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Das WESTFALEN-BLATT stellt die Bürgermeister-Kandidaten vor: Kai Funke (UWG)

„Steuersenkungen sind erstes Thema“

Steinhagen  (WB). Mehr Gewerbe, mehr Gewerbegebiete, um Steuern senken zu können – das fordert Kai Funke (29), Bürgermeisterkandidat der UWG. Wie er das realisieren will, das erläutert er im Interview mit Redakteurin Annemarie Bluhm-Weinhold.

Kai Funke ist seit Anfang 2018 Ratsmitglied, derzeit parteilos. Als Bürgermeisterkandidat der UWG setzt er sich für mehr Gewerbe und weniger Steuern ein, will Projekte wie die Hundewiese und den Bau der kompakten Tiny-Häuser voranbringen. Foto: Bluhm-Weinhold

Herr Funke, Sie waren lange in der CDU und sind dann in die UWG gewechselt. Warum die UWG?

Kai Funke: Die UWG hat mir am ehesten zugesagt vom Wahlprogramm her und weil ich Familie Westmeyer schon lange kannte. Es war erst die Frage, ob FDP oder UWG. Aber letztendlich konnte ich mich in der UWG am besten verwirklichen und in den letzten zwei Jahren auch die Politik verwirklichen, die ich machen wollte.

Wenn Sie sagen, die UWG passte: Welche konkreten Punkte sind es im Wahlprogramm?

Funke: Konkret Punkte wären zum Beispiel, dass die UWG sich permanent für Steuerstabilität ausgesprochen hat, wenn auch nur selten für eine Senkung. Aber das wollen wir in Zukunft in Angriff nehmen. Und sonst: dass sie für Gewerbeansiedlung steht und eine gute Schulpolitik nachverfolgt hat.

Sie haben Ihren Gemeinderatssitz mitgenommen, als Sie Mitte 2018 aus der CDU ausgetreten sind? Warum? Manche geben ihn ja auch der Partei zurück.

Funke: Zum einen ist der Ratssitz personengebunden, nicht parteigebunden. Zum anderen kann ich so weiter wirken bis jetzt zur Kommunalwahl und konnte im Vorfeld die Belange der Bürger mit verwirklichen, die sie an mich herangetragen haben.

Sie sind ja auch sehr fleißig im Anträge schreiben. Ich erinnere mich an Tiny-Häuser, Bürgerbussystem, Steuersenkungen – das alles haben Sie ja beantragt, aber seltenst eine Mehrheit gefunden. Wie sieht Ihre Bilanz als Einzelkämpfer nach zwei Jahren im Rat aus?

Funke: Die Bilanz ist bis jetzt relativ ernüchternd. Ich habe 33 oder 34 Anträge geschrieben und davon habe ich sieben oder acht durchbekommen, drei oder vier hatten sich zwischendurch schon erledigt. Aber es werden doch einige Themen wohlwollend aufgegriffen wie zum Beispiel die Tiny-Häuser. Das ist nach wie vor nicht vom Tisch. Oder das Thema Hundewiese, das die Fraktionen weiterverfolgen wollen. Von daher bleibe ich am Ball und hoffe, dass es nach der Kommunalwahl besser wird.

Was ist da Ihre Motivation für die Bewerbung um das Bürgermeisteramt?

Funke: Meine Motivation ist, dass ich an vorderster Front das Ganze mit bedienen kann und auch den Haushaltsplan mitgestalten kann. Dann könnte man eventuell in Rücksprache mit dem Kämmerer schauen, ob man eine Steuersenkung tatsächlich in Angriff nehmen und es dem Rat direkt so präsentieren kann in der Haushaltsplanung. Und dass man nach wie vor das Ohr am Bürger hat, dass man erster Mann ist und das Ganze mit einer hoffentlich starken Fraktion im Hintergrund umsetzen kann.

Was meinen Sie, qualifiziert Sie für das Amt?

Funke: Für das Amt des Bürgermeisters qualifiziert mich die Vielschichtigkeit meines Berufes als Fachangestellter für Bäderbetriebe. Dadurch bin ich das Führen von Mitarbeitern gewohnt. Ich arbeite mit Rettungsschwimmern und Badewärtern zusammen, denen ich weisungsbefugt bin. Ich kenne einige Schichten des öffentlichen Dienstes. So war ich auch ein halbes Jahr als Hausmeister ausgeliehen, als unser Bad geschlossen war. Vom Handwerklichen bis zur Verwaltung habe ich alles in meinem Beruf.

