1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Steinhagen
  6. >
  7. Mehr Defis für den Ortskern

  8. >

Steinhagenerin Tina Uffmann will für Notfälle noch schnellere Hilfe ermöglichen

Mehr Defis für den Ortskern

Steinhagen (WB). Defibrillatoren können Leben retten – und sie sind gar nicht so schwer zu bedienen, wie mancher befürchtet. Steinhagens Heidekönigin Tina Uffmann setzt alle Hebel dafür in Bewegung, die Geräte möglichst flächendeckend im Ortskern zu installieren.

Volker Hagemann

Ein Defibrillator wie der links gezeigte kann im Notfall das Herz wieder »in Gang bringen« und dadurch Leben retten. Steinhagens Heidekönigin Tina Uffmann setzt sich dafür ein, weitere Geräte im Ortskern zu installieren. Foto: Volker Hagemann

Den Anstoß zu dieser Idee brachte vor kurzem das Notfallseminar, an dem die Zahnmedizinische Assistentin regelmäßig teilnimmt. »Dabei kam die Frage auf, wo der nächste Defibrillator hängt. Und alle grübelten erst einmal«, erinnert sich Tina Uffmann. »Die Suche im Internet zeigte schließlich, dass man im Notfall zum Rathaus rennen müsste.«

Plötzlichen Herztod verhindern

Warum noch mehr Defibrillatoren? Mit Hilfe dieser Geräte lassen sich lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und sogar ein plötzlicher Herztod oft verhindern. Laut der Deutschen Herzstiftung treten Herzrhythmusstörungen meist zuerst als Kammerflimmern auf. Dieses führt oft zu Kreislauf-Zusammenbruch, Herzstillstand und schlimmstenfalls zum plötzlichen Herztod. Wird schnellstens ein Defibrillator eingesetzt, können dessen elektrische Impulse solche Rhythmusstörungen rechtzeitig beenden.

Minuten können entscheidend sein

»Da können Sekunden oder Minuten entscheidend sein. Und solch eine Situation, in der man schnell handeln muss, kann jederzeit überall eintreten«, weiß Tina Uffmann. »Die bisherige Auflistung aller 13 derzeit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in Steinhagen zeigt, dass vor allem in den Schulen und Sportzentren, im Rathaus und in den Banken welche hängen. Das ist auch richtig, aber es fehlen weitere etwa in den Supermärkten, wo zahlreiche Menschen unterwegs sind.«

Deshalb ist die Heidekönigin derzeit in Steinhagener Geschäften unterwegs, auch in den Märkten an der Woerdener Straße, den Märkten, Arztpraxen und der Apotheke an der Bahnhofstraße, um ihr Anliegen vorzustellen. »Die ersten Reaktionen sind positiv. Viele Marktleiter müssen sich aber noch bei ihren Konzernen rückversichern«, berichtet Uffmann. Passend dazu möchte sie mit dem Referenten des Notfallseminars, Daniel Thaemel, eine Internetseite einrichten, auf der die Orte der »Defis« in Steinhagen verzeichnet sind.

Gerät erklärt erforderliche Schritte selbst

An den Standorten gibt es in der Regel geschulte Personen für den Umgang mit dem Defibrillator. »Doch auch Laien können ihn bedienen: Alle erforderlichen Schritte werden über eine Sprachsteuerung ›angesagt‹. Das Gerät ermittelt eine EKG-Analyse und gibt weitere Anleitungen zum Vorgehen.« Wer sich vorstellen kann, einen »Defi« zu installieren, erreicht Tina Uffmann unter Telefon 0 52 04/8 85 33 oder per E-Mail: tina-uffmann@mail.de

Im Notfall zügig helfen

Ist eine Person zusammengebrochen oder sogar bewusstlos geworden, muss als erstes die 112 gewählt werden, damit schnellstens professionelle Hilfe vor Ort ist. Anschließend muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden. Laut Deutscher Herzstiftung zeigt die Erfahrung, dass mit der Suche nach dem Puls wertvolle Zeit verloren geht. Bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung muss der Helfer keine Angst haben, vielleicht Schäden anzurichten; selbst wenn es zu Rippenbrüchen kommt – sie sind in dieser Situation das kleinere Problem.

Startseite
ANZEIGE