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Doch noch kein Ruhestand: Steinhagener Arzt eröffnet eine Praxis für Ästhetische Medizin

Dr. Knabe macht weiter

Steinhagen (WB). Das Praxisgebäude an der Beethovenstraße 2 scheint äußerlich unverändert: Der messingfarbene Klingelknopf ist an gewohnter Stelle, durch die solide Holztür sind unzählige Patienten in den vergangenen Jahrzehnten ein und aus gegangen. Es scheint, als sei alles unverändert. Dabei ist die Praxis für Allgemeinmedizin seit acht Monaten geschlossen. Doch seit Dienstag praktiziert Dr. Reinhard Paul Knabe wieder – mit einem veränderten Schwerpunkt.

Volker Hagemann

Bekannte Gesichter an bekanntem Ort: Dr. Reinhard Paul Knabe und die Medizinische Fachangestellte Petra Czerwon stehen ihren Patienten ab sofort in der neu eröffneten Praxis für Ästhetische Medizin zur Verfügung. Foto: Volker Hagemann

„Privatpraxis für Ästhetische Medizin“ heißt es jetzt auf dem Praxisschild und der Visitenkarte. Wer da zuerst an Professor Mang in Lindau oder übermäßiges Lifting denkt, sitzt allerdings einem Klischee auf. „Ich biete operative Behandlungen gutartiger Hautveränderungen an, und das wohldosiert“, betont Dr. Reinhard Paul Knabe. Das sei oft schon im Kleinen möglich: „Viele Menschen stören sich an Warzen, Fibromen – also Geschwulsten –, an Pigment- oder ‚Altersflecken‘. So etwas lässt sich oft in kleinen Eingriffen problemlos behandeln oder entfernen.“ Auch Schwielenbildungen oder eingewachsene Nägel gehören dazu.

„Während sich viele gar nicht daran stören, leiden manche Menschen sehr lange unter solchen Hautveränderungen. Da lässt sich oft mit vergleichsweise geringem Aufwand Abhilfe schaffen“, weiß Knabe. Und nicht jede Zyste sei gutartig: „Schlimmstenfalls haben Keime freie Bahn und können zur Gefahr werden.“ Wichtig sei daher in jedem Fall zunächst ein unverbindliches Vorgespräch.

Oft nimmt man den Menschen eine psychische Belastung

Neben den oben genannten operativen Maßnahmen gehören auch Faltenbehandlungen zum Spektrum. All das Genannte fällt unter den Oberbegriff „Ästhetische Medizin“. Ein Bereich, den Dr. Knabe in seinen 36 Jahren Praxistätigkeit als Allgemeinmediziner ohnehin schon immer mit angeboten hat. Nicht zuletzt nehme man damit vielen Patienten oft auch eine psychische Belastung, wenn ihnen etwa auffällige Hautveränderungen peinlich gewesen seien.

Statt sich nun komplett dem Ruhestand hinzugeben, hat der 71-Jährige sich in den vergangenen Monaten zu einem Mittelweg entschlossen: „Dienstags bis donnerstags bin ich nach Terminvereinbarung in der Praxis. Und auch der eine oder andere Privatpatient von früher kommt nach wie vor zu allgemeinen ärztlichen Behandlungen zu mir; so bleibt noch reichlich Zeit für meine Familie“, sagt der dreifache Vater, der sich auch liebend gerne um seine mittlerweile vier Enkelkinder kümmert.

Etwas verändert präsentieren sich heute die Praxisräume. Die Hälfte des Gebäudes ist an eine Versicherungsagentur vermietet, in der anderen Hälfte stehen den Patienten ein großzügiger Wartebereich zur Verfügung, der bekannte kleine OP und das nahezu unveränderte Besprechungszimmer. Als Unterstützung steht Dr. Knabe ein vielen Steinhagenern noch vertrautes Gesicht zur Seite: Petra Czerwon, Medizinische Fachangestellte, arbeitete schon 25 Jahre lang mit ihrem Chef zusammen, war bis September 2019 auch noch in der Nachfolgepraxis Schäfer/Wiese beschäftigt, bis diese ins neue Ärztehaus am Markt umzog.

Erinnerung an Impfungen nach der Hongkong-Grippe

Stichwort Corona: Davor müsse in seiner Praxis niemand Angst haben, sagt Dr. Reinhard Paul Knabe. Zum einen wegen der erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln. „Aber wegen der einzelnen Terminvergabe werden ohnehin nie mehr als ein oder zwei Leute im Wartebereich sitzen.“ Die Pandemie ist für ihn zugleich eine Art Déjà-vu: „1968/69 forderte die Hongkong-Grippe 80.000 Todesopfer in Deutschland, mehr als 400.000 europaweit. Zu jener Zeit arbeitete ich als Student in den Semesterferien bei Asta in Bielefeld. Als Asta 1970 einer der Lizenznehmer des neu entwickelten Impfstoffs wurde, habe ich bei den Impfungen geholfen“, erinnert sich der Steinhagener Mediziner.

Wie lange er seine Praxis in neuer Form führt, lässt er offen: „So lange ich gesund bleibe, würde ich das gerne einige Jahre machen.“

Die Geschichte der Praxis Knabe

Die Hausarztpraxis Dr. Knabe hat eine lange Tradition: 35 Jahre lang praktizierte Heinrich Knabe an dem Standort in der Steinhagener Beethoven­straße 2. Nachdem sein Sohn Reinhard Paul 1975 das Staatsexamen gemacht hatte, führte dieser ab 1982 die Praxis weiter. Ende 2017 ging er in den Ruhestand, am 2. Januar 2018 übernahmen dann Dr. Arno Schäfer und Dr. Susanne Wiese die Praxis – bis diese wiederum im August 2019 in das neu errichtete Ärztehaus am Marktplatz umzogen.

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