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Auch das Steinhagener Café Nollmann darf wieder Gäste bewirten – unter strengen Auflagen

Milchkaffee mit Mundschutz serviert

Steinhagen (WB). Melanie und Holger Nollmann hätten einige schlaflose Nächte gehabt, berichten sie. Zwar dürfen sie seit dieser Woche auch ihren Cafébetrieb an der Mühlenstraße wieder öffnen, „aber wir haben lange überlegt, ob wir das überhaupt schon machen sollen“, sagt die Chefin. „Denn ob sich das unter den derzeitigen Bedingungen rechnet?“

Volker Hagemann

Melanie Nollmann bedient in Corona-Zeiten mit Mundschutz und Abstand ihre Gäste vom Reiter-Stammtisch: Fritz Ostmeyer, Volker Landwehr, Friedrich Johannsmann, Heinrich-Wilhelm „Kaiser“ Johannsmann und Arnold Meyer (von links). Foto: Volker Hagemann

Die NRW-weiten Lockerungen auch für Cafés und Restaurants sind das Eine. Doch das Andere sind hohe Auflagen für die Betriebe zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor einer möglichen Corona-Infektion. „Am vergangenen Freitag hat die Handwerkskammer uns eine umfangreiche Auflistung geschickt, wie wir welche Details umsetzen müssen“, berichtet Melanie Nollmann. Ganz wichtig vor allem: Abstand halten. Mindestens 1,50 Meter müssen die Tische im Café auseinander stehen; damit dürfen statt sonst neun derzeit nur noch fünf Tische genutzt werden.

Nach jedem Gastwechsel Tisch und Stühle desinfizieren

Wer den Cafébereich betritt, muss zunächst seine Hände desinfizieren. Am selben Tisch dürfen nur Personen sitzen, die dem Kontaktverbot nicht unterliegen, also etwa Familien oder zwei verschiedene häusliche Gemeinschaften. Müssen die Gäste beim Betreten von Laden und Café noch ihren Mund-Nase-Schutz tragen, so dürfen sie ihn nur zum Essen und Trinken an den Tischen sitzend wieder abnehmen – die Bedienung dagegen muss weiterhin einen tragen. „Es dürfen kein Pfeffer, Salz, Zucker oder Ähnliches dauerhaft auf den Tischen stehen, und nach jedem Gastwechsel müssen wir Tisch und Stühle desinfizieren“, erklärt Melanie Nollmann einige der Vorschriften.

Die ersten Gäste, die sich am Dienstagmorgen ins Café gesetzt haben, hätten allesamt vollstes Verständnis gezeigt, berichtet die Chefin. „Auch dafür, dass sie Namen, Anschrift und Telefonnummer hinterlassen müssen. Damit wollen die Behörden im Fall des Falles mögliche Infektionsketten nachvollziehen.“ Schon in den vergangenen Wochen habe es im Ladenbereich der Konditorei stets Verständnis für alle Abstands- und Hygienemaßnahmen gegeben: „Wir mussten nicht einen einzigen Kunden ermahnen“, freut sich Nollmann.

Stammgast Volker Landwehr

Vollstes Verständnis für all das haben auch die treuen Gäste des traditionellen Reiter-Stammtischs, die am Dienstag recht luftig verteilt an den Tischen sitzen und ihr Frühstück genießen: „Wir freuen uns doch vor allem darüber, dass man hier wieder gemütlich in gepflegter Runde sitzen und genießen kann“, betont Friedrich Johannsmann. „Und man sollte doch ohnehin die heimischen Betriebe, so gut es geht, unterstützen. Die leben schließlich davon“, pflichtet ihm Volker Landwehr bei.

Melanie Nollmann hofft, dass trotz aller gebotenen Maßnahmen weiterhin Gäste ins Café kommen. „Und wenn das Wetter jetzt wieder besser wird, kommen ja auch noch die Plätze auf unserer Terrasse hinzu.“

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