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Trotz Corona: Steinhagener Haus der Jugend und Spielmobil machen erstmals wieder Programm

Ein Schritt zurück ins normale Leben

Steinhagen  (WB). Sie wollen ein Stück Normalität zurück. Und deshalb haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Steinhagener Haus der Jugend Checkpoint nach Monaten der Schließung und des Notbetriebs erstmals wieder ein Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt – auch wenn einiges „unserem Alltagsleben total widerspricht“, wie Roland Egert sagt. Mal spontan zum offenen Treff kommen, das geht in Zeiten von Corona nicht. Denn wie in den Schulen, so sind auch im Checkpoint feste Gruppen vorgeschrieben. Auch bei den offenen Treffs.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Die Farbe blättert schon ab: In den Herbstferien soll die Graffiti-Wand am Haus der Jugend neu gemacht werden. Susanne Sonder, Thomas Voßberg, Roland Egert, Karmen Höfing und Alexander Frese (v.l.) hoffen auf viel Interesse der Jugendlichen.          Foto: Bluhm-Weinhold

Aber immerhin gibt es sie wieder – für Jungen (montags), Mädchen (dienstags), Kinder (mittwochs und donnerstags), dazu den Offenen Jugendtreff ab zwölf Jahren am Mittwoch, Donnerstag (jeweils 17.45 bis 20 Uhr) und am Freitag (18.15 bis 21 Uhr), den Teenietreff für Zehn- bis 15-Jährige (freitags von 15 bis 18 Uhr) und die AG „App-2-Music“ für Teenies ab zehn Jahren (freitags 16.30 bis 18 Uhr). Anmelden muss man sich nicht. Indes stehen auch nur neun Plätze zur Verfügung. „Wer vorher anruft, den tragen wir auf eine Liste ein“, sagt Jugendzentrumsleiterin Karmen Höfing.

Eine feste Anmeldung ist – wie auch schon vor Corona – für alle Extra-Angebote nötig, wie die Geocaching-Tour am Jungen-Tag am 14. September oder Minigolf spielen am 15. September beim Mädchen-Tag. Meist schnell ausgebucht ist der Inlineskatekurs für Kinder ab sieben Jahre, diesmal am 10. und 17. September. Anmeldungen unter 05204/4546 oder hdj@hdj-steinhagen.de.

Jugendarbeit in der Krise

„Die Jugendarbeit laviert sich durch die Krise“, sagt Roland Egert. Immerhin müssen die Kinder und Jugendlichen in den festen Gruppen keine Maske tragen. Denn das nervt nach Auskunft Egerts die Jugendlichen am meisten – auch dass die Clubs geschlossen sind. „Viele Cliquen treffen sich jetzt im Privaten oder bei schönem Wetter draußen“, weiß Egert auch von den Streetworkern. Erst in dieser Woche sind Jugendliche wieder im Checkpoint gewesen. Denn die Datenerfassung schreckt nach Ansicht des Teams schon ab.

Mit Begeisterung sind die Kinder zurückgekehrt: „Sie haben sich gefreut, wieder spielen zu können und ihre Freunde zu sehen“, sagt Karmen Höfing. Anfangs seien sie sehr vorsichtig und zurückhaltend gewesen, erinnert sich Thomas Voßberg. Inzwischen geht es wieder ausgelassener zu.

Auch das Spielmobil in der aufsuchenden Arbeit merkt die Corona-Regelungen: „Wir planen jeden Tag wieder neu und haben, wenn Plan A nicht funktioniert auch noch B, C und D“, sagt Susanne Sonder. Die Kooperation mit der OGS in Amshausen, die in den Sommerferien entstanden ist, soll weiterlaufen: Nach Möglichkeit schon an diesem Freitag will das Spielmobil-Team im Park an der Grundschule Amshausen ab 14 Uhr Angebote für Kinder der OGS wie für alle anderen machen. Auch dabei gilt eine Gruppen-Obergrenze. „Wir sind zu zweit, da können wir zwei Gruppen mit jeweils neun Kindern bilden“, so Sonder. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Mitarbeiter müssen aber die Daten notieren.

Improvisations-Theater und Graffiti-Projekt

Mittwochs macht das Spielmobil ab 15 Uhr immer an der Grundschule Brockhagen Halt. Und auch für die kältere Jahreszeit plant Susanne Sonder schon eine Fortführung des Projekts „Schlagfertig“ und des Weiteren eine feste Theater-Improvisationsgruppe. Pläne gibt es außerdem für den „Weltkindertag“ am 20. September. Da sollen Kinder mit Straßenkreide ihre Wünsche und Forderungen malen und die Fotos ans Haus der Jugend mailen.

Nicht mit Kreide, sondern mit Spraydosen soll in den Herbstferien Farbe aufgetragen werden – und zwar an der Fassade des Checkpoint. Die Graffiti-Wand wird erneuert, dazu gibt’s mit prominente Hilfe. Der in der Szene bekannte und weltweit aktive Graffiti-Künstler Dennis Kelle (Einsyckartig) will erneut nach Steinhagen kommen. Roland Egert fordert Jugendliche ab 14 Jahren nun auf, sich anzumelden. Erst einmal gilt es, das Interesse an diesem Projekt abzuklären.

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