Was wären für Sie die ersten Themen, die „großen Baustellen“, die Sie als Bürgermeister angehen würden?

Funke: Steuersenkungen und Gemeindehaushalt, das wird mein erstes Anliegen mit sein. Genauso wie Gewerbegebiete. Steuersenkungen sind nur realisierbar mit neuen Gewerbegebieten und neuen Gewerben. Nach wie vor die Hundewiese, die ich vor drei Jahren versucht habe anzustoßen und die nach wie vor in der Diskussion ist. Aber auch die Digitalisierung darf man nicht vergessen als ein wichtiges Thema.

Was wären da große Punkte auf der „Digitalisierungsliste“? In Sachen Schule ist Steinhagen ganz gut aufgestellt, das ist vorangetrieben worden mit dem Medienentwicklungsplan. Auch die Digitalisierung des Rathauses ist auf sehr gutem Weg...

Funke: Die nächsten Punkte auf meiner Liste wären, dass alle Schulen auf dem neuesten Stand sind, sowohl vom Anschluss her als auch, dass sie das schnellstmögliche Internet haben. Und auch dass Computer nicht mehr von vor zehn, 15 Jahren sind. Da hat sich schon viel geändert. Aber trotzdem muss man zusehen, dass die Technik permanent mitwächst. Auch sollten die Whiteboards überall installiert werden wo sie noch nicht sind und die alten grünen Tafeln langsam abrücken, so dass die Gemeinde im 21. Jahrhundert mithalten kann.

Apropos Gewerbepolitik: Wie sähe die mit einem Bürgermeister Kai Funke aus?

Funke: Gewerbepolitik ist in jedem Fall, dass wir mehr Gewerbegebiete schaffen wollen und müssen. Da möchte ich ansetzen. Problem ist, dass jedes Gewerbegebiet, das noch kommt, nur noch interkommunal gelöst werden kann. Aber da muss man mit den umliegenden Gemeinden sprechen, wer sich beteiligen würde. Und dann kriegen wir hoffentlich einen ähnlichen Erfolg wie Halle mit dem Ravenna-Park. Es muss möglich sein, dass jedes Steinhagener Unternehmen sich nach seinen Belangen erweitern kann.

Wo wären denn Ihrer Meinung nach Gewerbegebiete überhaupt möglich. Es ist ja eine Auswahl getroffen worden und liegt zur Genehmigung bei der Regionalbehörde in Detmold. Wie könnte man da etwas beschleunigen oder zusätzliche Flächen gewinnen?

Funke: Offensichtlich ist, dass man erst einmal die Flächen Detert ans Laufen bekommt. Da könnte man zusehen, dass man ein ähnlich großes Unternehmen wie Wahl&Co. als Interessenten bekommt, das gleich zehn Hektar haben möchte. Dann könnte man das Ganze etwas beschleunigen bei der Bezirksregierung, dass eine Erschließung eben nicht erst 2022 oder 2023 möglich ist. Flächen wären für mich auch noch in Brockhagen. In Amshausen müsste man auch schauen, denn über kurz oder lang wird sich Hörmann auch erweitern wollen.

Vollenden Sie doch mal bitte den Satz: „Als Bürgermeister möchte ich für Steinhagen...“

Funke: ...zusehen, dass wir Steinhagen schnell in sichere Gewässer kriegen, den Schuldenabbau schnell vorankriegen, dass die Gemeinde finanziell ähnlich gut wie Verl oder Monheim am Rhein dasteht und vor allem, dass alle Bürger entlastet werden, dass man auf Kreisebene auch Kita-Gebührensenkungen herbeiführen kann und dass man die OGS kostengünstiger gestalten kann.

Zur Person

Kai Funke ist 29 Jahre alt und Fachangestellter für Bäderbetriebe. 2009 war er mit 18 Jahren der jüngste Ratskandidat in der Gemeinde Steinhagen, damals in den Reihen der CDU. In den Gemeinderat kam er aber erst zum 1. Januar 2018 als Nachrücker. Bereits Mitte 2018 trat er aus der CDU aus und in die UWG ein. Im Gemeinderat blieb er, fortan als parteiloses Mitglied.

Von 2009 bis 2013 war Kai Funke Vorsitzender der Jungen Union und bis zum CDU-Austritt im Bezirksausschuss der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Seit Juni 2019 ist er Vorsitzender der UWG.

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