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Elke Pauly-Teismann berät zur Rückkehr in den Beruf – Workshop auch in Steinhagen

»Frauen gezielt stärken«

Steinhagen (WB). Nach der Familienphase planen viele Frauen eine Rückkehr ins Berufsleben. Doch Dauer der beruflichen »Auszeit« und Qualifikation seien höchst unterschiedlich, sagt Gleichstellungsbeauftragte Bettina Ruks. »Umso gezielter muss man Interessentinnen vorab beraten.«

Volker Hagemann

Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist für Frauen oft eine Herausforderung. Wenn der vollständige berufliche Wiedereinstieg geplant ist, rät die Steinhagener Gleichstellungsstelle dringend dazu, vorab eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Foto: dpa

Einen steigenden Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weist der Strukturbericht 2017 der Gesellschaft pro Wirtschaft GT aus. 66 392 der 166 160 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Gütersloh sind Frauen – 40 Prozent. Damit ist der Frauenanteil OWL-weit mit am niedrigsten, liegt im Kreis 5,2 Prozentpunkte unter NRW-Durchschnitt. Bettina Ruks stellt aber auch klar: »Zum einen arbeiten im Kreis überdurchschnittlich viele nicht sozialversicherungspflichtige Frauen, etwa in Minijobs als Folge früherer schlecht bezahlter Jobs oder nach der Pflege von Angehörigen ohne Zeit zur Weiterbildung. Zum anderen tauchen die außerhalb des Kreises Arbeitenden in diesen Zahlen gar nicht auf.«

Lust auf den Beruf ist ebenso ein Grund wie finanzielle Notwendigkeit

Indes: »Immer mehr Frauen möchten zurück in einen ›vollwertigen‹ Beruf«, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte. »Das höre ich oft in meiner Beratung. Selbstbewusstsein und Lust auf den Beruf sind ebenso Gründe wie finanzielle Notwendigkeit. Seit etwa zehn Jahren beobachten wir, dass die Familienphase kürzer wird.«

Große Bandbreite an Qualifikationen der Interessentinnen

Höchst unterschiedlich sei die Qualifikation der künftigen Rückkehrerinnen, berichtet Elke Pauly-Teismann von der Pro Wirtschaft: »Es gibt die Professorin, die nach sechs Monaten wieder loslegt, aber auch Frauen, die nach 20 Jahren erst PC- oder Fremdsprachenkenntnisse auffrischen müssen.« Sie rät dringend, sich mit Hilfe der Gleichstellungsstellen gezielt zu orientieren: »Wir möchten die Frauen in ihrer Entscheidung stärken: Was kann und will ich? Wohin geht die Reise?«

Flexibilität ist gefragt

Schließlich sähen auch Unternehmen das Potential von Wiedereinsteigerinnen. »Doch es ist Flexibilität bei den Bewerberinnen gefragt, etwa bei Arbeitszeiten oder Anfahrt zum Arbeitsort. Der Job kommt nicht auf dem Sofa vorbei. Und die Abstimmung mit der Familie sollte geklärt sein. Wer sich bislang zu 90 Prozent um Kinder, Haushalt und Co. gekümmert hat, kann das nach dem beruflichen Wiedereinstieg nicht in gleichem Maße fortführen. Da müssen dann auch andere in der Familie ran«, sagt Pauly-Teismann.

Workshop am 10. Oktober

An Frauen, die einen beruflichen Neu- oder Wiedereinstieg planen, richtet sich der Workshop »Auf geht’s! Brücken bauen in den Beruf« mit Elke Pauly-Teismann. Darin geht es am Dienstag, 10. Oktober, 9 bis 12 Uhr, im Steinhagener Rathaus um Tipps, den Austausch mit anderen, Weiterbildung und Umschulung. Die Teilnahme kostet zehn Euro inklusive Arbeitsmappe. Anmeldung bei Bettina Ruks, Tel. 05204/997206, bettina.ruks@steinhagen.de.

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