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Gemeindebibliothekarin entwickelt für das neue Haus ein neues Konzept

Lieblingsplatz mit Buch und mehr

Steinhagen  (WB). Das Buch bleibt der Kern der Gemeindebibliothek Steinhagen. Doch es bekommt gerade neue Medien an seine Seite. Auch die Bibliothek selbst ist längst nicht mehr der Ort, wo man Bücher, Zeitschriften, Hörbücher und Spiele nur ausleiht. Und so beschreibt Gemeindebibliothekarin Manuela Heinig in ihrer Zukunftsvision „die Bibliothek als Lieblingsplatz zum Lesen, Lernen, Ausprobieren.“ Das ist der zentrale Satz ihres neuen Bibliothekskonzepts.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Das Buch bleibt der Mittelpunkt ihrer Arbeit, aber Neues tritt hinzu. Richten die Gemeindebibliothek auf die Zukunft aus: Gemeindebibliothekarin Manuela Heinig (links) mit ihren Mitarbeitern (v.l.) Lars Matiszik, Dan Lohmeyer und Louisa Korczak. Foto: Bluhm-Weinhold

Vor anderthalb Jahren ist die Gemeindebibliothek in den Neubau am Kirchplatz gezogen – Anlass genug, um eine Strategie für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Einrichtung zu schreiben. Gemeindebibliothekarin Manuela Heinig bewarb sich im Fortbildungsprogramm „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken. Mit Unterstützung zweier Dozenten, gestützt durch vier mehrtägige Workshops hat sie ihre Zukunftsvision von der Bibliothek im Jahre 2025 erarbeitet sowie den Weg dahin. Auf diesem konnte ihr der Gemeinderat offenbar folgen und hat dem Konzept voll und ganz zugestimmt.

Häkeln, Stricken und Spielen

„Wir wollen eine Bibliothek der Menschen sein“, sagt Manuela Heinig. Und das heißt, dass jeder Steinhagener sich dort auch einbringen darf. Einige haben das bereits getan. Und so wird es von Ende Januar an einen Treff zum Stricken und Häkeln geben, nachdem eine handarbeitsbegeisterte Bürgerin genau das angeregt hatte.

Erstes Treffen ist am Dienstag, 28. Januar, 16 Uhr in der Gemeindebibliothek. Alle Interessierten sind eingeladen. Ganz bewusst soll der Kreis offen gehalten werden, so die Gemeindebibliothekarin. Das Angebot sei nicht an einen Verein gebunden und trete zu den Gruppen, die sich etwa im Heimathaus treffen, hinzu. „Was uns noch fehlt, ist ein Titel“, so Heinig.

Eine weitere Idee, die von einem Bürger geäußert wurde, ist ein Spielenachmittag. Klassische Brettspiele sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Auch das stieß bei der Bibliotheksleiterin auf offene Ohren. Einen Termin gibt es dafür aber noch nicht.

Ein Stück weit ist die Zukunft schon da: Längst halten sich die Steinhagener gerne länger in ihrer Bibliothek auf, lesen beim Kaffee die Zeitung, lernen am PC-Arbeitsplatz. Und natürlich finden viele Veranstaltungen mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern statt. Bibliothek als der dritte Ort nach Zuhause und Arbeitsplatz. Nun kann die Bibliothekarin aber auch belegen, dass die Präsenz steigt, denn sie hat – und das war ihrer Schilderung nach schwer genug als neue Leiterin und in einem neuen Haus – Daten über Daten erfasst.

Entwicklungspotenzial bei den Älteren

Und die zeigen ihr auch, dass der Medienbestand zwar aktuell ist, bei den Zeitschriften und den Non-Book-Angeboten wie Hörbüchern und Spielen aber weiter ausgebaut werden müsste, während im Sachbuchbereich zu wenig Ausleihen zu verzeichnen sind gemessen an der großen Zahl der Titeln in den Regalen. 18 Prozent der Einwohner haben einen gültigen Bibliotheksausweis. Doch das sollen deutlich mehr werde.

Während insbesondere der Kinderbereich nicht zuletzt dank der Kooperation mit den Grundschulen stark und auch die Zahl der Erwachsene im mittleren Alter zufriedenstellend ist, sieht Heinig vor allem bei den Älteren Entwicklungspotenzial: „Die Gemeinde wird zwar nicht schrumpfen, aber der Anteil der Älteren zunehmen.“ Und die sollen vermehrt Nutzer der Bibliothek werden.

Bildung und Information als Kernkompetenz

Bildung und Information – die Kernkompetenz. Und die Bibliothek bleibt da der nichtkommerzielle Anlaufpunkt. Manuela Heinig will das weiter ausbauen etwa als Bildungspartner auch für die weiterführenden Schulen. Sie will Führungen anbieten, Vorlesepaten ausbilden, ein Bilderbuchkino anbieten... Auch an der Benutzerfreundlichkeit wird gerade gefeilt: So werden etwa die Bücher mit Klarnamen ausgestattet zur besseren Orientierung.

Auch der Digitalisierung ist Rechnung zu tragen: Die Onleihe läuft gut, aber die Social-Media-Kommunikation, Streaming, digitales Services und der Onlineauftritt sind zu verbessern.

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