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Tiere laufen auf die Umgehung

Ausgebüxt: Pferde halten Polizei auf Trab

Steinhagen-Brockhagen/Halle (WB). Ende gut, alles gut: Der Ausbruch von fünf Pferden von einer Koppel in Vennort und ihr Ausflug über die Umgehungsstraße ist am Sonntagabend glimpflich ausgegangen. Die Pferde sind wohlbehalten wieder im Stall, niemand wurde verletzt, und der Schaden zweier leichter Verkehrsunfälle hält sich mit 250 Euro in Grenzen.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Am Mönkeweg/Brockhagener Straße in Niehorst ereignete sich der erste Unfall.           Foto: Bluhm-Weinhold

Doch den Schreck wird der Besitzer der Pferde wohl nicht so schnell vergessen: Am Sonntagabend hat er noch einmal nach den sechs Tieren auf der mit einem Zaun, Kunststoffband und Strom gesicherten Koppel geschaut. »Schon am Sonntagmorgen muss etwas vorgefallen sein. Ein Pferd war außerhalb der Weide. Wir haben den Zaun gerichtet und wollten abends noch einmal kontrollieren«, schildert er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Pferde gerieten plötzlich in Panik

»Als wir kamen, standen die Pferde auf der anderen Seite der Weide. Dann rannten sie plötzlich in Panik los, von einer Richtung in die andere und schossen schließlich durch den Zaun und ein angrenzendes Maisfeld.« Was die Pferde derart in Panik versetzt habe, sei ihm ein Rätsel.

Sofort rief der Pferdehalter die Polizei. Ein Pferd war noch auffindbar, die anderen weg. Die fünf Tiere rannten auf die Umgehungsstraße. Auf Gütersloher Gebiet in Höhe des Mönkewegs streiften sie gegen 21 Uhr den linken Außenspiegel des Renaults eines Güterslohers (45), der Richtung Gütersloh fuhr, und zerstörten diesen. Zu einem weiteren Unfall kam es gegen 21.08 Uhr an der Kreuzung zum Gewerbegebiet Brockhagen, wo sie den Außenspiegel vom Skoda eines Hallers (45) streiften.

Eingefangen in Künsebeck

Die Polizei nahm die Verfolgung auf, auch der Besitzer und seine Familie waren auf der Suche nach den Tieren. Bis nach Künsebeck galoppierten die Pferde, wo sie sich an der Kreisstraße gegen 22 Uhr einfangen ließen. Im Stall eines Anwohners haben sie übernachtet. Gestern sind sie vom Tierarzt untersucht worden. »Vier sind unverletzt, eines hat eine Abschürfung am Bein«, so der Halter.

Bei dem Unfall hätte weitaus Schlimmeres passieren können. Wie verhält man sich aber als Autofahrer, wenn einem ein hunderte Kilo schweres Pferd entgegenkommt? Das ist etwas anderes als ein Reh. »Kontrolliert bremsen und versuchen, das Auto nicht zu verreißen«, rät Polizeisprecherin Katharina Felsch.

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