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NDR-Recherchen: Verbindung zwischen Trödelhändler aus Borgentreich und Waffensammler aus dem Kreis Gütersloh

Mordfall Lübcke: Verdächtiger hatte Kontakt nach Steinhagen

Steinhagen/Borgen...

Der Waffensammler aus Steinhagen, der sich im vergangenen Jahr nach einer Polizei-Durchsuchung das Leben genommen hat, hatte nach Recherchen des NDR engen Kontakt zu Elmar J. aus Borgentreich, dem mutmaßlichen Waffenverkäufer im Mordfall Lübcke.

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2005 hatten Polizisten bei Dieter R. aus Steinhagen 650 Pistolen und Gewehre sichergestellt. Foto: Althoff

Der Waffen- und Sprengstoffsammler Dieter R. war offenbar durch die Ermittlungen im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erneut ins Visier der Fahnder geraten. „Beamte einer eigens in Nordrhein-Westfalen eingerichteten Ermittlungskommission gingen Hinweisen nach, die möglicherweise Bezüge zu illegalen Waffen haben könnten“, so der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Der Steinhagener sei den Ermittlern als Kontaktperson des Trödelhändlers Elmar J. aus Borgentreich-Natzungen aufgefallen. Die Männer sollen regelmäßig in Telefonkontakt gestanden haben. Während Elmar J. von der Polizei in NRW als rechtsextremistischer Gefährder eingestuft werde, gebe es bei R. keine Hinweise auf einen Bezug zum Rechtsextremismus..

Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten, hatte Trödelhändler J. als angeblichen Verkäufer der Tatwaffe genannt. Gegenüber dem NDR habe der mutmaßliche Waffenverkäufer J. nun angegeben, dass er den Steinhagener R. seit etwa 20 Jahren kannte. Man habe sich regelmäßig auf Flohmärkten in der Region getroffen. Außerdem sei er mehrmals bei R. zu Hause gewesen. Die zahlreichen Waffen, die bei R. gefunden worden sind, könne er sich nicht erklären.

Die Kripo Gütersloh hatte im November 2019 das Anwesen von R. durchsucht – und war fündig geworden: Die Fahnder entdeckten zahlreiche Waffen und Sprengstoff, die noch vor Ort kontrolliert gesprengt wurden. Bereits im Jahr 2005 hatten Polizisten im Haus von R. das größte Waffenlager entdeckt, das bis dahin in NRW bei einer Einzelperson sichergestellt worden war – mehr als 150 Gewehre, 500 Pistolen und Revolver, einen Raketenwerfer und Sprengstoff.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat inzwischen von der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen gegen Trödelhändler J. übernommen. Er soll Stephan E. den Trommelrevolver verkauft haben, mit dem Walter Lübcke im vergangenen Jahr ermordet wurde. Die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, streitet J. offenbar ab.

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