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Steigende Zahl: Fast 1700 „Fellnasen“ sind mittlerweile in der Gemeinde gemeldet

Steinhagen ist auf den Hund gekommen

Steinhagen

Jeder zwölfte Steinhagener hat mittlerweile einen Hund, die vierbeinigen Gefährten sind offenbar äußerst beliebt in der Gemeinde. Zum Jahresbeginn 2021 waren in Steinhagen 1692 Hunde gemeldet, 48 mehr als ein Jahr zuvor. Am beliebtesten sind derzeit Terrier, Labrador und Schäferhund.

Volker Hagemann

Freunde fürs Leben: Für die artgerechte Haltung von Hunden benötigt man viel Platz, Zeit und Aufmerksamkeit. Auch über die Kosten sollte man sich informieren. Foto: DEVK

Allein in den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der „Fellnasen“ in der Gemeinde um knapp zehn Prozent erhöht. Und im vergangenen Jahr dürfte nach Meinung vieler Fachleute auch die Corona-Pandemie dafür gesorgt haben, dass sich noch mehr Menschen als sonst für einen Hund oder ein anderes Haustier entschieden haben. Das zeigen auch die Zahlen in Steinhagen: Laut Ordnungs- und Umweltamt ist die Zahl der in Steinhagen gehaltenen Hunde im Jahr 2020 um 2,9 Prozent gestiegen – 2019 lag dieser Anstieg noch bei 1,8 Prozent. Gerade in Zeiten des gern zitierten „Social Distancing“ sehnen sich viele nach einem ständigen Begleiter, um der Einsamkeit zu entgehen.

215 Hunde neu angemeldet

In Steinhagen wurden im vergangenen Jahr 215 Hunde neu angemeldet, darunter 25 so genannte „kleine Hunde“ und 23 „große Hunde“ – also solche, die mindestens 40 Zentimeter groß und 20 Kilogramm schwer sind. Gleichgeblieben in 2020 ist die Zahl der so genannten „gefährlichen Hunde“: Davon leben derzeit sechs Tiere in der Gemeinde; darunter fallen nach dem NRW-Hundegesetz beispielsweise Pitbull Terrier, Bullterrier und American Staffordshire Terrier. Neben diesen sind in Steinhagen weitere drei Hunde bestimmter Rassen erlaubnispflichtig.

Und wie hundefreundlich ist Steinhagen? Zumindest sind Steuern und Gebühren dafür vergleichsweise niedrig: 60 Euro Hundesteuer werden hier jährlich fällig, für die großen Hunde seit 2016 außerdem eine einmalige Anmeldegebühr von jeweils 25 Euro. Lediglich für erlaubnispflichtige Hunde zahlen die Halter jährlich 600 Euro Hundesteuer. Zum Vergleich: Im benachbarten Halle kostet die Hundesteuer zwar nur 55,20 Euro, in Bielefeld dagegen 144 Euro pro Jahr.

445.000 Kotbeutel in einem Jahr verbraucht

Damit sorgten Steinhagens Hundehalter im vergangenen Jahr für Steuereinnahmen von gut 106.000 Euro, hinzu kommen 3134 Euro aus den Anmeldegebühren. Die Gemeinde wiederum kümmert sich auch um die Entleerung der 85 Hundetoiletten im gesamten Gemeindegebiet und bestückt diese regelmäßig mit neuen Kotbeuteln. Für die im vergangenen Jahr verbrauchten 445.000 Kotbeutel und für die Reparatur beschädigter Hundetoiletten wurden knapp 6600 Euro fällig. Zum Vergleich: 2019 wurden lediglich 320.000 Hundekottüten verbraucht – auch das führt Annika Eilers vom Ordnungsamt auf die Corona-Lage zurück, in der Frauchen und Herrchen wohl noch mehr als sonst beim Gassigehen unterwegs waren.

Und wie benehmen sich Steinhagens Hundehalter? Insgesamt vorbildlich – im ganzen Jahr 2020 meldete das Ordnungsamt 42 Vorfälle mit Hunden. Geringfügige Verstöße führten überwiegend zu gebührenfreien Verwarnungen. Dazu gab es fünf Verwarnungen mit einer Gesamthöhe von 170 Euro Verwarngeld, viermal wurde ein Bußgeld fällig (zusammen 440 Euro). Grund war in 19 Fällen ein Verstoß gegen die Leinenpflicht; „sie gilt in Steinhagen vor allem innerhalb geschlossener Siedlungsbereiche“, erklärt Annika Eilers. In zehn Fällen wurden Hunde verbotenerweise über Spielplätze und Schulhöfe geführt, vier Beißvorfälle wurden ebenfalls bekannt.

„Eine Verantwortung fürs Leben“

So erfreulich es grundsätzlich ist, etwa aus Tierheimen mehr Tiere als sonst in gute Hände vermitteln zu können, so warnen der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen Tierschutzvereine und Tierheime aber auch vor der leichtfertigen Anschaffung.

„Tiere bringen Freude, sie schenken Wärme und Zuneigung. Dennoch darf dies nicht dazu verleiten, sich leichtfertig ein Tier anzuschaffen!“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Denn ein Tier braucht volle Aufmerksamkeit – auch nach Lockdown, Homeoffice und Homeschooling, wenn etwa Restaurants, Bars und Cafés wieder öffnen und man vielleicht auch wieder verreisen möchte. Tiere sind nicht nur ein Zeitvertreib in Pandemiezeiten, sie sind eine Verantwortung fürs Leben!“

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