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Damit übertrumpft Steinhagener Geflügelzüchter Mats Orge Sirges sogar seinen Vater

Mit fünf Jahren Europameister

Steinhagen (WB). Wie der Vater, so der Sohn – und eigentlich hat alles schon mit dem Urgroßvater angefangen. Die Geflügelzucht liegt der Steinhagener Familie Sirges im Blut. Und Stefan Sirges und Sohn Mats Orge (5) sind die erfolgreichen Vertreter der dritten und vierten Generation. Dabei hat der Kleine den Großen schon übertrumpft.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Dieses Täubchen ist Europameister: Mats Orge zeigt eine Arabische Trommeltaube, sein Vater Stefan Sirges einen Zwergbrahma-Hahn. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Denn Mats Orge hat nicht nur im vergangenen Jahr in Dänemark mit seinen Weißen Trommeltauben den Europameistertitel und den Titel »Europachampion« (für eine Kollektion von vier Tieren) geholt – der Fünfjährige ist zudem bei der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover mit dem Blauen Band ausgezeichnet worden. Der Papa ist ganz neidisch: »Das ist ein ganz besonderes Band. Ich will es schon seit 30 Jahren haben. Und Mats Orge gewinnt es gleich beim ersten Mal.« Der Sohn hat derweil mächtig Spaß am Gewinnen – für ihn das Tollste am ganzen Züchterleben.

Tägliche Arbeit im Stall

Doch das beginnt eigentlich mit der täglichen Arbeit im Stall. Denn das Geflügel will morgens versorgt werden und abends natürlich auch. Das muss und kann der Fünfjährige noch nicht leisten. Muss er auch nicht. »Ich selbst habe mit zehn Jahren selbstständig angefangen«, so Stefan Sirges. Aber da alle züchten, auch die Oma Annemarie Sirges, wächst er eben hinein. Am Wochenende verschwinden Vater und Sohn ohnehin gerne im Stall.

Und was die Tiere fressen, das weiß Mats Orge auch: »Taubenfutter.« Klar. Was das ist, verrät sein Vater: Das besteht aus Mais, Bohnen, Gerste und Weizen. Für ein glänzendes Federkleid sorgen darüber hinaus Ölsämereien. Und neben Körnern picken die Hühner gerne auch mal ein Blatt Salat oder Gras. »Aber wie bei uns Menschen auch, steht nicht jedes auf Grünzeug«, sagt Stefan Sirges.

Stefan Sirges

»Kinder kennen die Geflügelzucht fast gar nicht mehr. Der Schulbauernhof ist schon eine Ausnahme. Deshalb haben wir ja ein Nachwuchsproblem in unseren Vereinen«, sagt Stefan Sirges, der Vorsitzender des Rassegeflügelzucht- und Gartenbauvereins Steinhagen ist. Doch Hoffnung besteht: In jüngster Zeit sei auch wieder Hähnekrähen in Wohngebieten zu hören. Vielleicht bringt ja die Diskussion um Nachhaltigkeit und Regionalität auch das Federvieh wieder zurück...

Bei Sirges war es nie weg seit Urgroßvaters Zeiten, der an ersten Ausstellungen teilnahm. Neben den Arabischen Trommeltauben und dem Aachener Lachschildmövchen in unterschiedlichen Farbeinschlägen werden Zwergbrahma-Hühner gezüchtet, Annemarie Sirges hat sich auf Vorwerk-Hühner spezialisiert. 130 Tauben und 80 Hühner halten die Sirges’.

Vater und Sohn stellen beide gerne aus. Beim Tag der Landwirtschaft in Tatenhausen waren sie in diesem Jahr ebenso wie in Quelle. Die nächste Ausstellung ist die eigene am 19. und 20. Oktober. Und dann geht es nach Leipzig, zur Deutschen Meisterschaft der Fachverbände, sowie zur »Nationale« nach Hannover, wo der Bundessieger ermittelt wird.

Ausstellung am 19. und 20. Oktober in Steinhagen

Die Ausstellung wird am Samstag, 19. Oktober, um 15 Uhr vom stellvertretenden Bürgermeister Udo Bolte eröffnet. Dabei gibt es eine Auslosung zum »Best of Steinhagen« unter allen Tieren, die mit Höchstnote bewertet worden sind. Etwa 250 sind in der Turnhalle der Grundschule Steinhagen diesmal ausgestellt. Von 15 bis 18 Uhr ist die Ausstellung Samstag geöffnet, von 10 bis 19 Uhr am Sonntag, 20. Oktober. Neben Kaffee und Kuchen gibt es auch eine Tombola.

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