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Acht Freiwillige kümmern sich in der Gemeinde Steinhagen um die Pflege des touristischen Netzes

Damit die Wanderwege schön bleiben

Steinhagen

Was zeichnet einen schönen Wanderweg aus? Er soll Aussichtspunkte bieten – und eine besondere Vegetation. Er soll landschaftlich abwechslungsreich sein und eine verträgliche Länge haben. Zusätzlich zu diesen Punkten ist für Steinhagens Stadtmarketingmanager Simon Block aber auch wichtig: „Der Wanderer muss sich gut zurechtfinden und wissen, wo er ist und wie weit der Weg noch ist.“ Und da kommen sie ins Spiel: die Wanderwegepaten.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Die Wegepaten bei der Arbeit: In diesem Sommer waren erst einmal die bisherigen, nunmehr veralteten Bezeichnungen der Wanderwege zu entfernen. Neue Schilder markieren auch die neuen Wanderwege. Foto: Jürgen Obelode

Acht Männer und Frauen zwischen 50 und 70 Jahren, allesamt Naturliebhaber, Läufer oder Wanderbegeisterte sind regelmäßig auf den vier Wanderwegen im Teuto in Amshausen sowie in der Patthorst unterwegs und schauen nach dem Rechten. Ihr Blick gilt dabei zwar auch heruntergefallenen Ästen oder anderen Barrieren auf den Wegen, vor allem aber der Ausschilderung. Denn die Markierungen sind größtenteils ihnen zu verdanken, und die müssen nun auch weiterhin gepflegt werden. Als der Kreis Gütersloh jetzt morsche Bäume auf dem Leberblümchenweg fällen musste, „da waren das natürlich ausgerechnet welche, an denen auch unsere Schilder hingen“, sagt Jürgen Obelode.

Er hat die Wegepaten-Gruppe maßgeblich mit gegründet, als „ein ehrenamtliches Modell, mit dem Wanderwege unterhalten werden können“, wie Simon Block sagt. Als vor wenigen Jahren die Wanderwege in der Gemeinde neu konzipiert wurden, da startete der Stadtmarketingmanager einen Aufruf, dass sich Freiwillige für die Betreuung und Pflege melden sollten. Mit Erfolg. Über vier bis fünf Wochen haben sich jeweils zwei bis drei im Rathaus gemeldet Simon Block schickte sie mit Jürgen Obelode auf eine Probewanderung.

Jürgen Obelode, Mitglied des Heimatvereins Steinhagen, hat sich schon beim Weg für Genießer engagiert. Denn dort sind die Wegepaten als ein überörtliches Projekt gewissermaßen erfunden worden für den Altkreis Halle. In der Gemeinde hat es im Prinzip aber immer schon welche gegeben, auch wenn sie nicht so hießen: Seit etwa 40 Jahren sind Freiwillige mit dem Wanderwart des Heimatvereins Steinhagen, Wilfried Hermjakob, und der so genannten Donnerstagsgruppe des Heimatvereins Amshausen unterwegs gewesen, um den Zustand der Wege zu erhalten, wie Obelode schildert. Doch altersbedingt waren die Ehrenamtlichen zunehmend weniger in der Lage, die Touren noch zu unternehmen. „So ist mit der Umstellung auf das neue Wanderwegenetz auch ein Generationswechsel erfolgt.“

Zunächst einmal hatten die Wegepaten viel Arbeit mit der Markierung. Die alte – die an Bäume gemalten weißen Ziffern auf schwarzem Grund – war zu tilgen, die neue anzubringen. Nun prangen schön gestaltete Etiketten an den Bäumen, die den „Bergweltenweg“ und seine „Geschwister“ im Amshausener Berg anzeigen. Im Winter ruhen alle weiteren Arbeiten der Markierung, braucht doch der Kleber mindestens eine Lufttemperatur von zehn Grad. Dennoch wollen auch jetzt die Wege regelmäßig abgeschritten werden, im Teil-Lockdown geht das natürlich nicht in der Gruppe, sondern nur in Zweierteams. Den Zustand der Wege dokumentieren die Wegepaten im Logbuch auf ihrer internen Homepage. Dort tauschen sie sich auch aus, sprechen Termine ab und machen sich Notizen.

Doch auch wenn alle Arbeiten erledigt sind, geht man als Wegepate gerne in die Natur. „Die meisten waren schon vorher als Läufer unterwegs oder im ersten Lockdown auch viel mit der Familie. Aber trotzdem lernen sie jetzt noch einmal ganz neue Strecken kennen“, sagt Jürgen Obelode.

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