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Feuerwehr Steinhagen startet Spendenaufruf

Hilfe für einen verunglückten Kameraden

Steinhagen

Es war ein schlimmer Unfall am Himmelfahrtstag 2020: Christian Spitzer verletzt sich dabei so schwer an der Halswirbelsäule, dass er wohl für immer auf den Rollstuhl und auf Unterstützung angewiesen sein wird. Seine Kameraden bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen stehen ihm zur Seite und haben einen Spendenaufruf gestartet. Denn konkret werden ein Handbike und ein Hublift gebraucht, um Christian Spitzer mehr Mobilität und Bewegungsfreiheit zu verschaffen.

Annemarie Bluhm-Weinhold

„Manchmal braucht das Schicksal nicht mehr als ein paar Sekunden, um das Leben eines Menschen dramatisch zu verändern...“, schreiben sie in dem Aufruf. In seinem privaten Umfeld, nicht im Dienst war der 32-jährige Elektroinstallateur verunglückt. Ein langer Krankenhausaufenthalt in der Bochumer Klinik Bergmannsheil und viele Monate Therapie in Rehazentren folgten. Am 13. November kehrte Spitzer zurück nach Hause auf den Ströhen.

Nun ist er jeden Tag in Bethel zur ambulanten Reha. Das seien acht Stunden Training, aber Christian Spitzer wolle auch zurück in den Beruf, selbst wenn er ihn auf der Baustelle wohl nicht mehr ausüben könne, aber vielleicht im Büro, schildert der stellvertretende Gemeindebrandmeister Andreas Kramme den Willen des Kameraden, sich ins Leben zurückzukämpfen. Gemeinsam mit Wehrführer Lutz Mescher hat er den 32-Jährigen besucht – als zumindest kleines Begrüßungskomitee in Coronazeiten.

Viele Feuerwehr-Kameraden haben ihren Kollegen schon handwerklich unterstützt. Denn Christian Spitzer war gerade dabei, sich mit seiner Lebensgefährtin eine Wohnung auf dem elterlichen Hof auszubauen, als der Unfall geschah. Seine Freunde haben das zu Ende geführt.

Feuerwehr, das bedeutet nicht nur, zu Einsätzen auszurücken und Gefahr von Leib und Leben der Bevölkerung abzuhalten – „das heißt auch Kameradschaft und Zusammenhalt“, sagt Andreas Kramme: „Der zwischenmenschliche Kontakt steht bei uns ganz oben an. Deshalb machen auch so viele bei uns mit. Und nicht nur im Dienst, auch im Privaten kann man sich hundertprozentig aufeinander verlassen“, so Kramme.

Christian Spitzer ist seit vielen Jahren in der Feuerwehr. 2003 kam er als 15-Jähriger zur Jugendfeuerwehr und absolvierte dann den klassischen Weg: Eintritt in den aktiven Dienst, in dem er sich bis zum Truppführer und Unterbrandmeister fortbildete. Viele Freundschaften hätten sich in der Zeit entwickelt, so Kramme.

Und dennoch – trotz aller tatkräftigen Hilfe: „Man kann ja so richtig nichts tun gegen die Ungewissheit, was in Zukunft sein wird, was auch die Finanzen angeht“, schildert Andreas Kramme die Hilflosigkeit, die die Kameraden ein Stück weit verspüren. Deshalb die Idee zum Spendenaufruf.

Zunächst haben die Steinhagener Feuerwehrleute das Schicksal ihres Kameraden in den anderen Löschzügen im Kreis bekannt gemacht, jetzt wenden sie sich mit Unterstützung von Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper an die Öffentlichkeit, um Spenden zu sammeln. Zum einen benötigt Christian Spitzer ein Handbike, um auf dem ländlichen Ströhen unabhängig mobil zu sein, zum anderen einen Plattform-Rollstuhllift, um den baulichen Höhenunterschied im Eingangsbereich seiner Wohnung überbrücken zu können.

Überwältigt ist Andreas Kramme von der Aufmerksam, die dem Schicksal Spitzers schon zuteil geworden ist: Mehr als 120.000 Menschen wurden etwa über Facebook erreicht. Viele Hilfsangebote aus der ganzen Region sind eingegangen. „Das zeigt uns auch, dass wir als Feuerwehr von der Bevölkerung wertgeschätzt werden“, so Kramme.

Spenden werden über den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Steinhagen e.V. entgegen genommen: IBAN DE74 4786 0125 1516 1448 01 bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh.

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