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Klassik und Schauspiele: Das Programm für die kommende Saison steht

Mit 250 Gästen wieder ins Kultur-Leben

Steinhagen (WB). Es geht weiter mit Veranstaltungen des Kulturwerks. Der geschäftsführende Vorstand des Vereins hat ein Treffen mit dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Hans-Heino Bante-Ortega sowie weiteren CDU-Mitgliedern genutzt, um auf neue Angebote aufmerksam zu machen.

Auch die stellvertretende CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Dr. Mechthild Frentrup (links) ist auf der Seite des Kulturwerks. Weiter von links Astrid Lonnemann, Prof. Dr. Rüdiger Noelle, Adelheid Mey er-Hermann, Margret Gail, Hans-Heino Bante-Ortega und Frank Pohl. Foto:

Bante-Ortega ist selbst Musiker und ausgewiesener Kultur-Fan. „Als CDU wollen wir das Kulturwerk bei seiner Arbeit unterstützen und setzen mit diesem Gespräch an.“ Ein Damentrio mit Akkordeon, Klarinette und Cello bildet den Neustart des Programms am 2. Oktober. Dabei werden alle Hygiene-Vorgaben umgesetzt. Kulturwerk-Vorsitzender Prof. Dr. Rüdiger Noelle: „Zugelassen sind 250 Menschen, die sich mit Abstand verteilen.“ Dies werden überwiegend Abonnenten sein, jedoch gibt es jeweils ein kleines Kontingent an Einzelkarten, die frei verkauft werden.

Programmgestalterin Adelheid Meyer-Hermann: „Ich prüfe das Musik- und Theaterangebot im Hinblick auf die Publikums-Erwartungen und stelle dem Programmausschuss eine Vorauswahl vor. Wir legen Wert auf einen gewissen Anspruch.“ Es gehe darum, den Steinhagenern ein Erlebnis zu schenken, bei dem sie wieder direkten Kontakt mit Kunst haben.

Biedermann und Brandstifter

Auf das Aris-Streichquartett mit Beethoven-Finale folgt ein Saxophon-Quartett, die Kokopelli. Im Dezember steht „Biedermann und die Brandstifter“ auf dem Programm. In diesem Theaterstück geht es um den Chef einer Haarwasserfabrik, der sehenden Auges drei Brandstifter zu sich nach Hause einlädt. Obwohl diese ihr Vorhaben ankündigen, lässt er zu, dass sie sein Haus und die ganze Stadt abbrennen. „Frisch kritisierte in seinem Werk die Vogel-Strauß-Politik mit Ausblenden und Leugnen überdeutlicher Gefahren“, sagt Kassenwart Frank Pohl vom Kulturwerk-Förderer Kreissparkasse Halle.

Meyer-Hermann weist auf das pädagogische Konzept bei der Umsetzung des Stücks hin: „Dadurch, dass Schüler mitwirken, sind sie mit besonderem Spaß und Interesse dabei. Das sehen wir als eine wichtige Teilaufgabe unseres Vereins an: junge Menschen für Kultur zu begeistern.“ Denn das typische Publikum bestehe überwiegend aus „höheren Semestern“. Margret Gail ist seit Jahren Mitglied des Kuratoriums, das die Aufsicht über die Aktivitäten des Kulturwerk-Vereins führt. Sie bedauert: „Als ich Schülerin war, wurden viele von ihren Eltern zu kulturellen Veranstaltungen mitgenommen. Das hat heute stark nachgelassen.“ Deshalb müsse das Kulturwerk neue Wege gehen.

Astrid Lonnemann: „Wir wollen künftig neben dem Einsatz von Plakaten und Prospekten mehr Präsenz auf Social Media-Kanälen zeigen.“ Auf Bante-Ortegas Frage, was die Politik für das Kulturwerk tun könne, meint Noelle: „Am besten wäre es, wenn der Gemeinderat im Dezember geschlossen Biedermann und die Brandstifter besucht – auch, um mit den Bürgern in Gespräche über wichtige Themen zu kommen.“

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