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Straßen NRW will keine Ampel an Kreuzung Bielefelder/Liebigstraße in Steinhagen

Rotlicht beim Landesbetrieb

Steinhagen (WB). Zwei schwere Unfälle in nur gut sechs Wochen – die Kreuzung Bielefelder Straße/Liebigstraße entwickelt sich, scheint’s, zum Gefahrenpunkt. Die Gemeinde hat im Zuge der Sanierungsplanung für die Bielefelder Straße eine Ampel gefordert. Kommt sie auch? »Bislang sehen unsere Pläne das nicht vor«, sagt Sven Johanning vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Zwei Gewerbegebiete hängen an ihr, außerdem eine vielbefahrene Landstraße: Die Kreuzung Bielefelder Straße/Liebigstraße/Borsigstraße ist stark belastet. Der Bürgermeister plädiert für eine Ampelanlage an dieser Stelle. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Allerdings ist die Planung auch noch nicht beendet: »Wir sind noch mitten in der Erstellung des Konzepts. Das muss mit dem Kreis und der Gemeinde noch abgestimmt werden. Das gilt auch für eine Ampel an dieser Kreuzung.« Johanning gibt zu bedenken, dass die Kreuzung Bielefelder Straße/Liebigstraße/Borsigstraße nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft war – somit keine Dringlichkeit bestand, dort eine Ampel einzurichten.

Straßenverkehrsamt: »Bereich ist derzeit unauffällig«

Ulrich Elfers vom Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh, Vorsitzender der Verkehrskommission, bestätigt das: »Vor Jahren war dieser Bereich tatsächlich eine Unfallhäufungsstelle. Wir haben dann Verbesserungsmaßnahmen vereinbart, etwa bei der Beschilderung und Markierungen. Seitdem war er unauffällig.« Vielleicht ändere sich das jetzt nach den beiden Unfällen, sagt er – Grundlage sind die von der Polizei registrierten Unfälle, doch Vorgabe sind eigentlich drei Unfälle gleichen Typs im Laufe eines Jahres. Die Unfallkommission setzt sich aus Vertretern des Kreises, des Straßenbaulastträgers, der Bezirksregierung und der Polizei zusammen, die gemeinsam Maßnahmen überlegen.

Wenn es nach Bürgermeister Klaus Besser geht, dann muss dort eine Ampel installiert werden. »Die Unfälle unterstreichen die Gefährlichkeit der Kreuzung. Eine Ampel würde auch zur Sicherheit auf dem am stärksten frequentierten Schulweg der Gemeinde beitragen«, so Besser, der daran erinnert, dass immer wieder auch Radfahrer angefahren werden an dieser Stelle. 10.094 Fahrzeuge befahren die Bielefelder Straße in diesem Abschnitt jeden Tag. »Und nach der Eröffnung der A 33 werden es noch mehr sein«, sagt er.

Bürgermeister schlägt Vorfinanzierung vor

Die Kreuzung spiele auch für die Anbindung der Gewerbegebiete an die A 33 eine Rolle. Mancher Lkw, so der Bürgermeister, der dort zu Stoßzeiten lange warten muss, fahre schon mal ungeachtet des querenden Verkehrs in die Kreuzung ein und verlasse sich darauf, dass die Autos bremsen. Letztlich gehört laut Besser die Funktionstüchtigkeit der Kreuzung zur Standortfrage.

70.000 Euro kostet eine Ampelanlage nach seinen Angaben. Die Gemeinde könnte sie vorfinanzieren und sich das Geld über eine Umlage beim Verkauf der Grundstücke bei Niederwahrenbrock zurückholen. »Das haben wir in Brockhagen-Ost bei der Ampel an der Michaelisstraße/Gütersloher Straße auch so gemacht.«

Schon jetzt sind viele Ampeln auf kurzer Distanz vorhanden

Doch die Genehmigung muss Straßen NRW erteilen, und da zählt noch ein anderer Aspekt. Die Bielefelder Straße weist auf kurzer Distanz schon zahlreiche Ampeln auf – allein von der B 68 bis zur Langen Straße sind es fünf. Das schadet dem Verkehrsfluss. Deshalb hat der Landesbetrieb keine weitere Ampel in seine Pläne aufgenommen. Wäre ein Kreisverkehr eine Alternative? Sven Johanning ist skeptisch: »Auch ein Kreisverkehr ist teuer, man braucht Grund und Boden, der Verkehrsfluss wird behindert.«

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