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Aktionsbündnisse auch in Steinhagen und Brockhagen gegründet

Bürger wollen mitmischen

Steinhagen  (WB). Das Beispiel macht Schule: Das Aktionsbündnis Amshausen hat Ableger in Steinhagen und Brockhagen bekommen. Das Ziel: Bürgermitwirkung ermöglichen bei Bau- und Verkehrsplanung, beim Erhalt dörflicher Strukturen und Naturschutz.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Dr. Birgit Lutzer, Gaby Schramm und Peter Petersen (von links) sind die Ansprechpartner der Aktionsbündnisse in den Ortsteilen. Ihnen gehören auch Susanne Strothenke, Arthur Picker, Axel König und Dirk Schramm als Mitglieder an. Foto: Bluhm-Weinhold

Bei der KWG-Planung an der Finkenstraße und bei der Erschließung des Neubaugebiets erheben die Mitglieder vom Aktionsbündnis Amshausen regelmäßig ihre Stimme. »Ich habe immer mehr Anfragen auch aus den anderen Ortsteilen bekommen«, sagt Dr. Birgit Lutzer, die das Aktionsbündnis Amshausen maßgeblich mitinitiiert hat. Doch da die Amshausener vor allem für ihre Belange eintreten wollen, lag es nahe, Ableger in den anderen Ortsteilen zu gründen und dafür Ansprechpartner zu finden. Mit Gaby Schramm für Brockhagen und den Ströhen sowie Peter Petersen für Steinhagen ist das nun gelungen. Mehr als 30 Mitglieder zählen die Bündnisse inzwischen.

Die Themen brennen den Mitgliedern offenbar geradezu unter den Nägeln. So berichtet Gaby Schramm von ihrem vordringlichen Anliegen: dem Naturschutz. Zwei massive Kahlschläge hat sie in der Patthorst erlebt: »Aber meine Beschwerden bei der Gemeinde sind verpufft.« Zugleich nehme sie wahr, wie dramatisch das Artensterben vor Ort sei. Sie will weitere Mitstreiter wie Imker, die Dorfmilch-Bauern und den Fittkeverein gewinnen und Vorträge organisieren. Ebenfalls ein Anliegen ist ihr die Sanierung maroder Landwege. Die Planung für das Neubaugebiet an der Riegestraße, die Verkehrsanbindung des Ortsteils – weitere Betätigungsfelder.

Themen von mehr Mülleimern bis zum Radwegekonzept

Peter Petersen wird nach seinem Abschied vom Vorsitz und aus der UWG im Mai 2019 nun erneut politisch aktiv. Die Arbeit des Aktionsbündnisses Amshausen hat auch ihn, den Steinhagener, wie er berichtet, bewogen, Mitglied zu werden. Themen, die es mitzugestalten gilt, gibt es aus seiner Sicht in Steinhagen genug: Die Neugestaltung der Straße Am Pulverbach und des ZOB, die Sanierung der Bahnhofstraße, das Radverkehrskonzept, zählt er auf. Was ihn aufregt, ist die oftmals rücksichtslose Nutzung des Gehwegs an der Brockhagener Straße durch Radfahrer. Was er hochgefährlich findet, ist die Kreuzung Hilterweg/Brockhagener Straße: »Gelder für einen Kreisel stehen zur Verfügung. Aber der Landesbetrieb verweigert den Bau. Da muss die Gemeinde mehr Druck machen«, findet er.

Anträge werden gemeinsam gestellt

Die Anliegen gehen den Mitgliedern der Aktionsbündnisse nicht aus: Arthur Picker beispielsweise kritisiert die Verkehrsanbindung Amshausens massiv. Susanne Strothenke sagt, sie sehe viel Handlungsbedarf im Kleinen, etwa bei der Ausstattung der Wanderwege im Teuto und in der Patthorst mit Abfalleimern. Und Axel König, einst Streiter in der STU für die A33-Südtrasse, kritisiert Wohnbaumaßnahmen der Gemeinde in Bereichen wie an der Swinemünder und Wolliner Straße, die durch die Autobahn ohnehin schon besonders verlärmt sind.

Birgit Lutzer will aus dem Hintergrund, wie sie betont, Unterstützung für die Koordination auch in den neuen Aktionsbündnissen leisten. »Anträge an die Steinhagener Kommunalpolitik werden wir ohnehin gemeinsam stellen«, sagt sie.

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