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Mehr Einbrüche durch A 33: Polizei bietet Sicherheitsberatung

Dieben den Riegel vorschieben

Steinhagen (WB). Das einsame Licht im Flur – für Einbrecher ein deutliches Zeichen: Hier ist niemand zu Hause. »Lieber in der Küche oder im Obergeschoss volle Beleuchtung brennen lassen«, raten die Kriminalhauptkommissare Dirk Struckmeier und Guido Baratella. Und das ist nur ein Tipp in ihren Sicherheitsberatungen.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Das Haus schützen: Die Kriminalhauptkommissare Guido Baratella (links) und Dirk Struckmeier beraten im Netzwerk »Zuhause sicher«, wie man Einbrechern einen Riegel vorschiebt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Diese legen sie jetzt den Bürgern in Steinhagen speziell ans Herz. Denn mit der Fertigstellung der A 33 ist zu befürchten, dass die Einbruchszahlen im bisher ruhigen Nordkreis steigen – die Autobahn als Einfallstor für Diebesbanden. Die Beratung ist kostenlos und landesweit einzigartig: Denn nur im Kreis Gütersloh kommt die Polizei zu den Bürgern nach Hause, um ganz individuell Empfehlungen und Hinweise zur Umsetzung geben zu können (siehe Extra-Kasten). Offenbar mit Erfolg: »Im Kreis Gütersloh werden sechsmal mehr Plaketten des Netzwerkes ›Zuhause sicher‹ vergeben als in anderen Kreisen«, so Dirk Struckmeier. 1700 bis 1800 Beratungen pro Jahr machen die Polizisten. Wie aber läuft ein solches Gespräch ab?

Auch Hausnummern und Rauchmelder sind lebenswichtig

Der prüfende Blick bleibt zunächst an Äußerlichkeiten hängen, die umso wichtiger sind. Thema Rettungskräfte: Wie sind die Menschen zu finden (Hausnummer)? Gibt es die vorgeschriebenen Rauchmelder?

Dann werden die Fragen spezieller: Haben sich die Bewohner Gedanken gemacht, wie sie reagieren, wenn sie nachts Einbruchsgeräusche hören? Der Rat der Experten: Schlafzimmertür abschließen (Schlüssel immer stecken lassen), »110« anrufen (Telefon immer mit ans Bett nehmen) und »aktuelle Einbruchsgeräusche« melden. »Es ist wichtig, die akute Bedrohung zu betonen, dann ist die Polizei in fünf Minuten und zehn Sekunden da«, so Struckmeier. Wichtig ist, einen Schlüssel mit größerem Anhänger im Schlafzimmer zu haben, den man den Beamten zuwerfen kann, damit sie ins Haus kommen und es sichern können.

Täter spionieren Siedlungen aus

Dass nachts eingebrochen wird, ist allerdings die Ausnahme: Die meisten Täter schlagen zu, wenn niemand zu Hause ist. Die meisten sind Impulstäter. »90 Prozent der Täter kommen aus Rumänien, Bulgarien und Litauen, sie kommen im Bulli, gehen einzeln durch die Siedlung und suchen Häuser, die sie in fünf Sekunden öffnen können und in zwei bis drei Minuten durchsuchen«, so Struckmeier. Beute: 30 bis 40 Euro und Gelbgold, das sie sofort einschmelzen.

Hundewassernapf oder Schuhe vor der Tür können abschrecken

Zwei Taktiken werden empfohlen. Zum einen gezielte Unordnung: »Immer Leben im Haus vortäuschen mit Handtüchern auf der Leine oder Schuhen vor der Tür. Auch ein Hundewassernapf verunsichert Täter«, so Baratella. Zum anderen mechanischer Schutz: Der fängt bei der Dreifachverriegelung der Haustür an, geht über die so genannte Pilzkopfsicherung und abschließbare Griffe an Fenstern und endet bei der Rollkernsicherung vor Kellerfenstern. Beim Gang durchs Haus prüft die Polizei, was noch nötig und was vielleicht schon vorhanden ist. Wichtig sind die Erdgeschoss-Fenster: Die meisten Einbrecher dringen auf diesem Weg ein.

Wer eine Sicherheitsberatung wünscht, erreicht Dirk Struckmeier und Guido Baratella unter 0 52 41/8 69-18 78 oder -18 79.

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