgern auch eine „unglaublich große Zahl“ an Zuschauern, die sich trotz Corona im Ratssaal versammelt hatten.

Der Ausschuss hatte im Juni beschlossen, das Planungsbüro Drees & Huesmann aus Sennestadt mit der Erarbeitung eines Neuordnungskonzeptes zu beauftragen. Architekt und Stadtplaner Alois Lompa präsentierte verschiedene beispielhafte Schemaskizzen, die nach mehreren Treffen mit der aus Verwaltung, Schulleitung, Elternvertretung und Vertretern des Planungsbüros bestehenden Projektgruppe entstanden sind. Unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzeptes der Schule und der allgemein gültigen Richtlinien für Raumgrößen wurde ein Raumprogramm entwickelt, das allen schulischen Anforderungen bestmöglich entsprechen soll und gleichzeitig eine multifunktionale Nutzung des Gebäudes ermöglichen soll.

Neben einer Neugestaltung am jetzigen Standort wurde auch ein Neubau auf dem benachbarten Parkplatz untersucht. Aufgrund der erst vor kurzem erfolgten Neugestaltung der Sportanlagen und der damit verbundenen Investitionen wurde dieser Standort nach einer Ortsbegehung verworfen. Auf der Parkfläche wäre das Raumangebot zwar in einem zweigeschossigen Bau abzudecken, die notwendige Schulhofgröße von 1200 Quadratmetern lässt sich hier nach Angaben der Planer jedoch ohne Grundstückszukauf nicht realisieren.

Demzufolge favorisieren sie das bisherige Schulgrundstück. Hier ließen sich die Schulabläufe, weitere Nutzungsangebote und deren Anordnung im Gebäude am besten realisieren. Zudem biete das an den öffentlichen Spielplatz angrenzende Grundstück das größte Entwicklungspotenzial für ein zukunftsorientiertes Neuordnungskonzept. Auf zwei Etagen sollen die Bereiche für Unterricht, offenen Ganztag, Lehrer und Verwaltung, Gemeinschafts- und Kreativräume sowie Nebenräume für Sanitär, Technik und Lager sinnvoll miteinander verknüpft werden. In den meisten Entwürfen bleibt das bestehende Atrium auf Wunsch der Projektgruppe als zentrales Element erhalten.

Die voraussichtlichen Baukosten belaufen sich laut Alois Lompa auf rund 13,5 Millionen Euro. Davon werden 25 Prozent als Baunebenkosten veranschlagt, über anfallende Abrisskosten gibt es noch keine konkreten Angaben. In der anschließenden Debatte ging es hauptsächlich darum, inwieweit die Entwürfe eine Vorfestlegung bedeuten. Silke Wehmeier (FDP) brachte es mit der Bemerkung „Wir bauen die alte Schule neu, nur schöner“ auf den Punkt. Detlef Gohr (Grüne) sorgte sich ebenfalls um eine zu deutliche Richtungsvorgabe und forderte, energetische Vorgaben wie nachhaltige Bauweise, Dachbegrünung und im Hinblick auf Corona-Erfahrungen auch entsprechende Filteranlagen unbedingt zu berücksichtigen.

„Wir müssen klar sagen, was uns wichtig ist“, betonte Bürgermeisterin Sarah Süß und wies darauf hin, dass hier und heute keine definitive Entscheidung fallen muss. Dennoch glaubt auch Sarah Süß: „Je genauer die Vorgaben, desto weniger überraschend die Ergebnisse.“ Die vorgestellten Entwürfe sollen zunächst in den Fraktionen beraten werden. Bei der nächsten Ausschusssitzung im Januar werde man beraten, wie es konkret weitergehen kann.

Die Auftragsvergabe kann entweder durch einen Architektenwettbewerb oder ein Verhandlungsverfahren eingeleitet werden. Nach Ansicht des Innenarchitekten Thomas Geppert werde beim Wettbewerb nach der besten Lösung gesucht, während nach der alternativen Vorgehensweise zunächst der Planer für eine spätere Lösung feststehe. Ein Wettbewerb unter gesetzten und ausgelosten Teilnehmern, die die Maximalzahl von 20 nicht überschreiten sollten, stelle die beste Möglichkeit dar, zum gewünschten Ergebnis zu kommen. In der jeweiligen Jury müssen Architekten als Fachpreisrichter immer eine Stimme Mehrheit gegenüber den auslobenden Sachpreisrichtern haben. Über die genaue Zusammensetzung des Entscheidungsgremiums kann die Gemeinde in Eigenregie entscheiden, Geppert rät aber von zu vielen Personen ab.

In seinen Augen spricht neben Zeitvorteil und Wirtschaftlichkeitsaspekten auch die Tatsache, dass bereits grundsätzliches Einvernehmen auf der Grundlage eines Vorentwurfs erzielt wurde, ganz klar für einen Architektenwettbewerb. Seine Erfahrungen zeugen von einem großen Mehrwert an Lösungen, wie Beispiele in anderen Städten zeigen.

Startseite
ANZEIGE