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Steinhagen: Beamte stoppen unter vorgehaltenen Waffen vier junge Männer in Auto auf der Bielefelder Straße

Spektakuläre Polizeiaktion wegen Schreckschusswaffe

Steinhagen (WB). Sie hatten eine Schreckschusspistole gekauft und damit in einem Steinhagener Wettbüro bei einem Zeugen einen falschen Eindruck erweckt. Bei einer spektakulären Polizeiaktion ist vier jungen Männern auf der Bielefelder Straße in Steinhagen selbst der Schreck in die Glieder gefahren.

Stefan Küppers

Unter vorgehaltenen Waffen werden die vier jungen Männer in dem Audi auf der Bielefelder Straße gestoppt und anschließend auch mit Handschellen, bevor sich die Sachlage schließlich aufklärt. Für die mitgeführte Schreckschusspistole besaß der Eigentümer keinen kleinen Waffenschein, der vorgeschrieben ist. Foto: Gabriele Grund

Wie eine unmittelbare Augenzeugin dem WB schilderte, die soeben mit ihrem Auto die A33 an der Abfahrt Steinhagen verlassen wollte, kam ihr ein Polizeiwagen entgegen, der dann mitten auf der Bielefelder Straße vor einem Audi, in dem sich besagte Männer befanden, mit eingeschaltetem Blaulicht anhielt. Im gleichen Moment rückten auch weitere Polizeiwagen und Zivilfahrzeuge heran, aus denen mehrere Beamte in Zivil mit vorgehaltenen Waffen die Insassen im Audi in Schach hielten. Der Fahrer hielt die Hände erhoben. Wie die Zeugin weiter schildert, wurden die Männer nach und nach aus dem Wagen geholt und zunächst auch mit Handfesseln auf dem Boden fixiert. Im Laufe der nächsten Minuten seien auch noch weitere Polizeifahrzeuge angerückt, schildert sie.

Auf Nachfrage des WB verdeutlicht der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Mark Kohnert, die Hintergründe der Aktion, die er letztlich als eine gebotene polizeiliche Kontrollmaßnahme beschreibt, die aber dem Vernehmen nach wohl ohne strafrechtliche Folgen für die beteiligten Autoinsassen bleiben wird.

Was war passiert? Laut Kohnert hatten die jungen Männer eine Schreckschuss-/Gaspistole gekauft, mit der sie zum Jahreswechsel Böller verschießen wollten. Dem Polizeisprecher zufolge handelt es sich um eine sogenannte PTB-Waffe, für die lediglich ein kleiner Waffenschein benötigt wird. Mit dieser Waffe gingen die jungen Männer laut Polizei in ein Steinhagener Wettbüro, um sie Bekannten zu zeigen. Diesen Vorgang jedoch hat laut Polizeisprecher Kohnert ein Augenzeuge außerhalb des Wettbüros wahrgenommen und daraus seine Schlüsse gezogen. In der Annahme eine gefährliche Situation zu beobachten, alarmierte der Zeuge die Polizei.

Bei der unklaren Lage mit einem möglichen Schusswaffengebrauch seitens der jungen Männer reagierte die Polizei schnell und konsequent, wie der Sprecher erläuterte. Mit vorgehaltener Waffe blieben die Männer im Auto unter Kontrolle, unter Beachtung der Eigensicherung wurden die jungen Leute so lange fixiert und festgehalten, bis eine gesicherte Kontrolle und Aufklärung des Sachverhaltes möglich war. Die Schreckschusswaffe, die die Aktion ausgelöst hat, wurde übrigens von den Beamten sichergestellt. Der Besitzer besaß der Polizei zufolge nämlich nicht den kleinen Waffenschein.

Nach der vollständigen Aufklärung und auch des Umstandes, dass alle in dem Wettbüro gut bekannt waren, wurden die jungen Männer wieder auf freien Fuß gelassen.

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