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Steinhagener Elterninitiative setzt sich für saubere Spielplätze ein und schreibt Brief an den Rat

„Kinder unbesorgt spielen lassen“

Steinhagen  (WB/anb). Gegen die Verunreinigung Steinhagener Spielplätze wehrt sich jetzt eine Elterninitiative. In einem offenen Brief an die Gemeinderatsmitglieder schildern die Eltern die Probleme, zeigen aber auch Lösungsmöglichkeiten auf. Ebenso bezieht sich ein Antrag der UWG auf die Problematik.

Wenn aufgeräumt ist, lässt es sich im Sandkasten und auf den Geräten auf dem Spielplatz Mozartstraße/Schumannstraße schön spielen. 30 bis 50 Kinder nutzen ihn. Kai Funke und Brigitte Westmeyer (v.l.) von der UWG unterstützen die Eltern. Foto: Bluhm-Weinhold

„Wir möchten unsere Kinder unbesorgt auf einem Spielplatz spielen lassen“, sagen Isabella Lümkemann und Jacqueline Stricker. Von den beiden Müttern und dem Spielplatz an der Mozartstraße/Schumannstraße geht die „Elterninitiative für saubere Spielplätze“ aus, die sich aber zuständig für alle Steinhagener Spielplätze erklärt. „In letzter Zeit gleichen einige Spielplätze eher einer Müllhalde als einem Platz für Kinder“, heißt es in dem Offenen Brief.

Ein Hinweis ans Ordnungsamt hat den Eltern nach eigener Auskunft nichts weiter gebracht: Dort habe es nur geheißen, dass es in der Corona-Zeit zu wenig Personal gebe. „Wir meinen aber, gerade in dieser komplizierten Zeit, wo unsere Kinder so viele Einschränkungen und Schwierigkeiten zu ertragen haben, gerade da brauchen sie von einer familienfreundlichen Gemeinde Unterstützung, um zumindest auf den Spielplätzen wieder Kind sein zu dürfen ohne vorher Scherben, Müll und Drogen vom Spielplatz zu räumen“, schreibt die Initiative.

Kein nachhaltiger Erfolg

Wie Isabella Lümkemann und Jacqueline Stricker schildern, haben die Eltern an der Mozartstraße und Schumannstraße selbst schon häufig aufgeräumt – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg, wie sie sagen: „Keine 24 Stunden später sah es wieder unmöglich aus, weshalb wir als Eltern uns so nicht mehr dazu bereit erklären für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, denn das ist in unseren Augen die Aufgabe der Gemeinde Steinhagen.“

Die Eltern schlagen vor, dass mehr Kontrollen gemacht werden, um etwa abendliche Parties oder Prügeleien von Jugendlichen zu verhindern. Auch sollten mehr Mülleimer mit mehr Fassungsvermögen und vor allem einem Deckel, der vor Ungeziefer schützt, aufgestellt werden. Die Eltern schlagen auch Patenschaften für Spielplätze vor oder die Beschäftigung von Ehrenamtlichen, die gegen eine Aufwandsentschädigung Reinigungsdienste und Kontrollgänge übernehmen könnten. Mehrsprachige Schilder sollen alle Mitbürger auf die geltenden Regeln aufmerksam machen.

„Wir würden uns auch selbst weiter einbringen. Aber nur mit der Unterstützung durch die Gemeinde“, sagt Isabella Lümkemann.

Schulausschuss greift Thema auf

Der Schulausschuss griff in seiner Sitzung am Mittwochabend, unabhängig vom Offenen Elternbrief und dem UWG-Antrag, das Thema Sauberkeit auf Spielplätzen auf. Denn die Ausstattung der Spielplätze mit zum Teil neuen Geräten stand ohnehin auf der Tagesordnung. Schulamtsleiterin Gabi Schneegaß machte deutlich, dass auf allen Spielplätzen einmal wöchentlich eine Prüfung der Geräte erfolgt und dass der Bauhof, meist zu Beginn der Woche, die Mülleimer leert. Sie sagte aber auch, dass mitunter die Behältnisse wenig später wieder überquellen.

Für den Spielplatz Schumannstraße/Mozartstraße stellt sie Gespräche mit der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG), der Teile des Geländes gehören, in Aussicht, um das Thema Sauberkeit und Reinigung zu erörtern. Die Bürgerinitiative hat ihrer Auskunft nach ihr Anliegen bisher nicht ans Schulamt herangetragen.

Silke Wehmeier (FDP) erweiterte das Thema noch und wies auf die Treffen von Jugendlichen auf Spielplätzen hin: „Wo sollen sie denn auch hin, wenn Discos und Clubs noch immer geschlossen sind?“ Detlef Gohr (Grüne) sagte: „Wir haben Plätze für Kinder, aber nicht für Jugendliche. Wir sollten im nächsten Schulausschuss das Thema ‚Lungerplätze‘ wieder aufgreifen. Das würde Druck aus dem Bürgerpark und von Spielplätzen nehmen.“ Cordula Liehr (CDU) bekräftigte das: „Die CDU hat mit Jugendlichen gesprochen über ihre Erwartungen an Politik. Da waren Aufenthaltsplätze auch ein Thema.“

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