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Solarstrom für Krankenhaus: Bärbel Höhn eröffnet Fördermöglichkeiten

Ex-Ministerin berät Bürgerkomitee

Steinhagen  (WB/jog). Einen so hohen Gast kann Johannes Wiemann-Wendt nicht alle Tage in seinem Haus begrüßen. Auf der Durchreise zu einem Projekt in der Senne macht die Staatsministerin a.D. Bärbel Höhn Station in Steinhagen, um sich mit Mitgliedern des Gemeinde-Bürgerkomitees für Entwicklungszusammenarbeit auszutauschen.

Das Gemeindebürgerkomitee für Entwicklungszusammenarbeit besteht seit dem Jahr 1985 (von links): Ulrich Hummler, Michael Bleckmann (stellvertr. Vorsitzender), Christel Dahlhoff-Hilbert, Bärbel Höhn (Staatsministerin a.D.), Gastgeber Johannes Wiemann-Wendt (über 25 Jahre für die Grünen im Gemeinderat), Harald Kunter und Angela Sarlette.                             Foto: Johannes Gerhards

»Nach meiner Zeit im Bundestag mache ich nur noch Sachen, die mir Spaß machen«, sagt Bärbel Höhn, die jahrelang als NRW-Umweltministerin zu den bekanntesten Politikern der Grünen gehörte und von 2005 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages war. Heute arbeitet sie ehrenamtlich für Gerd Müller (CSU), den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, als Energiebeauftragte für Afrika. Sie hat sich die Verbreitung erneuerbarer Energiequellen zur Aufgabe gemacht.

Fördergelder für zivilgesellschaftliche Projekte

»Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellen bis 2022 insgesamt rund 150 Millionen Euro für acht Länder südlich der Sahara zur Verfügung«, berichtet Bärbel Höhn. Mit dem Geld sollen zivilgesellschaftliche Projekte bezuschusst werden.

Während einer Reise nach Benin besuchte Bärbel Höhn auch das Krankenhaus St. Joseph in So-Tchanhoué. Mit tatkräftiger Hilfe und finanzieller Unterstützung aus Steinhagen ist es der Franziskanerschwester Andrea Höltervennhoff gelungen, das heruntergekommene Hospital neu zu beleben. Immer noch gehören aber unzureichende Stromversorgung und der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser zu den größten Problemen bei der Bekämpfung der weit verbreiteten hohen Mütter- und Kindersterblichkeit.

Bis zu 200.000 Euro sind möglich

Bei einem Eigenanteil von 20 Prozent ist laut Bärbel Höhn eine Einzelprojektförderung bis zu einer Höhe von 200.000 Euro möglich. Die Mitglieder des Bürgerkomitees nehmen die Anregung gerne auf und überlegen, das Krankenhaus mit einer Photovoltaikanlage auszurüsten. Dabei sollen lokale Firmen mit eingebunden und hochwertige Materialien verwendet werden. »Das entspricht unserem Ansatz, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und nicht eine Handaufhaltementalität zu fördern«, sagt Harald Kunter.

Bei Bereitstellung der entsprechenden Antragsformulare sei eine relativ kurzfristige und unbürokratische Bearbeitung möglich. Sinnvoll erscheine zudem eine Antragsstellung durch das Bürgerkomitee, selbstverständlich nach Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort. Dauerhafte Stromversorgung werde die Kühlung der Medikamente gewährleisten, für Beleuchtung sorgen und könne unter Umständen sogar für Wasserpumpen genutzt werden. Mit durch den Verkauf von einwandfreiem Trinkwasser erwirtschafteten Einnahmen wäre der Erwerb von Medikamenten oder die Übernahme von Geburtskosten möglich.

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