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SPD stellt Sarah Süß (28) als Bürgermeister-Kandidatin vor

„Ich stehe für die Zukunft“

Steinhagen (WB). Mit der Ankündigung, nicht wieder für das Bürgermeisteramt kandidieren zu wollen , hat Klaus Besser die Bürger sicherlich überrascht. Und das war auch in der eigenen Partei, der SPD, so: „Er hat mich irgendwann gefragt, ob ich das machen will. Da war ich überrascht“, sagt auch Sarah Süß: „Doch dann habe ich die Entscheidung gut durchdacht getroffen.“

Annemarie Bluhm-Weinhold

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Heiko Hartleif stellt die Bürgermeisterkandidatin seiner Partei vor: Sarah Süß. Die Steinhagener kennen sie als Heidekönigin. Daraus ist das kommunalpolitische Engagement der Diplom-Rechtspflegerin entstanden. Foto: Bluhm-Weinhold

Und so geht nun die 28-Jährige als SPD-Bürgermeisterkandidatin ins Rennen – wenn denn nach dem einstimmigen Beschluss des SPD-Vorstandes auch die Mitgliederversammlung zustimmt. Wann das sein wird, das lässt sich krisenbedingt noch nicht absehen.

Sarah Süß ist Wahl-Steinhagenerin – das aber von ganzem Herzen und aus voller Überzeugung, wie sie im Pressegespräch betont. 2015 zog sie die Fachhochschul-Juristin, gebürtig aus Hamm, nach ihrem Studium der Rechtspflege in die Gemeinde. 2016 bewarb sie sich erfolgreich als Heidekönigin: „Das hat mich sehr stark mit der Gemeinde verwurzelt. Ich fühle mich hier sehr wohl“ Sie habe damals viele Menschen kennen gelernt und festgestellt, dass Steinhagen von ehrenamtlichem Engagement lebt. „Und auch jetzt in der Krise sieht man den großen Zusammenhalt.“

Vom Heideköniginnen-Thron auf die Fraktionsbank

Vom Heideköniginnen-Thron wechselte sie auf die Fraktionsbank der SPD: „Ich war immer politisch interessiert und war immer Sozialdemokratin ohne parteipolitisch aktiv gewesen zu sein.“ 2017 trat sie in die Steinhagener SPD ein. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration und neuerdings auch im Ordnungs- und Umweltausschuss.

Ein inhaltliches Programm gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Doch als ihre Schwerpunkte definiert sie stichwortartig etwa die Wirtschaftspolitik: die ökologisch-ökonomische Entwicklung des Gebiets Detert, in dem sie sich auch Startups und ein Gründerzentrum vorstellen könnte – „das ist nicht nur etwas Städtisches, und wir haben die Nähe zur Uni Bielefeld.“ Wohnen, alternative Mobilität sind weitere Punkt: „In alle Entscheidungen muss man den Umweltschutz einbeziehen.“

Wie Klaus Besser: ansprechbar jederzeit für jeden

Sarah Süß beschreibt sich als modern, mit neuen Ideen: „Ich stehe für Zukunft.“ Vor allem am CDU-Herausforderer Hans-Heino Bante-Ortega dürfte sie sich im Wahlkampf zu messen haben: „Er ist fest verwurzelt in der Gemeinde und sehr bekannt.“ Doch sie habe den Anspruch, dass der Wahlkampf für sie gut laufe, sagt die frisch verlobte Diplom-Rechtspflegerin am Amtsgericht Halle. Und sie weiß auch, dass sie Klaus Besser nacheifern will, was das Amtsverständnis betrifft – jederzeit ansprechbar für die ganze Gemeinde zu sein.

Dazu der Kommentar von Annemarie Bluhm-Weinhold

Als Heidekönigin hat Sarah Süß im Gemeindeleben Fuß gefasst und sich bekannt gemacht. Als Diplom-Rechtspflegerin kennt sie sich in der Verwaltung aus. Beides sehr wesentliche Anforderungen an eine Bewerberin um das Bürgermeisteramt – das aber doch ein politisches Wahlamt ist. Und da hat die Jungpolitikerin noch Aufholbedarf. Deshalb gilt es für die SPD, ihre Kandidatin etwa in einer Sprecherfunktion entsprechend zu positionieren – wenn es denn ein “normales“ politisches Leben wieder gibt.

Dass sich die 28-Jährige als junge Kandidatin mit modernen und innovativen Ideen verortet, verleiht ihr sicherlich Glaubwürdigkeit, auch wenn es inhaltlich bisher über Stichworte hinaus noch nicht zu einem Programm reicht. Das haben die anderen aber auch nicht. Zudem erstickt die Krise alle anderen politischen Themen. Sarah Süß hat in diesem Moment noch eine Stärke: ihre bereits etablierte Präsenz in den sozialen Medien, die ihr in Zeiten des krisengebotenen „Social Distancing“ gute Möglichkeiten der Ansprache und des Austausch mit den Wählern erlauben könnte.Annemarie Bluhm-Weinhold

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