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Tat im Februar 2018 in Steinhagen: 30-jähriger zahlt Geldstrafe – 16-Jähriger weiterhin vor Gericht

Materiallager aufgebrochen

Steinhagen-Amshausen (WB). Diebstahl in besonders schwerem Fall, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch: Die Vorwürfe gegen die beiden Angeklagten wogen schwer. Am 6. Februar 2018 hatten sie einen als Materiallager genutzten Getränkewagen auf einem Amshausener Gehöft aufgebrochen. Dafür mussten sich ein 16-Jähriger und sein 30-jähriger Bekannter am Montag vor dem Haller Amtsgericht verantworten.

Volker Hagemann

Auf einer Hofstelle in Amshausen brachen die beiden Täter diesen Brauereiwagen auf. Foto: Volker Hagemann

Die Tat gaben beide zu, ins Gebäude der Hofstelle hätten sie aber nicht einsteigen wollen. An dessen Kellerfenster hatte die Polizei sie um 17 Uhr aufgegriffen. »Vor dem Fenster hockten wir nur, weil wir uns vor dem Eigentümer verstecken wollten«, schilderte der 30-Jährige. Den bis dahin von Richter Jan Intrup vorgetragenen Ablauf bestätigten beide aber.

Mit Bolzenschneider und Brecheisen das Schloss aufgebrochen

Demnach hatten sich die beiden trotz des Bauzauns Zugang auf das Areal verschafft. »Mein Kumpel sagte, dort wohne eh niemand mehr, die Gebäude sollten abgerissen werden«, so der 30-Jährige. Mit einem Bolzenschneider und einem Brecheisen – beides »auf dem Grundstück gefunden« – brachen sie das Schloss des Brauereiwagens auf. »Aus Neugier, wir wollten nur reingucken«, was auch der 16-Jährige bestätigte. Als sie entdeckten, dass im Haupthaus Licht brannte, kam schon der Eigentümer und rief die Polizei, die die beiden vor Ort erwischte.

Der 30-Jährige gab sich reumütig: »Das war die naivste Dummheit meines Lebens. Beim Eigentümer habe ich mich entschuldigt und eine Anzahlung für ein neues Schloss geleistet.« Das hielten ihm Richter und Staatsanwalt zugute: »Auch wir glauben, dass Sie nicht ins Haus einbrechen wollten.« Weil der Mann nichts gestohlen hatte, blieb ihm eine Haftstrafe erspart. Das Verfahren gegen ihn wurde gegen Zahlung von 1800 Euro an den Afrika-Verein der PAB-Gesamtschule eingestellt.

16-Jähriger muss sich auch wegen Brandstiftung vor Gericht verantworten

Gegen den 16-Jährigen wird dagegen am Amtsgericht Bielefeld weiterverhandelt: Denn zusätzlich wirft ihm die Bielefelder Staatsanwaltschaft Brandstiftung vor; die soll der Jugendliche Tage zuvor mit einem weiteren Bekannten ebenfalls in Amshausen begangen haben. Darüber hinaus musste er bereits wegen schwerer Körperverletzung einen Freizeitarrest absitzen. Dennoch attestierte ihm der Vertreter der Jugendgerichtshilfe, dass der junge Mann inzwischen die Kurve gekriegt habe; er absolviert jetzt ein Praktikum.

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