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Das Matthias-Claudius-Haus feiert 40-jähriges Bestehen

Ein Haus, offen für das Dorf

Steinhagen  (WB). Obwohl es vor den Toren Steinhagens oberhalb der Bahn – und heute auch der Autobahn – liegt, so ist das Matthias-Claudius-Haus seit jeher zentraler Teil des Dorfes. Es war stets ein Haus, das seine Türen öffnete. 40 Jahre besteht es jetzt, und vieles hat sich verändert – nicht aber das Grundprinzip.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Das Matthias-Claudius-Haus mit seiner gestaffelten Gebäudeform gehört seit 40 Jahren zum Ortsbild. Foto: Bluhm-Weinhold/WB-Archiv

Damals wurde die Einrichtung in Trägerschaft des Ev. Johanneswerks, sogar als Modellprojekt gehandelt. Die Kombination von Altenwohnungen, Wohn- und Pflegeheim, die der Bielefelder Architekt Dr. Daniel Brunzema nach Vorstellungen der Gemeinde auf dem 23.000 Quadratmeter großen Gelände hinter dem Waldbad umsetzte, kostete inklusive Grundstück 11,6 Millionen Mark.

Elisabeth und Ulrich Huck bauten ein offenes Haus auf

In die Gemeinde eingebettete Altenarbeit, das war das Konzept, das Bürgermeister Rudi Wolf und Gemeindedirektor Werner Goldbeck 1978 an den ersten Leiter des Steinhagener Altenheims, Ulrich Huck, herantrugen. Er sei davon begeistert gewesen, sagte Huck. Als Hauseltern bauten der Diakon Ulrich Huck und seine Ehefrau Elisabeth ein offenes Haus auf. Sie überwanden anfängliche Zurückhaltung mit einem Kreis aus Ehrenamtlichen, mit der Altentagesstätte als Anlaufpunkt für Gäste, luden etwa Chöre und Schulkinder zum Gastspiel ein und pflegten auf ganzer Linie den »Kontakt nach draußen«.

Das Altenheim zog in den Anfangsjahren Abordnungen aus anderen Gemeinden an, die sich Gebäudekonzeption, Ausstattung und Arbeitsweise ansehen wollten. »Alte Menschen zu aktivieren, das war zuvor noch kein Ziel der Altenarbeit«, sagte Huck einmal.

Das Programm

40 Jahre Matthias-Claudius-Haus – das wird am Samstag, 16. Juni, von 15 Uhr an im Rahmen des Sommerfests gefeiert. Nach der Begrüßung ist viel Programm geplant: Die Kita Waldbad tritt mit Musiker Jan-Henning Foh auf, es gibt eine Aufführung der Tanzschule Tina Dröge, der Männerchor Amshausen singt, die Seniorengruppen von Helga Fischer tanzen und die Band Broken Bread spielt.

Zudem werden Spielstände aufgebaut, der Laden und die Handarbeitsgruppe präsentieren sich. Eine Bilderausstellung ist zu sehen. Und schließlich ist mit Kaffee und Kuchen, Gegrilltem, Waffeln, Eis und Cocktails für das Wohl aller Besucher gesorgt. Jedermann kann kommen.

1986 war das MCH, wie es im Volksmund heißt, schon zu klein. Nach hartem Ringen, vor allem um Finanzmittel, entstand ein knapp vier Millionen Euro teurer Anbau mit 28 Pflegeplätzen. Und als der 1992 endlich eingeweiht war, da verwirklichte Ulrich Huck gleich seinen nächsten Traum: den Raum der Stille.

Qualitätsmanagement eingeführt

1991 ging Elisabeth Huck in den Ruhestand, Ende 1998 auch Ulrich Huck. Sieghard Sahrhage, einst schon »Zivi« im MCH, wurde sein Nachfolger. Er führte das Qualitätsmanagement ein und verschaffte der Einrichtung die Zertifizierung DIN EN ISO 9001:2000.

Im März 2003 übernahm Nicole Zantopp die Leitung. Strukturelle Umwandlungen in der Organisation des Joahnneswerks, bedingt durch die Pflegeversicherung und das Qualitätsmanagement, aber auch in der baulichen Konzeption wurden vollzogen. Weiterer Meilenstein: der »Demenz-Garten«.

Lokalen Agenda für Menschen mit Demenz

Zwei Jahre stand Rita Wächter an der Spitze des MCH. Seit März 2014 leitet Sabine Weitzel die Einrichtung. Sie setzt konsequent den Kurs der Vernetzung des Hauses in die Gemeinde fort – etwa mit dem vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekt Lokale Allianz, mit dem der Alltag von Demenzkranken in ihrem Lebensumfeld verbessert werden soll.

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