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Steinhagener Matthias-Claudius-Haus braucht bis Juli 2018 weitere Einzelzimmer

Gesetz zwingt zum Umbau

Steinhagen (WB). Dem Steinhagener Matthias-Claudius-Haus steht ein umfangreicher Umbau bevor, der im kommenden Jahr beginnen könnte. Anlass ist zum einen die gesetzliche Auflage, dass Seniorenheime künftig über mindestens 80 Prozent an Einzelzimmern verfügen müssen, zum anderen das Alter des Gebäudes.

Volker Hagemann

Das Steinhagener Matthias-Claudius-Haus feiert im nächsten Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Das Gebäudealter und die von Juli 2018 an geltende Einzelzimmer-Quote erfordern in nächster Zeit einige Umbauarbeiten. Foto: Volker Hagemann

115 Bewohner leben aktuell im Matthias-Claudius-Haus (MCH). Die Einrichtung in Trägerschaft des Johanneswerks bietet derzeit 53 Einzelzimmer und 31 Doppelzimmer und zählt wie das Ende 2015 eröffnete Annette-Schlichte-Haus auf dem Ströhen zu den beiden stationären Pflegeeinrichtungen in Steinhagen. Auf dem Gelände an der Apfelstraße befindet sich außerdem eine Seniorenwohnanlage mit 37 Wohnungen.

Quote soll den Bewohnern mehr Privatsphäre ermöglichen

»Ein Thema ist aber seit langem die Einzelzimmer-Quote«, sagt Stefan Hellweg, Pflegeberater bei der Gemeinde. Denn schon 2003 war im Landespflegegesetz Nordrhein-Westfalen festgelegt worden, zur verbesserten Privatsphäre in den Altenheimen mindestens 80 Prozent an Einzelzimmern vorzuhalten. Zudem sollen künftig nur noch direkt vom Zimmer aus zugängliche Einzelbäder oder maximal von zwei Zimmern aus nutzbare Bäder erlaubt sein.

Diese Vorgabe müssen alle Träger bis Ende Juli 2018 umgesetzt haben. »Das beschäftigt uns auch in Steinhagen«, drückt es Andreas Lüttig, Regionalgeschäftsführer des Evangelischen Johanneswerks in Bielefeld, zurückhaltend aus. Geplant ist daher ein Umbau: Aus mehreren Doppelzimmern sollen weitere Einzelzimmer entstehen.

Auch das Café soll umgebaut werden

»Zudem macht das Alter des 1978 eröffneten Gebäudes Renovierungsarbeiten erforderlich«, so Lüttig. Das betrifft auch den »Treffpunkt« als Café und Begegnungsstätte des MCH. Der wird laut Bürgermeister Klaus Besser mit jährlich 25 000 Euro von der Gemeinde bezuschusst, »das Johanneswerk bezahlt aber die Leitung«, erklärt der Bürgermeister.

Pläne werden am 26. September im Rathaus vorgestellt

Zu Beginn und Dauer der Bauarbeiten sowie zu den veranschlagten Kosten wollte Andreas Lüttig am Freitag noch keine Details nennen. Die Umbaupläne stellt er am Dienstag, 26. September, in der Sitzung des Ausschusses für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration vor. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im Ratssaal.

Der Pflege, ob zu Hause, durch ambulante Dienste, in Wohngemeinschaften oder stationär, komme angesichts einer älter werdenden Bevölkerung wachsende Bedeutung zu, sagt Stefan Hellweg. »Wir haben derzeit alle Pflegeplätze belegt«, bestätigt auch Gabi Wolter-Adam vom MCH-Sozialdienst. Der Umbau zugunsten weiterer Einzelzimmer bis Juli pressiert allerdings: Pflegeheime, die nicht die gesetzliche Einzelzimmer-Quote erfüllen, müssten schlimmstenfalls mit einem Belegungsstopp rechnen, drohte Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann an.

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