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Bürger beteiligen: Fachbüro möchte Radverkehr in Steinhagen stärken

Planer treten in die Pedale

Steinhagen (WB). Nur 14 Prozent des Gesamtverkehrs in Steinhagen entfallen auf das Fahrrad. Viel zu wenig, findet die Gemeinde. Um das Radfahren attraktiver zu machen, nimmt jetzt ein Dortmunder Fachplanungsbüro die Radverkehrsanlagen unter die Lupe.

Volker Hagemann

Nur eines der Probleme, die auch in Steinhagen weiterhin angegangen werden müssen: Selbst wenn Radfahrstreifen oder wie hier Radfahr-Schutzstreifen vorhanden sind, sind diese oft von Kraftfahrzeugen zugeparkt. Foto: ADFC/Gerhard Westrich

Den Klimaschutz zu verbessern, ist erklärtes Ziel auch in Steinhagen. Und so sollen künftig mehr Wege statt mit dem Auto besser per Rad zurückgelegt werden können. Dass in Steinhagen Verbesserungsbedarf besteht, zeigt der regionale Vergleich: Im Kreis Gütersloh insgesamt entfallen immerhin 22 Prozent der zurückgelegten Strecken aufs Fahrrad.

Patrick Hoenninger vom Fachplanungsbüro Planersocietät Dortmund empfiehlt, an mehreren Stellen in Steinhagen mit Verbesserungen anzusetzen. Das klimaschonende Radverkehrskonzept stellte er jetzt im Ordnungs- und Umweltausschuss vor.

Abstellmöglichkeiten an Haltestellen des ÖPNV gefragt

Klar, dass Fahrradwege möglichst durchgehend und klar erkennbar ausgebaut werden sollten. Aber: »Radverkehrsförderung ist viel mehr als nur der Bau von Radwegen«, betont Fachmann Hoenninger. »Vernünftige Abstellmöglichkeiten beispielsweise an Haltestellen des ÖPNV sind ebenso wichtig. Und nicht zuletzt eine gute Öffentlichkeitsarbeit, um die Möglichkeiten auch bekannt zu machen. Denn wir wollen den Radverkehr sowohl im Alltags- als auch im Freizeitverkehr fördern.«

Bürger bei Planungs-Radtour oder Radcafé mit einbinden

In Steinhagen ist zunächst bis Juni eine Bestandsaufnahme der jetzigen Infrastruktur geplant, daraufhin soll die CO

-Bilanz errechnet werden. Im Anschluss soll von August bis Oktober ein Maßnahmenkatalog zusammengestellt werden. Wichtig sei, die Nutzer ins Boot zu holen, betont Patrick Hoenninger: »Daher möchten wir früh die Bürger informieren, zum Beispiel in Form einer Planungs-Radtour oder eines Radcafés. So könnte bei der Bestands- und Potenzialanalyse ein Wunsch-Liniennetz an Radwegen festgelegt werden.« Überhaupt sollen Vertreter von Schulen, Fahrradinitiative und Politik ins Boot beteiligt werden. »Und wo es gesetzlich erforderlich ist, arbeiten wir mit den Landesbehörden zusammen«, sagt Hoenninger. Roland Albersmann (SPD) regte im Ausschuss an, benachbarte Kommunen und Wege mit einzubeziehen. Dem wolle man ohnehin Rechnung tragen, so Patrick Hoenninger: »Schließlich möchten wir Pendler berücksichtigen.«

Ende 2017 plant Hoenningers Büro eine öffentliche Abschlussveranstaltung mit Ergebnispräsentation. Das »Klimaschonende Radverkehrskonzept für die Gemeinde Steinhagen« soll Anfang 2018 stehen.

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