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In Amshausen steigen die Zahlen der Mitglieder und Mannschaften – Verein will Erweiterung des Vereinsheims prüfen lassen

Der TSV braucht Raum zum Wachsen

Steinhagen-Amshausen

Haus und Plätze liegen verlassen da, letztere sogar unter einer Schneedecke. Aber es kommt die Zeit, da tobt auf der Anlage des TSV Amshausen wieder das sportliche Leben. Da wird Fußball gespielt, Jiu-Jitsu betrieben und Flamenco getanzt. Zum Beispiel. In diese nähere, aber auch die fernere Zukunft des Amshausener Vereins schaut indes schon Vorsitzender Friedrich Böckhaus. Denn bereits vor dem Corona-Lockdown waren die Verhältnisse auf den Fußballplätzen und im Vereinsheim eng. Und die Mitgliederzahlen steigen ebenso wie die Zahl der Mannschaften.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Das Vereinsheim hat der TSV 1987 gebaut und 1988 eingeweiht – längst trägt es nicht mehr die Erfordernisse eines modernen Vereins. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren immer einen guten Zuwachs von etwa fünf Prozent gehabt und sind jetzt bei 850 Mitgliedern“, sagt Böckhaus. Und was ebenso wichtig ist: Diese Zahl ist trotz der durch Corona erschwerten Aktivitäten 2020 stabil geblieben.

Was ist das Erfolgsgeheimnis? „Die gute Jugendarbeit zahlt sich aus. Es gibt eine Kontinuität, eine Zusammengehörigkeit, ein Wir-Gefühl, das auch über Zeiten trägt, in denen kein Sport getrieben werden kann“, so Böckhaus. Und so sei der Verein in der „glücklichen Situation, dass wir randvoll sind“, wie der Vorsitzende sagt. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Speziell im Fußball. Rückblick: 1987, als das Sportlerheim gebaut wurde, gab es in Amshausen noch keine Damenfußballabteilung. Somit wurde auch der Umkleiden- und Duschbereich des Gebäudes ohne jeden Gedanken an Geschlechtertrennung konzipiert. Vier Umkleiden für vier Mannschaften, eine Dusche. Das war‘s.

Absolute Kapazitätsgrenze erreicht

Doch seit 1993 spielen in Amshausen auch Frauen – und zwar sehr erfolgreich. „Unsere Damenseniorenmannschaft wäre ohne Corona 2020 in die Kreisliga A aufgestiegen. Dazu haben wir drei Fußballmädchenmannschaften in der JSG Steinhagen“, zählt Böckhaus auf. Insgesamt sind es 16 Jugendmannschaften und vier Seniorenmannschaften, die in Amshausen spielen. Plus die drei Mannschaften der JSG. Absolute Kapazitätsgrenze. Das Problem mit den Umkleiden und Duschen hat man zwar zunächst baulich gelöst. Aber deren Anzahl reicht hinten und vorne nicht. Denn bei Ligaspielen am Wochenende muss man auch die gegnerische Mannschaft mitdenken. Und den oder die Schiri – aber das Vereinsheim hat auch nur eine Schiedsrichterkabine.

Eine zweite Damenseniorenmannschaft, die es durch Zuwachs von Spielerinnen aus Halle durchaus geben könnte – und müsste –, kann unter den gegebenen räumlichen Umständen schon gar nicht angemeldet werden. „Wir trainieren mit 32 Frauen“, so Böckhaus. Wenn nicht gerade Lockdown ist, natürlich.

Antrag auf Planung an die Gemeinde gestellt

Das Vereinsheim müsste eigentlich erweitert werden. Deshalb hat der TSV Kontakt zur Gemeinde aufgenommen. „Wir haben ja ein gutes Verhältnis zur Politik und haben deshalb einen Antrag auf Planung gestellt“, wie der Vorsitzende sagt. Dieser wurde im Rahmen der Haushaltsplanberatungen auch grundsätzlich positiv aufgenommen. Sobald es das Wetter und die Pandemie zulassen, will der Sportausschuss eine Ortsbesichtigung vornehmen. Der erste Schritt wäre die Prüfung, ob und wenn ja wie angebaut werden könnte – oder ob es einen Neubau geben müsste. Die rechtliche Konstellation ist folgende: Das Gebäude gehört dem TSV, der Grund, auf dem es steht, der Gemeinde, die es dem Verein in Erbpacht überlässt. Auch solche Dinge spielen bei der Erweiterung eine Rolle.

Noch einmal ein Blick ins Gebäude: Denn auch im großen Übungssaal wird es eng. Wenn auch nicht so dramatisch wie in den Örtlichkeiten der Fußballer und Fußballerinnen. Kindertanz, Flamenco und die Fitnesskurse sowie Jiu-Jitsu teilen sich in gutem Einvernehmen den Saal. Aber: Mit 150 bis 170 Teilnehmern beim Jiu-Jitsu ist man an der Grenze. Eine „tolle Erfindung“, so Böckhaus, sei das Bogenschießen. Die Abteilung habe sich gut entwickelt und trainiert draußen – unproblematisch also für das Vereinsheim. Aber auch deren Feld sei an Kapazitätsgrenzen gebunden. Beim Kinderturnen hingegen kann sich Böckhaus durchaus weitere Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen. Weil die in der Turnhalle der Grundschule üben können, gibt es sogar noch freie Zeiten.

„Ich möchte nicht sagen müssen, dass wir voll sind“

Vielleicht bringen ja die Neubauten an der Finkenstraße und vor allem die neuen Familien, die in zwei, drei Jahren ins große Neubaugebiet Amshausen-Nord ziehen, einen Schwung fürs Kinderturnen. Oder aber auch für den Fußball. So schwierig genaue Prognosen abzugeben sind: „Irgendwann kommen Eltern und Kinder und wollen im TSV Sport treiben. Und ich möchte nicht sagen müssen, dass wir voll sind“, sagt Friedrich Böckhaus. Deshalb möchte er rechtzeitig planen: „Wir brauchen eine Perspektive. Wir brauchen aber auch Zeit für ein solches Projekt.“

Apropos Projekt: Der TSV hat noch eines, das ihm auf den Fußballplätzen helfen soll, den Trainingsbetrieb zu entzerren. Und so hat der TSV vor einiger Zeit bei der Gemeinde ein Kleinspielfeld 44 mal 22 Meter beantragt, das auf einem Rasenstück zwischen dem Hauptplatz und dem Kunstrasenplatz entstehen könnte. „Gerade für die Jugendförderung ist das wichtig.“ Derzeit bemüht sich die Verwaltung um Fördermittel. „Das wäre ideal, weil das Land die Kosten zu 90 Prozent bezuschusst“, weiß Böckhaus. Mit allem Drum und Dran wie Kunstrasen, Drainage, Fangzäune, Bande kommen für ein solches Feld schon 100.000 Euro zusammen.

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