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Anwohner an der B 68 freuen sich über weniger Verkehrslärm

Endlich Ruhe!

Steinhagen (WB). Während sich die Bürger in den Wohngebieten nahe der Autobahn über den Lärm der A 33 beschweren, atmen die Anwohner in den Gebieten an der B 68 auf. Endlich Ruhe!

Annemarie Bluhm-Weinhold

So kennt man die frühere B 68 (hier auf Höhe der Bergstraße) seit Jahrzehnten nicht – jedenfalls nicht an einem Freitagmittag: Die Straße ist leer. Der Verkehr fließt immer noch reichlich, aber die Lücken sind größer geworden. Foto: Bluhm-Weinhold

Es ist nicht so, dass nun gar keine Autos mehr fahren würden auf der zur Landstraße 756 herabgestuften früheren Bundesstraße – aber der Lkw-Verkehr hat seinen Weg auf die Autobahn gefunden . »Es ist ruhiger geworden. Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben unter dem enorm ansteigenden Lkw-Verkehr gelitten«, sagt Rolf Jurkewitz, der in dritter Reihe zur B 68 wohnt. Vor allem ist für ihn die gewonnene Mobilität wichtig.

Lücken im Verkehr sind größer geworden

Und das betonen auch andere. »Die Lücken im Verkehr sind deutlich größer geworden. Früher musste man immer fünf Minuten mehr einplanen, um überhaupt abbiegen zu können, jetzt muss man nur noch fünf, sechs Autos vorbeilassen«, sagt Dieter Strakeljahn, der oberhalb der Steinhägerquelle wohnt. Die Lebensqualität sei gestiegen. Der SPD-Ratsherr sagt aber auch: »Ich kann mich nicht uneingeschränkt freuen, weil andere jetzt den Lärm haben.« Die A 33 habe er selbst aber immer befürwortet.

»Man kann nun problemlos auch vom Langenberg nach links auf die B 68 einbiegen. Und vor allem ist der Lärm zurückgegangen, weil kaum noch Lkw unterwegs sind«, sagt auch Harald Voßhall. Jahrzehntelang hat er sich für den Bau der A 33 eingesetzt, nun freut er sich: »Einen gewissen Lärmpegel werden wir hier immer haben. Insofern sind es jetzt fast paradiesische Zustände. Die Anwohner waren jahrzehntelang Lärm und Feinstaub völlig ungeschützt ausgeliefert. Da ist jetzt wieder Leben eingekehrt.«

Weniger Verkehr bedeutet weniger Kundschaft

Mit Sorge beobachtet hingegen Brigitte Mergelkuhl den nachlassenden Verkehr auf der früheren Bundesstraße: Weniger Autos heißt auch weniger Kundschaft für die Pächterin der Westfalen-Tankstelle in Amshausen. »Erschreckend, wie leer die Straße ist«, sagt sie. Die Geschäfte gingen schlecht: »Der Durchgangsverkehr ist erheblich weniger geworden. Das ist ein ganz schöner Verlust. Aber die Stammkundschaft kommt noch.«

Das sind nicht nur Leute aus der Nachbarschaft, sondern, wie sie sagt, auch Angestellte von Gerry Weber und Storck sowie Reisende, die seit Jahren bei ihr einkehren: »Auf der ganzen Autobahn ist ja keine Raststätte.« Was sie allerdings freut: Der morgendliche Weg aus Bielefeld zum Arbeitsplatz hat sich nun zeitlich deutlich verkürzt.

Fließender Verkehr macht mehr Lärm als Stop-and-Go

Nicht alle berichten von paradiesischer Ruhe. SPD-Ratsherr Udo Bolte, der im Gebiet an der Roten Erde wohnt, sagt: »Wir können nicht bei offenem Fenster schlafen. Zwischen 6.30 und 8 Uhr ist mehr Lärm als früher, ein anderer Lärm.« Lkw- und Pkw-Verkehr sei in der Rush-Hour ein Thema: Früher stauten sich die Fahrzeuge vor den Ampeln, heute rauschen sie durch. Das ist zu hören.

Eine Verlagerung der Verkehrsströme beobachtet Harald Voßhall: »Es kommen jetzt mehr aus dem Raum Bielefeld über den Peter und fahren zur Autobahnauffahrt. Hoffentlich ist das bei den innerstädtischen Sperrungen in Bielefeld demnächst nicht auch mehr Schwerlastverkehr.«

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