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NRW-Landtagspräsident André Kuper und FDP-MdL Stephen Paul zu Gast bei Unternehmer Peter Stoll

»Kreative Ausbildung« gelobt

Steinhagen  (WB/anb). Eine Lehre in Teilzeit, Werben um Studienabbrecher: Die »kreativen Ausbildungsmodelle« des Steinhagener Unternehmens Stoll lobten die Gäste ausdrücklich. »Wir müssen so etwas mehr in den Fokus stellen«, sagte André Kuper. Der NRW-Landtagspräsident, CDU-Abgeordneter aus dem Kreis Gütersloh, war am Freitag gemeinsam mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Paul aus Herford zu einem wirtschaftspolitischen Gespräch bei Peter Stoll. Der Gebäude-Service hat seinen Sitz in Steinhagen, ist bundesweit an sieben Standorten vertreten und beschäftigt 2700 Mitarbeiter.

Tauschten sich über wirtschaftspolitische Fragen aus: (v.r.) Peter Stoll, André Kuper (CDU), Stephen Paul (FDP) und Prokuristin Barbara Pape. Foto: Bluhm-Weinhold

»Wir wollen den Kontakt zur Basis halten und zuhören, welche Probleme in der Praxis bestehen, die vielleicht auch zu Aktivitäten des Gesetzgebers führen müssen«, sagte Kuper.

Stoll würde gerne 50 bis 100 Mitarbeiter mehr einstellen

Zwei Themen nahm er von Stoll mit. Zum einen leiste Stoll gute Ausbildung und praktiziere mit Modellen wie Teilzeitarbeit selbst in der Ausbildung Familienfreundlichkeit, so Kuper. Ganz bewusst wirbt die Firma beispielsweise um Studienabbrecher. Einer von ihnen ist Florian Schauties (24).

Zwei Jahre hat er in Bielefeld Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften studiert. »Doch ich wollte lieber in eine Ausbildung«, so Schauties. Am 1. August fängt er als Kaufmann für Büromanagement an. Zum anderen hat das Unternehmen Schwierigkeiten, im gewerblichen Bereich ausreichend Personal zu finden: »Wir würden sofort 50 bis 100 Mitarbeiter zusätzlich einstellen, finden sie aber nicht«, so Peter Stoll.

Am Image der handwerklichen Berufe feilen

Stephen Paul sagte: »Wir müssen das Image der handwerklichen und der einfachen gewerblichen Berufe verbessern. Wir müssen aber auch das Arbeitsrecht im Blick behalten, die Freiheit am Arbeitsmarkt, damit Firmen wie Stoll einstellen können.« Viele Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund arbeiten bei Stoll, Flüchtlinge hingegen nicht. Die Hürden sind zu hoch: »Mit einer Arbeitserlaubnis von drei Monaten können wir nichts tun«, so Stoll.

Weitere Themen, die ein so mobiles, bundesweit arbeitendes Unternehmen wie Stoll beschäftigen: der digitale Ausbau und die Sanierung der Straßen.

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