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Christinen Brunnen zapft Wasser für die Tetrapak-Abfüllung in der Gemeinde

Die Felsenquelle sprudelt in Steinhagen

Steinhagen  (WB). Das »Schnapsdorf« kann auch alkoholfrei: Nicht nur der Steinhäger geht um die Welt, sondern auch ein Wasser aus der Gemeinde rinnt abertausenden Menschen jeden Tag durch die Kehle. Denn die Felsenquelle des Bielefelder Unternehmens Christinen Brunnen liegt auf Steinhagener Gebiet.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Wo Carat draufsteht, ist Steinhagener Wasser drin: Christinen-Geschäftsführer Guido Grebe lobt das Wasser aus der Felsenquelle als geschmacksneutral und damit geeignet für die Abfüllung in Tetrapaks. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Genauer gesagt: in Obersteinhagen und damit wie alle sechs Christinen-Brunnen nur zwei, zweieinhalb Kilometer Luftlinie vom Unternehmensstandort in Ummeln entfernt. Geradezu unscheinbar ist der Eingang zum Brunnen mitten auf einer Wiese. Ein Betonring, eine Klappe – mehr ist nicht zu sehen. Das Wasser aus 40 Metern Tiefe wird direkt über eine unterirdische Leitung zur Abfüllung in Ummeln geführt.

Dort wird es aufbereitet. Im Falle des Wasser der Felsenquelle bleibt es beim Enteisen. Und es wird gekühlt. »Wasser kommt mit 17 bis 18 Grad aus der Erde«, sagt Christinen-Geschäftsführer Guido Grebe. »Wasser ist ein Naturprodukt, tausende von Jahren alt, als Regen heruntergekommen. Durch die Schichten des Teuto sind Mineralien ins Wasser gezogen«, so Grebe. Das Wasser der Felsenquelle enthält kein Natrium. Das macht es geeignet als Babywasser.

Ein Bioprodukt ist das Naturprodukt Wasser dennoch nicht automatisch. Dafür ist das entsprechende Siegel notwendig. Das hat bei Christinen Brunnen die 401 Meter tiefe Teutoburgerbergquelle. Die Felsenquelle nicht. Aber auch sie unterliegt nach Auskunft von Guido Grebe täglicher Kontrollen in der Produktion: »Kein Produkt geht raus, das nicht hundert Prozent in Ordnung ist«, sagt Grebe. Auch externe Kontrolleure und die Lebensmittelüberwachung sind regelmäßig vor Ort.

Die Felsenquelle gibt es schon ganz lange

Deshalb wurmt es ihn auch, dass die Stiftung Warentest unlängst »Christinen Naturelle Bio« nur mit Ausreichend bewertete. »Es wurden drei Keime festgestellt. Das liegt nicht an der Hygiene in der Abfüllung, sondern an Verunreinigungen im Boden. Darauf haben wir keinen Einfluss. Die dürfen wir gar nicht herausfiltern«, so Grebe. Er erklärt, dass auch 24.000 Jahre altes Wasser aus tiefen Schichten durch kleinste Verschiebungen der Böden einen Anteil Jungwasser hat. So könnten Metaboliten, also oberirdische Verunreinigungen tief in die Erde dringen. Und deshalb hat das Babywasser, das für die Drogeriemarktketten aus der Felsenquelle gewonnen wird, nur Befriedigend bekommen. »Wir müssen das weiter beobachten«, so Grebe. Ein Sehr gut auf dem »Zeugnis« von Öko-Test gab es aber auch: für »Christinen Spritzig Bio«.

Doch zurück zur Felsenquelle. Es gibt sie schon sehr lange, sie wurde viel genutzt und lag für einige Zeit auch mal still. Seit 2017 ist sie wieder in der Förderung. Grebe: »Denn damals haben wir unseren Standort Wiesenburg in Brandenburg verkauft, um uns auf den Standort Bielefeld zu konzentrieren. Die drei Tetraproduktionsanlagen aus Wiesenburg sind nach Bielefeld gekommen.«

Geschmcksneutral fürs Tetrapak geeignet

Und da wurde die Felsenquelle wieder interessant. Denn sie bietet vor allem wegen ihres relativ geschmacksneutralen Wassers die Voraussetzungen für die Abfüllung in Tetrapaks. In Zeiten der Diskussion um Verpackungen und Müllvermeidung betont Guido Grebe die gute Recyclingfähigkeit des Tetrapaks. Und: »Unsere Tetra-Verpackungen bestehen zu 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Unser Ziel sind 100 Prozent.«

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