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Dr. Maria Rita Bredenbröker gibt im Sommer ihre Praxis auf – Nachfolge ungeklärt

Steinhagen bald ohne Kinderarzt?

Steinhagen (WB). In Steinhagen müssen sich Eltern mit ihrem erkrankten Nachwuchs vom kommenden Sommer an einen neuen Kinderarzt suchen. Denn Dr. Maria Rita Bredenbröker wird nach WB-Informationen Ende Juni 2020 ihre Praxis für Kinder- und Jugendmedizin schließen. Ob es in den voll ausgestatteten Praxisräumen an der Bahnhofstraße 19 mit einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin weitergeht, ist offen.

Volker Hagemann

Im Ärztezentrum an der Bahnhofstraße befindet sich auch die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin von Dr. Maria Rita Bredenbröker. Die Ärztin will im kommenden Sommer in den Ruhestand gehen, dann endet auch der jetzige Mietvertrag. Foto: Nica Winter

Bredenbröker bestätigte auf WB-Nachfrage ihre Pläne, im Sommer in den Ruhestand zu gehen, wollte sich aber zu weiteren Details oder gar einer möglichen Nachfolge noch nicht äußern. 2008 hatte sie die Praxis im Ärztezentrum an der Bahnhofstraße eröffnet; die Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung als Eigentümerin hatte die Räume seinerzeit für etwa 240.000 Euro nach Wünschen der Ärztin umgebaut, wie Stiftungs-Geschäftsführer Rainer Scharmann berichtet. „Der Mietvertrag endet im beiderseitigen Einvernehmen zum 30. Juni 2020“, so Scharmann. Auch er hat bislang keinen Nachfolger in Aussicht. Die Praxis ist über die Kassenärztliche Vereinigung zur Übernahme ausgeschrieben, der früheste Abgabetermin wird im Inserat mit dem 1. April angegeben.

Gemeinde will mit Inseraten Nachfolger suchen

Vor dem Hintergrund wachsender Einwohnerzahl in Steinhagen und neuer Baugebiete wie in Amshausen und Brockhagen gehöre die kinder- und jugendärztliche Versorgung unbedingt weiterhin in die Gemeinde, meint etwa Apotheker Lutz Heitland. Das sieht auch Bürgermeister Klaus Besser so: „Von der Einwohnerzahl her ist das völlig unstrittig. Daher wird die Gemeinde demnächst im Westfälischen und im Deutschen Ärzteblatt für die Nachfolge von Frau Bredenbröker werben.“ Lutz Heitland ist verhalten optimistisch: „Fände sich keine Nachfolge, stünde Eltern mit erkrankten Kindern und Jugendlichen etwa im benachbarten Harsewinkel ein Kinderarzt zur Verfügung.“

„Generell wird die kinder- und jugendärztliche Versorgung auf Kreisebene geplant“, erklärt Jana Elbert von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. „Im Kreis Gütersloh kommen derzeit auf einen Arzt 2862 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren; damit beträgt der Versorgungsgrad hier 107,6 Prozent. Erst ab einem Versorgungsgrad von 50 oder weniger Prozent gilt eine Region als unterversorgt“, rechnet Elbert vor. „Rein statistisch gesehen ist die Versorgung mit Kinder- und Jugendärzten im Kreis Gütersloh derzeit stabil.“

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