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Dr. Birgit Lutzer hat Videoprojekt über den Zustand des Teuto gestartet

Dreharbeiten über den Baumkronen

Steinhagen(WB). Einige Musiker haben die coronabedingte Zwangspause womöglich zum Komponieren größerer Werke genutzt, Vertreter der schreibenden Zunft vielleicht endlich mit dem lange vor sich hergeschobenen Romanprojekt begonnen. Dr. Birgit Lutzer hat das Medium Film für sich entdeckt.

Johannes Gerhards

Dr. Birgit Lutzer (links) untersucht für einen Filmbeitrag den aktuellen Zustand des Teutoburger Waldes. Hier interviewt sie gerade die heimischen Waldbesitzer Ernst Niedermeyer (Mitte) und Dieter Brakensiek (rechts) Foto: Johannes Gerhards

»Der Naturerhalt liegt mir sehr am Herzen, und ich setze mich seit 2016 aktiv dafür ein«, sagt die Amshausenerin. Weil sich gerade jetzt viele Menschen von zuhause aus in sozialen Netzwerken »tummeln«, habe sie die derzeitige Sondersituation genutzt, um sich mit dem schon im vergangenem Jahr angeschafften Video-Equipment näher vertraut zu machen.

»Videos werden viel geklickt, wenn sie gut gemacht sind und nicht zu lange dauern«, so die Erfahrungen der promovierten Erziehungswissenschaftlerin. Mit leichtgängigen Informationen erreicht man nach ihrer Ansicht die Menschen besser, anstatt sie mit unverständlichem Fachchinesisch zu überfordern. Das bemerkenswert große Interesse an den oft angeklickten Filmen über eine Drohnenaktion des Hegerings Steinhagen zur Kitzrettung bzw. zum insektenfreundlichen Naturgarten an der Queller Grenze zu Steinhagen scheint diese Annahme zu bestätigen.

Waldbauern und Familie als Kooperationspartner

In ihrem neuesten Projekt widmet sich Birgit Lutzer dem Zustand des derzeit leidgeprüften Teutoburger Waldes. Ihr zur Seite stehen die Waldbauern Ernst Niedermeyer und Dieter Brakensiek, außerdem werden ein Ehepaar und dessen kleine Tochter mit eingebunden. Birgit Lutzer hat die Familie unlängst während eines Spaziergangs kennen gelernt, als diese ihren ganz privaten »Tag des Baumes« feierte.

Zur Rettung des Waldes gibt es offenbar generell zwei einander widerstrebende Ansichten. Die einen setzen weiterhin auf heimische Gehölze, die anderen stehen der Anpflanzung neuer Arten aus südlichen Gefilden positiv gegenüber, um auf den Klimawandel zu reagieren. So hat Dieter Brakensiek zehn zum Teil fremdländische Laubbaumarten und vier unterschiedliche Nadelhölzer in seinem Bestand. Ernst Niedermeyer, dessen Vater schon vor 40 Jahren mit der Anpflanzung eines Küstenmammutbaums erfolgreich war, hat aus den USA 15 Sämlinge der Gattung Sequoia mitgebracht. Zwei der Winzlinge namens Nancy und Eddy mit dem Potenzial, 80 Meter hoch und 2000 Jahre alt zu werden, entwickeln sich derzeit noch wohlbehütet im Blumentopf.

Drohne ist im Einsatz

Im Filmbeitrag über den Wald kommt auch Dieter Brakensieks Drohne zum Einsatz. »Damit lassen sich zum Beispiel Entwicklungen in den Baumkronen gut dokumentieren«, betont der Waldbesitzer. Vor einiger Zeit ist es ihm sogar gelungen, den Horst eines Wespenbussards in einem von Fällung bedrohtem Baum aufzuspüren. Natürlich durfte der Baum vorerst stehen bleiben.

Nach dem Abschluss der Dreharbeiten am Wochenende wird Birgit Lutzer das Material zu etwa dreiminütigen Beiträgen zusammenschneiden. Die Filme sollen ansprechend kommentiert werden, mit Musik untermalt und dann über verschiedene Social-Media-Portale veröffentlicht. »Mein Ziel besteht darin, die Menschen gleichzeitig zu unterhalten und zu informieren«, betont Birgit Lutzer, die auch bekanntlich auch die Webseite www.frischer-wind-in-steinhagen.de betreibt.

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