1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Steinhagen
  6. >
  7. Den Kontakt halten im Zoom-Café

  8. >

Steinhagen

Den Kontakt halten im Zoom-Café

Steinhagen

Nicht nur bei den Gottesdiensten, auch bei sonstigen Veranstaltungen geht die Evangelische Kirchengemeinde Steinhagen neue digitale Wege. Und so treffen sich Interessierte statt im Kontakt-Café nun im Zoom-Café.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Pfarrer Christhard Greiling im digitalen Kontakt-Café, das derzeit Zoom-Café heißt: Die anderen „Café“-Gäste sieht er in der Zoom-Konferenz auf dem Bildschirm. Die ersten Veranstaltungen waren vielversprechend – jedenfalls, bis wieder Präsenz möglich ist. Foto: Greiling

Das Kontakt-Café ist ein bewährtes und beliebtes Format, um einmal im Monat zum Plaudern bei Kaffee und Kuchen und interessanten Vorträgen zusammenzukommen. Doch in Zeiten von Corona, wenn der Lockdown einen Riegel vorschiebt, sind auch Dietrich-Bonhoeffer-Haus und Begegnungsstätte zu. Pfarrer Christhard Greiling aber ging den digitalen Weg, auf den die Kirchengemeinde im Frühjahr eingeschwenkt war, einfach weiter. „Die Kirchengemeinde hat die Sonntagsvideos mit den Gottesdiensten gemacht. Um die Qualität zu verbessern, haben wir an einer digitalen Fortbildung teilgenommen, bei der ein Teilnehmer aus der Schweiz von seinem Zoom-Café in Genf berichtete“, erzählt Christhard Greiling.

Der Pfarrer fragte nach und erfuhr, dass man dabei zu einer bestimmten Zeit zum Kaffee zusammenkommt – nur dass jeder den Kaffee zu Hause trinkt und vorm Computer-Bildschirm sitzt und mit anderen plaudert. „Genau das ist ja auch die Idee unserer Begegnungsstätte: Leute zusammenzubringen“, so Greiling, der von der Anregung des Schweizers begeistert war.

Im Leitungsgremium und Mitarbeiterkreis in Steinhagen gab es schon Erfahrungen mit der Zoom-Konferenz. Und so bot Greiling Gemeindegliedern, die Interesse am virtuellen Zusammenkommen hatten, vor Weihnachten ein erstes Treffen an. Den Link ins Zoom-Café, den gaben die Teilnehmer selbst weiter.

Denn wie im echten Leben, so ist es auch in der digitalen Welt: Menschen treffen sich am liebsten in einer Runde, in der sie andere schon kennen. „Die meisten kommen über persönliche Kontakte“, sagt Greiling. „Der Gedanke, dass Leute dazukommen, weil sie einfach mal hineinschauen wollen, hat nicht funktioniert.“ Aber über die Homepage der Kirchengemeinde ist der Link jedem zugänglich – und jeder ist im virtuellen Kontakt-Café herzlich willkommen.

Und was wird so geplaudert von Bildschirm zu Bildschirm? „Vor Weihnachten war natürlich das Thema: Was macht ihr alle zu Weihnachten? Und als ich nach persönlichen Weihnachtsstücken fragte, da hat jeder seine Lieblingsstücke vor den Bildschirm geholt und erzählt“, berichtet Greiling. Die Teilnehmer haben sich verständigt, einmal im Monat zusammenkommen zu wollen – wie auch im realen Kontakt-Café. „Und bis wir uns dazu wieder in Präsenz treffen können, bleibt das digitale Format auch bestehen“, kündigt Christhard Greiling an. Nächster Termin ist Donnerstag, 4. Februar, 15.30 Uhr.

Von 14.45 Uhr an aber ist Christhard Greiling schon digital präsent. „Wir haben eine extra lange Einwahlzeit, damit auch technische Probleme noch geklärt werden können“, sagt der Pfarrer. Denn: „Nicht alle sind auch fit mit dem Medium“, sagt er. Die Altersgruppe des Kontakt-Cafés sind die Menschen im Ruhestand. „Inzwischen sind wir auch schon bei 70 plus, weil der Kern der Teilnehmer mit dem Kontakt-Café älter geworden ist.“

Doch das sagt nichts über ihre Bereitschaft, sich technisch neue Medien aneignen zu wollen. „Viele haben sich durch ihre Enkel schulen lassen und können das jetzt“, so Greiling. Außerdem hat er Wolfram Beer an seiner Seite, der in „normalen“ Zeiten auch die Computer-AG leitet und somit geschult ist, Hilfestellung zu geben. In der langen Einwahlphase kann jeder sich telefonisch melden, wenn es hakt. Und Greiling ist wichtig zu betonen: „Man muss keinen Computer haben. Es geht auch mit dem Smartphone. Man muss nur die App herunterladen.“

Neun Teilnehmer waren es beim jüngsten Zoom-Café. Damit hatte die Runde eine Größe, die noch in Vollversammlung digitale Plauderei erlaubte. „Aber wenn es nötig sein sollte bei mehr Teilnehmern oder gewünscht ist, dann kann man sich auch in Breakout-Konferenzen aufteilen und etwa zu viert miteinander plaudern“, so Greiling. Klar, im Café sitzt man ja auch nicht unbedingt an der großen Tafel, sondern an kleinen Tischen...

Startseite