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Auch in Steinhagen sieht sich ein Mann unwissentlich aufgestellt

Plötzlich AfD-Kandidat

Steinhagen (WB). Nicht nur einer 74-Jährigen aus Warburg ist es so ergangen – auch in Steinhagen (Kreis Gütersloh) findet sich ein 47-Jähriger (der Name ist der Redaktion bekannt) als Direktkandidat der rechtspopulistischen AfD für einen Wahlbezirk wieder, obwohl er das niemals gewollt habe, wie er versichert.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Luftballons mit dem Logo der AfD. Foto: dpa

Erst aus der Zeitung, wo sein Name in der Auflistung der Wahlbezirkskandidaten genannt worden war, hat er nach eigenen Angaben von seiner Kandidatur erfahren. Zwar habe er ein Schriftstück unterschrieben, um einem früheren Bekannten einen Gefallen zu tun. Doch dass es sich dabei um das Formular zur Kandidatenaufstellung handelte, hat er nach eigenen Angaben nicht gewusst.

AfD-Sprecher zeigt sich „überrascht“

Der Steinhagener AfD-Sprecher Alexander Alt zeigt sich indes „überrascht“, wie er sagt: „Denn ich war persönlich bei dem Kandidaten zur Unterschrift. Ich habe ihm auch erklärt, was damit verbunden ist.“ Der 47-Jährige gehörte zu den Kandidaten, die von Vorstandsmitgliedern des Gütersloher Kreisverbandes im Bekanntenkreis geworben worden seien.

Ein Rückzieher von der Kandidatur ist nicht möglich, denn alle Fristen sind verstrichen, die Briefwahl läuft bereits. Wahlleiterin Ellen Strothenke sagte: „Wir haben die Unterlagen noch einmal geprüft. Es war alles in Ordnung.“

In Steinhagen und im Altkreis Halle war es 2017 vor der Landtagswahl bereits zu Unregelmäßigkeiten bei AfD-Unterstützer­unterschriften gekommen, die sich eine Kandidatin unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen hatte. Dafür wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt.

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