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Careen Schimanski (44) ist Steinhagens neue Heidekönigin

Gänsehaut bei der Krönung

Steinhagen (WB). Der Weg an der Hand des Bürgermeisters durch die Massen zur Bühne – für Steinhagens neue Heidekönigin Careen Schimanski ist er auch noch in den Tagen nach dem Heidefest ein berührender Moment.

Annemarie Bluhm-Weinhold

»Mir standen die Tränen in den Augen. Ich hatte richtig Gänsehaut«, sagt sie. Die Blicke der vielen Menschen, Kinder, die schon Autogramme haben wollten: »Ich bin richtig gut aufgenommen worden«, erinnert sich Careen Schimanski auch an den Applaus, der ihr an jenem Sonntag bei der Krönung entgegenschlug.

Erst dieses Jahr fasste sie den Mut, sich zu bewerben

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die 44-Jährige bewerben wollen, doch erst in diesem Sommer fasste sie den Mut, schickte kurz vor Fristende nachts um 1 Uhr eine E-Mail an Heidefest-Organisatorin Petra Holländer – und wurde prompt eingeladen zum Vorstellungsgespräch. Schnell erhielt sie die Zusage und freute sich riesig. Tochter Luisa (15) war’s erst peinlich, dass die Mama Heidekönigin wird: »Dann hat sie sich aber auch gefreut.«

Careen Schimanski ist in royalen Ämtern nicht ganz unerfahren. Mit 16 Jahren war die gebürtige Merseburgerin in Thüringen, wo sie in Ilmenau aufwuchs, schon Karnevalsprinzessin. Das liegt ihr – und irgendwo in der Ahnenreihe fleucht zudem blaues Blut. »Auch wenn wir im Kindergarten Karneval feiern, bin ich immer Prinzessin, Fee oder Elfe.« Heidekönigin ist nun die Krönung.

Erinnerung an »dreijähriges Überlebenstraining«

Umso schwerer vorzustellen, dass Careen Schimanski ihr Berufsleben in der Schwerindustrie begonnen und eine Lehre zur Galvaniseurin bei Carl Zeiss in Jena gemacht hat. »Ich wollte früh von zu Hause weg, auf eigenen Beinen stehen. Ich bin mit 16 oder 17 Jahren ins Lehrlingswohnheim gezogen, habe mein Leben selbst organisiert: morgens selbst rauskommen, das Essen selbst machen, mit dem Geld auskommen.« Sie nennt das ein »dreijähriges Überlebenstraining«.

Im Zuge der industriellen Umstrukturierung nach der Wende kehrte sie doch noch einmal ins Elternhaus zurück, das inzwischen im westfälischen Bünde stand. Careen Schimanski jobbte bei Aldi, arbeitete bei den Eltern im Geschäft, hat als Vertrauensfrau Gewerkschaftsarbeit gemacht und erfüllte sich mit 24 Jahren einen Traum: »Ich wollte eigentlich Erzieherin werden. Das habe ich dann auch gemacht und noch einmal vier Jahre in Minden auf der Kollegschule gelernt.«

Seit 13 Jahren ist sie an der Falken-Kita am Siegfriedsplatz in Bielefeld. Ihr zweites Zuhause nennt sie die Einrichtung: »Wir haben dort auch die ganz Kleinen, und das über Jahre. Es ist wie eine Familie dort«, sagt sie.

Naturfreundin freut sich schon aufs Fittkefest

Mit ihrer Tochter lebt sie in einer Wohnung mitten in der Büker-Siedlung in Amshausen und genießt es, unter Leuten zu sein. Denn nicht zuletzt, um Kontakte zu knüpfen und neue Leute kennenzulernen, hat sie Heidekönigin werden wollen. »Zehn Jahre lang haben wir am Petersberg gewohnt, und da ist man doch sehr für sich. Immerhin hat man die Natur dort vor der Tür.« Und das hat Careen Schimanski, die Wanderfreundin, die immer gerne in der elterlichen Hütte im Thüringer Wald ausspannt, sehr genossen. Sie hat dort oben auch ihre Affinität zur Heide entdeckt. Die Wacholderheide auf dem Petersberg – ein gerne aufgesuchter Ort.

Nun stürzt sich die Heidekönigin gleich mit den ersten Terminen ins Steinhagener Leben: Das Ströher Fittkefest am 24. September ist der nächste. Was erwartet sie dort? Das weiß Careen Schimanski schon dank der guten Vorbereitung durch ihre Vorgängerinnen Sarah Süß und Sandra Schröter: »auf dem Traktor mitfahren und mit dem Bürgermeister tanzen.« Und sie freut sich schon auf den Karneval mit den Cronsbachfunken – da kommt die Karnevalsprinzessin zum Vorschein.

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