1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Steinhagen
  6. >
  7. PSV fordert mehr ehrenamtliches Engagement

  8. >

Veranstaltungen auf der Kippe – Reitverein will Arbeitsgruppen einrichten

PSV fordert mehr ehrenamtliches Engagement

Steinhagen  (WB/anb). Die Reiterliche Vereinigung FN hat schon angefragt: Kann der PSV Steinhagen-Brockhagen-Hollen 2020 im Rahmen der Reitertage erneut die Westfälischen Meisterschaften ausrichten? Doch der Vorstand sieht da Probleme: »Mit dem derzeitigen Bestand an Freiwilligen ist das nicht zu leisten«, sagt der stellvertretende Vorsitzende Peter Pixa.

Der Vorstand mit Lars Kampmann, Marleen Kottmann und Peter Pixa (von links) fordert mehr ehrenamtliches Engagement der Mitglieder. Foto: Bluhm-Weinhold

Dem PSV geht es wie den meisten anderen Vereinen: Es besteht zu wenig Bereitschaft der Mitglieder, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Reitverein hat deshalb jetzt eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um eine Lösung aus der »Personalkrise« zu finden – eine Art Weckruf. »Es muss etwas passieren«, so Pixa. Das soll nicht zuletzt auch den Vorstand entlasten, der ebenfalls nur ehrenamtlich arbeitet.

Arbeit aufteilen

Arbeitsgruppen – so heißt eine mögliche Lösung. Diese sollen für alle Turniere gebildet werden und die Arbeit untereinander aufteilen. Für die Reitertage, mithin die größte Veranstaltung des Vereins, heißt das beispielsweise, dass sich eine Gruppe um das Springen, eine weitere um die Dressur, eine dritte um die Zelte kümmert und so weiter. Doch das gleiche Prinzip soll auch etwa beim Vielseitigkeits- und Ü30-Turnier Anwendung finden. Auch müssen Sponsoren angesprochen und betreut werden. Die sind umso wichtiger, weil von ihnen die Finanzierung eines Turniers abhängt. Und das geht durchaus auch in enorme Beträge von 70.000 bis 80.000 Euro Preisgeld bei den Reitertagen.

»Wir machen jetzt eine Aufstellung aller Arbeiten und treffen uns Ende September, Anfang Oktober zur nächsten Besprechung«, so Pixa. Denn Ende September muss auch die Entscheidung fallen, ob der PSV die Westfälischen Meisterschaften 2020 ausrichten kann. Bei der Versammlung war das Interesse offenbar noch verhalten – nur 100 von 600 Mitgliedern waren überhaupt da.

Kommentar

Wohin man schaut, das gleiche Bild: Den Vereinen fehlt die Tatkraft ihrer Mitglieder. Die zahlen ihre Beiträge – aber das war es dann auch. Zu viele nehmen die Angebote des Vereins als selbstverständlich an, lassen sich aber ungern in die Pflicht nehmen. Der Gedanke von Gemeinschaft und Solidarität ist vielen leider fremd, die nur an die eigenen Interessen denken. Ein gesellschaftliches Phänomen, das sich im Vereinsleben fatal auswirken kann, wenn tatsächlich Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Es wird Zeit, dass das Miteinander wieder als Wert erkannt wird. Warum ist man denn in einem Verein? Doch um mit anderen etwas zu tun. Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, lässt sich gemeinsam Großes erreichen. Annemarie Bluhm-Weinhold

Startseite