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Ralf Upmann ist mit seiner Steinhagener Bio-Baumschule in einem hochwertigen Fachbildband vertreten

„Ein Reiseführer für Garteninteressierte“

Steinhagen

Die Baumschule von Ralf Upmann auf dem Ströhen ist nicht nur für die Region eine feste Größe, wenn es um qualitativ hochwertige und biologisch herangezogene Gehölze geht. Nun wird der Betrieb am Mönchsweg auch deutschlandweit unter Gartenfreunden seine Bekanntheit steigern. Denn Upmann gehört zu den 100 Gartenbaubetrieben, die in dem gerade erschienenen Band „Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner“ des Callwey Verlages vorgestellt werden.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Große Freude über ein schönes Gartenbuch herrscht bei Buchhändlerin Susanne Lechtermann und Baumschul-Inhaber Ralf Upmann. Auf der Rückseite des Buches findet sich im übrigen ein zweites Mal das Bild mit Arbeitspferd Nico. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

„Ein Reiseführer für Garteninteressierte“, sagt Ralf Upmann über das 256 Seite starke Buch mit jeder Menge Informationen und schönen Fotos aus den einzelnen Betrieben. Und Steinhagens Buchhändlerin Susanne Lechtermann hält das Format für ungewöhnlich: „Ich kenne in dieser Form kein anderes Buch.“ In ihrer „Buchhandlung am Kirchplatz“ im Steinhagener Schlichte-Carree hat sie die ersten Exemplare des großen Gartenbuchs schon vorrätig. Mitarbeiterin Susanne Abels hat ein Schaufenster mit dieser Neuerscheinung wie auch mit anderen Büchern zum Thema Garten, unter anderem Titel der Steinhagener Gartenbuchautorin Dr. Heidi Lorey dekoriert – passend zum Frühling und zur herbeigesehnten Ladenöffnung nach dem wochenlangen Lockdown. „Es geht langsam an die Existenz“, sagt auch die Steinhagener Einzelhändlerin – wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen landauf landab. Ungeachtet der Ladenschließungen ist die Buchhandlung am Kirchplatz im Türverkauf zu den normalen Geschäftsöffnungszeiten erreichbar.

Wer also „Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner“ erwerben möchte, kann es vor Ort tun und den lokalen Handel unterstützen. Auch in der Baumschule Upmann gibt es das Werk natürlich.

Schließlich ist Ralf Upmann und seinem Betrieb, den er 1986 vom Onkel übernahm und seit 1997 als Bio-Baumschule betreibt, eine Doppelseite gewidmet – wie allen anderen in der (natürlich nicht offiziellen) „Top 100“ auch. Wie kam es dazu, dass er ausgewählt worden ist? Anja Birne, eine bekannte und versierte Gartenbuchautorin aus Herford, hat ihn angesprochen. „Wir kennen uns seit Jahren“, so Upmann. Im Juni 2020, ausgerechnet in einer Zeit der großen Hitze kurz vor den Sommerferien, ist sie mit Fotografin Marion Nickig auf dem Ströhen gewesen. Viele Eindrücke rund um das alte Hofhaus hat Nickig eingefangen, Kornelkirsche, Holundersorten und Apfelbeere abgelichtet, und sogar Ralf Upmann mit seinem Arbeitspferd Nico beim Hacken in den eng bepflanzten Reihen zugeschaut.

Als eine „Sortimentsbaumschule mit breiter Pflanzenauswahl“ stellt Anja Birne die Baumschule vor, die sie als idyllisch gelegen in der Emssandebene am Südhang des Teutoburger Waldes beschreibt. Nach den Regeln des organisch biologischen Landbaus werden im Schwerpunkt Obst- und Wildgehölze, Insekten- und Vogelfutterpflanzen herangezogen, heißt es in der Beschreibung – aber auch exotische Wildobstsorten wie Feige und Felsenbirne, Apfelbeere und Zibarte, eine seit keltischen Zeiten bekannte Pflaumensorte, die es sogar als Edelbrand „Zibärtle“ gibt.

„Diese Art der Landwirtschaft ist gelebter Umweltschutz, schont Böden, Wasser, Ressourcen und fördert die Artenvielfalt“, wird Ralf Upmann in dem Buch zitiert. Er selbst wirft mit großem Interesse einen Blick auf die anderen Betriebe in diesem Band. Viele kennt er. Wie die Rosenschule Ruf in Bad Nauheim: „Deren Rosen ziehen wir hier in Töpfe“, so Upmann. Die Kollegen produzierten die Pflanzen: „Wir kultivieren sie.“

Der „Gartenreiseführer“ ist geografisch geordnet nach Bundesländern. Er stellt allein Gartenbaubetriebe, keine Gärten im eigentlichen Sinne vor. Viele der Betriebe haben eine spezielle Ausrichtung wie Staudengärtnereien oder Rosengärtnereien – auch Deutschlands älteste Kakteengärtnerei in Erfurt findet sich wieder. „Es sind viele Bio-Betriebe dabei“, hat Ralf Upmann festgestellt.

Und wie es sich für einen guten Reiseführer gehört, schaut auch dieser auf lohnenswerte Ziele in der Umgebung: Für Steinhagen sind das die Steinhägerbrennerei sowie die jahreszeitliche naturkundliche Wanderung am Leberblümchenberg.

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