1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Steinhagen
  6. >
  7. In der Gemeinde Spuren hinterlassen

  8. >

Steinhagener Malerbetrieb Marcian+Sohn feiert 75-jähriges Jubiläum

In der Gemeinde Spuren hinterlassen

Steinhagen  (WB). Ob die Gestaltung beim Anbau des Hallenbades oder Anstrich und Brandschutz der neuen Schulzentrumsmensa – der Steinhagener Malerbetrieb Marcian + Sohn hat gerade in den jüngerer Zeit deutliche Spuren in der Gemeinde hinterlassen. 75 Jahre alt ist die Firma in diesen Tagen geworden. Zum Jubiläum überreichte Matthias Sander, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Bielefeld, die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld an die Geschwister Michaela und Andreas Marcian, die den Familienbetrieb in der dritten Generation führen. Eine große Feier ist indes pandemiebedingt erst für das kommende Jahr geplant.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Innungsobermeister Matthias Sander (rechts) überreicht den Geschwistern Michaela und Andreas Marcian zum 75jährigen Firmenjubiläum einen Blumenstrauß und die Ehrenurkunde der Handwerkskammer. Foto:

Neben der öffentlichen Hand zählen viele Privatleute, Firmen, Hausverwaltungen, Arztpraxen und Friseursalons zur Kundschaft. Und so ist Michaela Marcian sicher, dass der Spruch ihres Großvaters „Handwerk hat goldenen Boden“ heute mehr denn je zutrifft. Corona – „eine herausfordernde Zeit“, wie sie sagt, bietet dem Handwerk auch Chancen: Die Auftragslage ist sehr gut, die Nachfrage nach Renovierungen hoch.

Eintrag in die Handwerksrolle am 7. September 1945

Wilhelm Marcian, der Großvater, (1916-1982) legte mit dem Eintrag seines Betriebes in die Handwerksrolle am 7. September 1945 den Grundstein des Unternehmens, das damals in Quelle angesiedelt war. Los ging es mit dem ersten Auftrag am 3. Oktober 1945, und nur wenige Tage später stellte der Großvater den ersten Lehrling ein. Hans-Joachim Marcian (1942-2010) stieg nach der Meisterprüfung 1969 in den elterlichen betrieb ein. Sein Sohn Andreas, ebenfalls Maler- und Lackierermeister und ehrenamtlich engagiert im Innungsbeirat, ist seit 1993 mit im Unternehmen, das er seit 2010 gemeinsam mit seiner Schwester Michaela führt. Sie ist für den kaufmännischen Bereich der Firma zuständig.

„Das Leben ist bunt“ lautet der Wahlspruch der Firma nicht nur, weil es immer um Farbe geht: Denn natürlich wechseln sich in einer 75-jährigen Firmengeschichte Höhen und Tiefen ab. 1998 ist der Betrieb von Quelle nach Steinhagen gezogen, wo Hans-Joachim Marcian ein Grundstück gekauft und eine Gewerbehalle gebaut hatte. „Die alten Räume in Quelle waren einfach viel zu klein“, sagt die Firmenchefin. Denn 30 Mitarbeiter zählte der Betrieb 1995 zum 50-jährigen Bestehen.

Langjährige Kontakte zu Kunden und Lieferanten

Doch Anfang der 2000-er Jahre ging der Weg „zurück zu den Wurzeln“. „Wir mussten uns gesund schrumpfen“, sagt Andreas Marcian. Denn den Preiskampf bei der Wärmedämmung, ein starkes Standbein der Firma, war Marcian nicht mehr bereit mitzumachen. „Wir sind seit 1945 ein Innungsbetrieb, haben immer ausgebildet und zahlen Tariflohn“, betont Michaela Marcian die Werte der Firma. Acht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zählt der Betrieb heute. Stolz sind die Geschwister auch auf ihre langjährigen Kontakte: etwa zur Gemeinnützigen Baugenossenschaft Brackwede (gbb), ein Kunde, den schon der Großvater gewonnen hat, und zu Lieferanten wie dem für Binderfarbe, der über die Jahre 22 Tonnen geliefert hat.

Startseite