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Umbau der Steinhagener Bürgerberatung soll Privatsphäre und Datenschutz verbessern

Bitte nicht mithören

Steinhagen (WB). Oft geht es hier um persönliche, sensible Dinge: Besuchern der Bürgerberatung im Rathaus soll mehr Privatsphäre ermöglicht werden. Daher soll das Großraumbüro modernisiert werden.

Volker Hagemann

So sieht das Großraumbüro der Bürgerberatung heute aus. Bei der Planung der Umgestaltung konnten die Mitarbeiterinnen Lisa Hessel, Lareen Trojak, Mandy Herok und Amtsleiterin Ellen Strothenke (von links) ihre Erfahrungen und Wünsche einbringen. Foto: Volker Hagemann

Die jetzige Situation in der Bürgerberatung ist in puncto Datenschutz nicht ideal. Sitzen in dem Großraumbüro und dem angrenzenden Raum mehrere Kunden gleichzeitig an den recht nah nebeneinander stehenden Schreibtischen, kann jeder mithören, was nebenan besprochen wird.

Vom Personalausweis bis zur Adressänderung nach Scheidung

Das Verlängern des Personalausweises oder das Abmelden des Autos sind da noch die eher harmlosen Anliegen. »Doch beim Beantragen eines Schwerbehindertenausweises oder bei der Adressänderung nach Trennung oder Scheidung möchte man wohl keinen Mithörer am Neben-Schreibtisch«, nennt Amtsleiterin Ellen Strothenke zwei Beispiele.

Die Bürofläche im Erdgeschoss ist begrenzt, ein Anbau oder gar Umzug nicht vorgesehen. Architekt Oliver Stüwe und seine Kollegin, Innenarchitektin Janine Ostermann, setzen daher auf neue, 2,15 Meter hohe Trennwände. Sie sollen einerseits Schall schlucken und damit das Mithören möglichst verhindern, gleichzeitig vor neugierigen Blicken schützen. »Ganz besonders sensible Gespräche können notfalls auch in mein Büro verlegt werden«, ergänzt Ellen Strothenke.

Demnächst passé: Schnell mal auf den Bildschirm zu lugen

Zur Fensterreihe hin bleibt der Bereich im Großraumbüro offen, damit die Mitarbeiter sich weiter austauschen können. Um den jeweiligen Bildschirm und die dazugehörigen Unterlagen vor neugierigen Blicken zu schützen, könnte ein Teil jedes Schreibtischs mit einem weiteren 60 Zentimeter hohen Sichtschutz abgetrennt werden. Denn ein weiteres Problem ist derzeit, dass die Aktenschränke an den Raumwänden verteilt stehen; verlässt ein Mitarbeiter dafür seinen Platz, nutzen manche Besucher diesen Augenblick, schnell einen Blick auf den Bildschirm oder eigentlich nicht zugängliche Unterlagen zu werfen.

Oliver Stüwe und Janine Ostermann schlagen vor, die Schränke möglichst zusammen hinter den vier Beratungsplätzen zu platzieren. »Wir haben die Mitarbeiter nach Arbeitsabläufen und Gewohnheiten befragt, um auch danach zu planen«, betont Janine Ostermann.

Planerische Schwierigkeiten

Bei der Vorstellung dieser ersten Planungen im Haupt- und Finanzausschuss äußerten die Politiker allerdings auch Bedenken. Etwa, dass auch künftig Tageslicht direkt auf die Bildschirme fällt. Das sei leider, so die Planer wegen der räumlichen Voraussetzungen kaum zu ändern. Weiteres Problem: die Hitze in den Räumen im Sommer. Vorschläge, über den Einbau einer Lüftungs- oder Klimaanlage nachzudenken, gaben Herbert Mikoteit (CDU) und Bürgermeister Klaus Besser (SPD) einen Korb: »Dann müsste man wegen der Gleichberechtigung das ganze Rathaus damit ausstatten – viel zu teuer!«

So wie jetzt vorgestellt, würde der Umbau der Bürgerberatung 165.000 Euro kosten. Eine Entscheidung soll im Rahmen der Haushaltsplanberatung fallen.

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