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Jedenfalls bei grüner Welle – CDU Steinhagen startet Praxis-Test zur Mobilität

AST schlägt Rad, Auto und Bus

Steinhagen  (WB). Es hat ein bisschen was von Hase und Igel: Wer ist schneller? Die Steinhagener CDU hat jetzt eine ungewöhnliche Mobilitätsaktion auf die Beine gestellt, bei der sich sechs Gemeinderatskandidaten einem Wettrennen stellen. Welches Verkehrsmittel ist das schnellste zwischen dem Johannes-Busch-Haus an der Waldbadstraße und dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus an der Brockhagener Straße? Auto, Fahrrad, Anruf-Sammeltaxi (AST), Linienbus oder der Fußgänger?

Annemarie Bluhm-Weinhold

Bei der Mobilitätsaktion drückt Axel König (vorne) als erster auf die Stoppuhr von Birgit Lutzer, (hinten von links) Detlef Temme, Lars Steinmeier, Bürgermeisterkandidat Hans-Heino Bante-Ortega, Annette Laupichler, Cordula Liehr und Frank Linkert. Foto:

„Wir wollen zeigen, dass es in der Gemeinde viele Baustellen bei der Mobilität gibt. Insbesondere auch zu viele Autos im Ortskern“, sagt Ratsherr Lars Steinmeier, verkehrspolitischer Sprecher der CDU Steinhagen, der die Idee von Birgit Lutzer umsetzte. Er selbst fuhr die etwa zweieinhalb Kilometer lange Strecke über die Bielefelder Straße mit dem Auto, Annette Laupichler stieg in den Bus, Frank Linkert war zu Fuß unterwegs, Axel König bestellte das AST, und mit dem Fahrrad waren Cordula Liehr durchs Brok und Detlef Temme über die Bielefelder Straße unterwegs. Alle starten am vergangenen Dienstagnachmittag kurz vor 17 Uhr an der Bushaltestelle gegenüber dem Busch-Haus.

Vier Minuten mit dem AST

Und der Sieger ist... Axel König. Nach nur vier Minuten setzt ihn das AST bereits am Bonhoeffer-Haus ab. „Zufall“, kommentiert er. Das Anruf-Sammeltaxi habe Grüne Welle gehabt. „Ich war der einzige Fahrgast“, so König. Denn eine AST-Tour kann sich mitunter auch hinziehen – hängt sie doch von den Zielen der Fahrgäste ab. Pluspunkt des AST: sein streckenunabhängiger Preis von nur einem Euro für Rentner, zu denen auch Axel König zählt, Kinder und Schwerbehinderte, zwei Euro im Normaltarif. Nachteil: Es muss mindestens eine Stunde vor Abfahrt gebucht werden. Axel König hatte sogar am Abend vorher schon angerufen.

Nach sieben Minuten trifft Cordula Liehr als zweite ein: „Der Weg durchs Brok ist jetzt nach dem Ausbau noch schneller“, sagt sie. Nur eine Ampel an der Liebigstraße, die Baustelle am ZOB sei auch problemlos zu queren gewesen, doch am Marktplatz sei sie mit ihrem E-Bike durch Tempo 10 und die Bauarbeiten etwas ausgebremst worden. Nach 9 Minuten und 18 Sekunden trudelt Lars Steinmeier mit dem Auto ein – viel Verkehr, etliche Ampeln rot. Nach 13 Minuten trifft Detlef Temme ein, der mit dem Rad die Bielefelder Straße entlang gefahren ist: „Vier von fünf Ampeln waren rot“, sagt er und moniert zudem die teils irreführende und widersprüchliche Beschilderung, etwa an der Bielefelder Straße/Meschers Hof, wo ein Schild das Ende des Radweges ankündigt, ein Piktogramm auf dem Boden aber weiterhin das Fahrradsymbol anzeigt.

Annette Laupichler braucht mit dem Bus 14 Minuten von der Waldbadstraße bis zur Haltestelle vor der Begegnungsstätte am Bonhoeffer-Haus: „Er war drei Minuten zu spät bei der Abfahrt, hat das aber wieder reingeholt.“ Die Fahrtdauer findet sie in Ordnung. Manko indes sind der Fahrpreis von 2,50 Euro für die relativ kurze Strecke sowie die Taktung: Der Bus fährt nur einmal pro Stunde.

Auch der Fußweg durchs Brok ist schnell

Schlusslicht, wie zu erwarten, Frank Linkert als Fußgänger – und dennoch unerwartet schnell mit nur 25 Minuten. Er hat offenbar auch eine schnelle Strecke gefunden: „Ich bin auch durchs Brok gegangen“, sagt er, weist aber auf die hohe Frequenz der Fahrradfahrer dort hin: „Da kann man sich als Fußgänger schon bedrängt fühlen“, sagt er. Was ihm gefehlt hat: die Querungshilfe vor dem Rathaus. Doch sie ist bekanntlich bereits geplant und wird im Zuge der Sanierung der Straße Am Pulverbach gebaut.

Lars Steinmeier nimmt aus diesem Versuch folgende Erkenntnis mit: „Wir brauchen ein Gesamt-Mobilitätskonzept, um den ÖPNV zu stärken, eine bessere Taktung zu erreichen und den Bürgern auch Alternativen zum Auto anbieten zu können.“ Auch der Weg durchs Brok müsse noch bekannter gemacht werden.

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