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Die Steinhagener Petra und Holger Focken-Kremer reisen mit dem Motorrad durch Marokko

Bis in die Sahara und zurück

Steinhagen (WB). Rot-goldene Sonnenaufgänge über der Wüste, quirlige Orte mit farbenfrohen Märkten und offenherzige Menschen: Petra und Holger Focken-Kremer haben die Eindrücke in Marokko regelrecht aufgesogen. Von Steinhagen bis an den Rand der Sahara und zurück: 7200 Kilometer haben sie mit dem Motorrad zurückgelegt.

Volker Hagemann

Foto: Holger Focken-Kremer

»Nur mit dem Allernötigsten auf dem Motorrad in eine andere Kultur und in eine ebenso faszinierende Naturlandschaft einzutauchen – das fasziniert mich, macht mich glücklich«, sagt Holger Focken-Kremer. Nicht zum ersten Mal reiste er jetzt auf zwei Rädern durch das nordafrikanische Land. Dem Motorradfahren frönt der 62-Jährige seit seiner Jugend. Vor zwölf Jahren startete er mit einem Freund abenteuerlustig erstmals nach Marokko, weitere Touren dorthin folgten.

Wie passend, dass sich auch Ehefrau Petra dafür begeistert: Sie fährt ebenfalls Motorrad, nahm zuvor mit dem Fahrrad die Alpen und die Pyrenäen unter die Räder. Später ging es mit den Söhnen Marcel-Luca und Tom plus Hund auf Motorrad-Tour. Als »Kinder und Hund aus dem Beiwagen herausgewachsen waren«, wie sie sagt, fuhr das Paar zu zweit los. Inzwischen konzentriert man sich auf die gemeinsame BMW 1200 GS Adventure, auf der die 56-Jährige ihren Mann als Sozia begleitet: »So kann ich viel intensiver die Eindrücke unterwegs aufsaugen.«

Petra Focken-Kremer

Davon gab es auf der fünfwöchigen Tour jede Menge. Von Steinhagen ging’s zunächst nach Sète; in der südfranzösischen Hafenstadt starten Fähren nach Tanger in Nord-Marokko. Über Tetouan ging’s in die »blaue Stadt« Chefchaouen: »Die Medina, die Altstadt, ist mit ihren blau-weiß gekalkten Häusern äußerst malerisch«, sagt Holger Focken-Kremer. Sowohl hier als auch auf der weiteren Route über Fes und Azrou in den Süden hat die beiden eines immer wieder berührt: »Die Menschen sind so offenherzig und hilfsbereit.« Was Petra Focken-Kremer vor Straßencafés oft erlebte: »Wenn ich vom Motorrad stieg, wurde in den Männerrunden gestaunt, sofort half man mir von der Maschine, bot Tee an.«

Statt in Hotels lieber im Zelt übernachtet

Die herzlichen Begegnungen führen sie und Ehemann Holger vor allem auf eins zurück: »Auch wenn rein materiell weniger Wohlstand herrscht – es ist wichtig, sich auf Augenhöhe mit Respekt zu begegnen. Schon wenn wir den Menschen von der überwältigenden Schönheit ihres Landes vorschwärmen, ist das Eis gebrochen.« Zudem übernachten die beiden statt in touristisch geprägten Hotels im Zelt. »So kommt man der Natur viel näher«, sagt Holger Focken-Kremer, der 32 Jahre lang in Bielefeld ein Geschäft für Outdoor-Ausrüstung führte.

Durch die Dades-Schlucht mit Feigen- und Walnussbäumen

Überhaupt seien die Eindrücke vom Motorrad aus besonders intensiv, sagt der 62-Jährige, nennt etwa die genussvolle Tour durch »die unglaublich schöne Dadès-Schlucht mit Feigen-, Walnuss- und Obstbäumen.« Im Süden endet kurz vor der algerischen Grenze die Asphaltstraße nahe der Oase Zagora. »Hier, am Rand der Sahara, genießt man völlige Stille, spürt, wie klein man ist.«

Erlebnisreich gestaltete sich auch die Route zurück, vorbei an Marrakesch und Rabat gen Norden. Davon kündet unter anderem ein kleines handgemachtes Holz-Kamel, das ihnen unterwegs ein kleiner Junge verkaufte. »Der Kauf solcher handgemachten Dinge ist auch eine Wertschätzung«, findet Holger Focken-Kremer.

Die Steinhagener Globetrotter träumen schon von weiteren Motorradzielen: »Vielleicht mal durch die Türkei in den Iran...«

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