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Pfadfinder bauen in Eigenleistung ehemalige Veranda in Gruppenraum um

»Das Gemeinschaftsgefühl ist uns wichtig«

Steinhagen (WB). Als sie vor zwei Jahren damit begannen, den Hammer zu schwingen und ihre alte Veranda Stück für Stück abzureißen, war die Vorfreude unter den Pfadfindern groß. Schließlich mussten sie ihre Gruppentreffen lange Zeit in dem zugigen Vorbau ihres Vereinsheims verbringen – damit ist nun Schluss.

Sara Mattana

David Hofmann (links) und Stammesführer Simon Tönsing freuen sich darüber, nach zwei Jahren Bauzeit endlich den neuen Anbau am Pfadfinderhaus nutzen zu können. Der eingesäte Rasen muss noch wachsen. Foto: Sara Mattana

Die letzte große Weihnachtsfeier hatten die Pfadfinder noch genutzt, um den Innenbereich ihres neuen Anbaus schon einmal einzuweihen. »Jetzt ist auch der Rest fertig und es fehlt nur noch der Rasen vor dem Haus«, berichtet Stammesführer Simon Tönsing. Und auch darum haben sich die Pfadfinder bereits gekümmert – das Einsäen des Rasens war schließlich eine der einfachsten Aufgaben für die 90 Mitglieder.

Die Gemeinde und die Baufirma Twelmeier helfen beim Projekt mit

Denn in den vergangenen Monaten hieß es immer wieder Steine tragen, Holzbretter zusammennageln oder Dachbalken verlegen. »Da sind wirklich viele Samstage rein geflossen«, berichtet Simon Tönsing. Die 23.000 Euro, die die Gemeinde Steinhagen in dieses Projekt investiert hat, waren nämlich vor allem für die Materialkosten gedacht. Ganz auf sich allein gestellt waren die Pfadfinder bei der Arbeit dennoch nicht: Durch Maurermeister Olaf Halbrock, der lange Zeit selbst als Stammesführer aktiv war, bekam die Gruppe tatkräftige Unterstützung der Baufirma Twelmeier. So sorgten die Profis gemeinsam mit den Pfadfindern dafür, die alte Veranda in einen modernen und hellen Gruppenraum zu verwandeln. »Alle hatten viel Spaß bei der Arbeit und haben sich darauf gefreut, dass sich etwas verändert. Denn auf der Veranda hatte man oft das Gefühl, mehr draußen als drinnen zu sitzen«, sagt Simon Tönsing.

Das Ergebnis der harten Arbeit kann sich sehen lassen: Auf 66 Quadratmetern können die Stammesmitglieder nun ihre Prüfungen vorbereiten oder Planungstreffen abhalten. Denn ausreichend Gesprächsbedarf gibt es auch nach der Fertigstellung des Großprojekts allemal. Denn Simon Tönsing hat vor wenigen Monaten die Leitung von Dominique Witte übernommen und damit ein völlig neues Konzept für den Stamm »Roter Milan« etabliert.

Pfadfinder-Arbeit wird bei Verantwortlichkeiten neu strukturiert

Obwohl die Gruppe noch immer federführend von dem klassischen Vorstand geführt wird, bestehend aus dem Stammesführer, seinem Stellvertreter Hannes Kühl und dem Kassenwart Dominique Witte, teilt sich die Verantwortung nun auf insgesamt 14 Mitglieder auf. »Es gibt Beauftragte für verschiedene Themenbereiche wie die Gestaltung der Website, die Materialpflege oder die Küche«, sagt David Hofmann, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

So haben sie auch alle gemeinsam beschlossen, wie dem bisher noch etwas kahlen Gruppenraum mehr Leben eingehaucht werden kann. Helfen soll dabei ein großes Schuhregal, eine Pinnwand mit Fotos, ein Wimpelständer für die Fahnen und auch eine Bemalung der Wände ist angedacht. Bevor sie sich jedoch mit den Details der Dekoration beschäftigen kann, steht für die Stammesführung noch die Organisation ihres Jubiläums an.

20-jähriges Bestehen wird am 2. Juni mit Tag der offenen Tür gefeiert

Am Samstag, 2. Juni, feiert der Stamm sein 20-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Ab 14 Uhr findet dieser auf der Quellental-Wiese statt. Und während die Besucher sich nur an diesem Tag einen Eindruck vom Leben als Pfadfinder verschaffen können, feiern die Mitglieder dort selbst von Donnerstag bis Sonntag mit einem großen Zeltlager. »Wir feiern unter dem Motto ›Back to the roots‹ und versetzen uns in die Lage der Pfadfinder der ersten Stunde«, sagt Simon Tönsing. Denn als die Pfadfinderei in Afrika erstmals ins Leben gerufen wurde, lag der Schwerpunkt vor allem auf dem Spurenlesen, Logik und Sport. »Heute ist die Natur weniger geworden und der Fokus liegt auf dem Sozialen. Uns ist das Gemeinschaftsgefühl wichtig«, sagt Simon Tönsing.

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