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Juso-Bundesvorsitzender besichtigt mit SPD das BANG-Ausbildungszentrum

Da ist auch Kevin Kühnert beeindruckt

Steinhagen/Werther (WB). Was im Kreis Gütersloh für Auszubildende getan wird, das beeindruckt den Gast aus Berlin: Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos und stellvertretender SPD-Vorsitzender hat am Freitag in Brockhagen mit dem „Beruflichen Ausbildungs-Netzwerk im Gewerbebereich“ (BANG) ein ungewöhnliches Konzept kennen gelernt, um junge Leute besser in den Beruf zu bringen.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Thema Metallverarbeitung: (von links) Bereichsleiterin Sybille Petry und Ausbilder Josef Glas erläuterten Ina Bolte, Kevin Kühnert, Veith Lemmen und Sarah Süß die hochmodernen Anlagen, an denen die Azubis im BANG-Zentrum lernen. Foto: Bluhm-Weinhold

Gemeinsam mit der Steinhagener SPD-Bürgermeisterkandidatin Sarah Süß und dem Wertheraner Kandidaten Veith Lemmen, ein Freund von Kühnert, sowie weiteren SPD-Mitgliedern sah sich der Juso-Vorsitzende das erst seit gut zwei Jahren arbeitende Zentrum an der Michaelisstraße in Brockhagen an, das mit hochmoderner Technik und High-Tech-Anlagen wie Laser-Stanze, Gewindeschneider und selbst einem Roboter zum Abkanten und Biegen der Bleche ausgestattet ist. Neuerdings verfügt es auch über eine Elektro-Werkstatt. BANG wird getragen von 44 mittelständischen Unternehmen, die durch die überbetriebliche Ausbildung ihren zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern suchen. Eine der Säulen ist die Firma Hörmann, die auch Vermieterin der Räume ist. Auch die Wertheraner Firma Sandvik gehört dem BANG-Netzwerk an.

„Der Level, auf dem die technische Ausstattung ist, hat mich sehr beeindruckt. Das ist für die Auszubildenden ein Riesen-Vorteil, der sich auch als Referenz gut macht“, so Kühnert, der auch die Netzwerk-Idee lobte, weil sie Verbundenheit schaffe und die Kräfte bündele. „Viele Unternehmen, die alleine ausbilden, überlegen in der derzeitigen Situation, ob sie das noch können“, so Kühnert.

SPD Steinhagen startet Ausbildungsinitiative

Das Thema Jugendarbeitslosigkeit beschäftigt Kevin Kühnert stark – ebenso wie die Steinhagener SPD: „Wir haben eine Ausbildungsinitiative gestartet“, sagt Bürgermeisterkandidatin Sarah Süß. Und Ina Bolte, Vorsitzende des Ausschusses für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration im Gemeinderat, schwebt eine Berufsmesse vor, für die man auch die BANG-Netzwerkkontakte nutzen könnte. „Wir wollen auch Berufsbilder, die als nicht so sexy gelten, bekannt machen“, sagt sie.

Und dazu gehören nach den Erfahrungen der BANG-Mitarbeiter auch die Metall- und Elektroberufe. Doch sie tun etwas, um Nahcwuchs zu gewinnen: „Die Unternehmen, die hier beteiligt sind, sind Überzeugungstäter. Denn sie investieren in Ausbildung“, sagte Sibylle Petry von BANG. Der Erfolg gibt ihnen recht, die Abbrecherquote ist minimal, und Ausbildungsleiter Frank Icke weiß, woran das liegt: „Jeder wird mitgenommen, diejenigen, die etwas mehr Zeit brauchen ebenso wie die Überflieger“, sagt er. Lernzielkontrollen, vor allem aber eine intensive Betreuung sind die Erfolgsrezepte. BANG-Ausbilder Hasano Lazgen hat zudem im vergangenen Jahr für 27 Flüchtlinge einen speziellen Ausbildungsgang angeboten – mit der besonderen Herausforderung, Fachvokabular verständlich zu machen. „Es ist in der Prüfung keiner durchgefallen“, freut sich Frank Icke.

42 Plätze in den Werkstätten

17 neue Auszubildende des Lehrjahrs 2020 machen im Metallbereich derzeit ihre Einführung, zwölf Umschüler vom Job-Center sowie fünf Modulkunden, die bestimmte Angebote gebucht haben, kommen dazu. 42 Plätze in der Lehrfabrik Blech, 14 Plätze im Elektrobereich bietet allein das Brockhagener Zentrum an. Mit dem Zentrum in Verl zusammen kann BANG 101 Plätze anbieten.

Nach dem Besuch in Brockhagen setzte am Freitag Kühnert seine Altkreis-Tour fort: Mit Veith Lemmen ging es zu Bürgermeister Dirk Speckmann in Borgholzhausen und dann zum Rundgang durch Werther.

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