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Politiker und Sportvereinigung Steinhagen diskutieren Baukosten der Cronsbachhalle

Gibt es preiswertere Alternativen?

Steinhagen (WB). Dass wegen der maroden Substanz der bisherigen eine neue Cronsbachhalle gebaut werden muss, ist auch bei Steinhagens Lokalpolitikern unstrittig. Doch der bisherige Entwurf von Architekt Oliver Erdmann und der gewünschte Zuschuss von drei Millionen Euro finden bei ihnen ein kritisches Echo. Sie wünschen sich Alternativpläne.

Volker Hagemann

Nach den bisherigen Vorab-Entwürfen könnte die neue Cronsbachhalle so wie auf dieser Grafik aussehen. Doch die Politik möchte auch eine Alternative prüfen lassen, bei der die Halle komplett oberirdisch – und vielleicht günstiger – gebaut würde. Foto: »die bauwerkstadt«

Oliver Erdmann, der als Abteilungsvorstand der Fußballjugend auch im Namen des Spvg.-Vorstands spricht, stellt im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT noch einmal klar: »Unsere Planungen haben den Rückhalt einer großen Mehrheit der Spvg.-Mitglieder. Doch um kostenmäßig klar zu kommen: Die Pläne sind nicht in Stein gemeißelt.« Damit bezieht er sich auf die Kritik des Schul- und Sozialausschusses in dieser Woche. Wie berichtet, fordern die Ausschussmitglieder fraktionsübergreifend, alternative Möglichkeiten zumindest zu prüfen, um die veranschlagten 4,4 Millionen Euro Baukosten noch zu drücken.

Teils im Boden oder komplett oberirdisch?

»Würde der Bau nicht günstiger, wenn man die Halle nicht wie geplant mehrere Meter im Boden versenken würde, sondern komplett oberirdisch baute?«, fragt Herbert Mikoteit (CDU). Nicht unbedingt, erklärt Erdmann: »Das käme auf die Baumaterialien an, und auch Fassadendetails beeinflussen das.« Er gibt zu bedenken, dass eine oberirdische Höhe der Halle von etwa elf Metern deutlich wuchtiger in der Landschaft wirke als die bisher geplanten etwa sechs Meter Höhe. Bürgermeister Klaus Besser erinnert an den Bau der Sporthalle des Steinhagener Gymnasiums; weil sie seinerzeit laut Planer nicht das Gymnasium überragen sollte, wurde auch sie teils in die Erde »versenkt« – was damals laut Besser 700 000 Euro Mehrkosten nach sich zog. »Daher will ich erst einmal wissen, was diese Möglichkeit kosten würde«, sagt Mikoteit dieser Zeitung.

Verkauf der Namensrechte wäre Steuerzahlern schwer vermittelbar

Kritisch sieht Herbert Mikoteit die Idee, die Namensrechte an der Halle an einen Sponsor zu verkaufen: »Wie sollen wir das dann den Steuerzahlern vermitteln, die drei Millionen Euro für den gemeindlichen Zuschuss berappen?«

Henrike Hollweg-Lohrer (SPD) bringt eine weitere Idee ins Spiel: »Ich wünsche mir auch Pläne von Generalunternehmen, die möglicherweise billiger wären.« Planer Oliver Erdmann nimmt auch zu diesem Vorschlag Stellung: »Wir haben mit einem Generalunternehmer gesprochen. Das Problem wäre, dass eine solche Firma für die Cronsbachhalle von ihrer üblichen Norm abweichen müsste – das lässt den Preisvorteil schmelzen.«

Nächste öffentliche Ausschusssitzung am 5. Juli

Erdmann betont noch einmal, dass die aktuellen Entwürfe bereits eine kostengünstigere Variante als die ursprünglichen seien: »Anfangs sollten im Obergeschoss Büros für Abteilungsvorstände untergebracht werden. Die haben wir gestrichen. Man könnte vielleicht noch den einen oder anderen Seminarraum einsparen.« Auf jeden Fall werde man zur nächsten Ausschusssitzung am 5. Juli (17.30 Uhr, öffentlich) einen Alternativplan der oberirdischen Variante präsentieren. Währenddessen ermittelt die Verwaltung die Kosten für die Sanierung der gemeindeeigenen Außenumkleiden als auch für einen möglichen Neubau der Umkleiden.

Zudem will die Gemeinde einen Belegungsplan präsentieren. Denn im Ausschuss wurden Zweifel an der Notwendigkeit einer Dreifachsporthalle laut – was laut Hildegard Fuest (SPD) Probleme mit der Parkplatzsituation brächte. Oliver Erdmann dagegen betont, eine Dreifachsporthalle sei künftig gut ausgebucht: »Allein von den Schulen wird die Cronsbachhalle unter der Woche bis 16 Uhr belegt.« Das sei auch ein Grund dafür, dass die Spvg. Eigentümerin und Bauherrin der Halle sein möchte: »So können wir die Belegung regeln.«

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