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Lungenarzt Reiner Schröder ermuntert COPD-Patienten in Steinhagen zu viel Bewegung

»Den Teufelskreis durchbrechen«

Steinhagen (WB). Zu einer Fachtagung haben sich jetzt COPD-Patienten in Steinhagen getroffen. Der Lungenfacharzt Reiner Schröder hatte dazu eingeladen.

Malte Krammenschneider

Zahlreiche COPD-Patienten unternahmen jetzt mit dem Steinhagener Lungenfacharzt Reiner Schröder einen Spaziergang durch den Bürgerpark. Foto: Malte Krammenschneider

Der internationale Fachausdruck »COPD« ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung für »Chronic obstructive pulmonary disease« und bezeichnet eine chronisch-obstruktive (also sich verschleppende) Bronchitis. Die Atemwege sind extrem verengt, und Patienten haben vor allem Probleme beim Ausatmen. »Ich bin seit 25 Jahren in Steinhagen Lungenfacharzt und weiß, dass COPD zu den häufigsten Todesursachen zählt«, erklärte Reiner Schröder, der deshalb verstärkt auf das Thema aufmerksam machen möchte und allen Bürgern empfiehlt, die Hände von Glimmstängeln zu lassen, auf gesunde Ernährung zu setzen und sich regelmäßig zu bewegen.

Lungenfacharzt Reiner Schröder

Schröder und sein Praxis-Team hatten zu einer Fachtagung ins Restaurant »Il Tedesco« geladen, wo sich zahlreiche COPD-Patienten und weitere Interessierte versammelten, um den Ausführungen des Lungenexperten zu lauschen und anschließend unter dem Motto »Mein Atem – Mein Weg« einen Spaziergang durch den Bürgerpark zu unternehmen.

Letzterer Programmpunkt kam bei den Anwesenden besonders gut an und sollte verdeutlichen, wie wichtig Bewegung für gesunde oder bereits erkrankte Lungen ist. »Wir wollen die Patienten mit dem Spaziergang ermutigen, sich Lungensportgruppen anzuschließen. Allein 20 Minuten Bewegung an der frischen Luft reichen aus, um die Lebenserwartung mit COPD deutlich zu verlängern«, sagt Reiner Schröder, der allerdings auch auf die Gefahren einer Abwärtsspirale verweist.

Hierbei handelt es sich um einen Teufelskreis, in dem sich viele Erkrankte befinden, denn mit wenig Luft wollen oder können sich einige Patienten nicht bewegen. Weniger Bewegung bedeutet weniger Muskeln, und weniger Muskeln bedeuten weniger Kraft für die Lungen. »Einige ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück. Diesen Kreislauf müssen wir gemeinsam durchbrechen und aufzeigen, was mit regelmäßigem Training möglich ist«, so Schröder, laut dem 20 Minuten Bewegung auch vor Herz- und Kreislauferkrankungen schützt.

Rauchen als eine der größten Gefahren

»In den vergangenen zehn Jahren hat es Verbesserungen gegeben. Die Leute ernähren sich gesünder, treiben mehr Sport, und Raucher werden mittlerweile vor die Tür geschickt«, resümiert Schröder, der Rauchen als große Gefahr sieht, der mangelnden Bewegung jedoch eine nicht minder große Rolle bei Erkrankungen zuspricht. »Wir werden mehr und mehr zu Indoor-Menschen. Besonders Menschen, die in einem Büro arbeiten, sind betroffen. Es ist daher wichtig, Sport zu treiben und regelmäßig nach draußen zu gehen«, sagt der Lungenfacharzt.

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